Kurz und schmerzhaft: Zur Lage von “Verfluchte Eifel”

Posted Mai 15, 2008 by Thomas Michalski
Categories: Eifelarea, Produktion, Unsere Filme, Unsere Produktionen, Verfluchte Eifel

Schönen guten Mittag zusammen!
Ich habe gerade mehrfach versucht, das hier lang und ausführlich zu schreiben, aber es wollte nicht recht, darum mache ich es einfach mal kurz und schmerzhaft:
Es ist mittlerweile offensichtlich geworden, dass wir „Verfluchte Eifel“ wohl nicht so, wie der Film ursprünglich geplant war, realisieren können. Die Gründe dafür sind erschreckend profan, aber wenn zu viele Fälle von „beruflich eingebunden“ und „zeitlich nur begrenzt verfügbar“ aufeinander prallen, muss man daraus Konsequenzen ziehen.

Welche, das ist derzeit bei uns intern immer noch heiß in der Debatte.
Fakt ist, dass wir das Projekt nicht sterben lassen werden. Allerdings kann man mittlerweile wohl ausschließen, dass es immer noch auf dem Drehbuch basieren wird, das Markus vergangenes Jahr mit uns zusammen finalisiert hat. Vielmehr werden wir wohl aus dem, was wir haben – gedrehte Szenen und gefertigte Requisiten – einen neuen, unserer Zeit angemesseneren Stoff entwickeln müssen.

Das klingt schrecklich nach Flickschusterei, weiß ich. Es ist aber eigentlich nicht mal so unüblich in der Filmgeschichte; „Blade Runner“ etwa hatte rund drei Mal mehr Sets als im Film zu sehen sind; Produkte früherer Planungsphasen, die durch massive Neuschöpfungs-Prozesse irgendwann dann überholt waren.
Wir haben bereits ein paar gute Ideen intern kursieren, soviel kann ich sagen. Sowie wir da eine Entscheidung getroffen haben, werden wir es hier vermelden.

Insofern die Kurzfassung: „Eifelarea Film“ ist nicht tot, „der zweite Film von Eifelarea Film“ ist nicht tot, aber bei „Verfluchte Eifel“ haben wir zumindest die künstlichen lebenserhaltenden Maßnahmen ausgeschaltet.

Bleibt uns gewogen, wir geben nicht auf.

Viele Grüße,
Thomas

See Films Differently

Posted Mai 9, 2008 by Thomas Michalski
Categories: Die Filme der anderen, Medien, Videos

Moin!

Heute mal ganz spontan zwischen den guten und schlechten Nachrichten noch was Seichtes zum lachen.
Die nachfolgenden Clips sind tatsächlich von Volkswagen finanziert worden und dienen ihrer Kampagne “See Films Differently”, mit der sie das ‘Independent Cinema’ bewerben wollen. Der Name ist Programm - es geht darum, sich aus dden gewohnten Sehmustern zu lösen.
Das ist nicht nur ein guter Tipp, sondern auch so, wie es VW gemacht habe, richtig lustig.

Es gibt dazu einen eigenen YouTube-Channel, oder aber ihr folgt einfach den nachfolgenden Direktlinks:

Die Hard (s.o.)
Ghostbusters
Lord of the Rings
Mary Poppins
Toy Story
und natürlich
Star Wars.

Viel Spaß damit, viele Grüße und dann bis die Tage zum weniger erfreulichen Post,
Thomas

Eifelarea Film: Gute Neuigkeiten

Posted Mai 6, 2008 by Thomas Michalski
Categories: Bilder, Eifelarea, Medien, Produktion, Unsere Filme, Unsere Produktionen, Xoro

Morgen zusammen!
Wie versprochen drehen sich dieses und das nächste Posting um gute und schlechte Neuigkeiten, die sich bei uns intern in den letzten, schweigenden Wochen so ergeben haben. Und nicht um euch zu schonen oder das Schlimmste für zum Schluss aufzuheben, sondern einfach, weil hier schon mehr Klarheit herrscht, beginnen wir heute mit den positiven Nachrichten.

Die ranken sich nahezu komplett um Xoro. Wer mit uns auf der RPC in Münster persönlich gesprochen hat oder aber vielleicht auch einen Blick in die Broschüre des DORP-Standes geworfen hat, die man u.a. im DORP-Blog herunterladen kann, der weiß vielleicht auch schon mehr: Xoro ist fertig.
Die limitiert 2er-DVD ist fertig produziert und bis auf ganz wenige Exemplare auch ausgeliefert (wer noch keine hat – das liegt in einem Mangel an Zeit begründet; wir kümmern uns darum), womit wir uns auch endlich der großen Vermarktung widmen können.

Xoro im Netz
Der Film soll nach wie vor kostenfrei im Netz verfügbar gemacht werden. Unsere eigene Deadline liegt dafür derzeit irgendwo binnen der nächsten zwei Monate (japp, das heißt „Ende Juni“ in diesem Falle) und ist wie immer mit Vorsicht zu genießen, ist aber derzeit so der Plan.
Wie genau wir das machen werden wird sich noch zeigen müssen da eines der vermutlich elegantesten Trägersysteme – stage6 – passend zum unserer Fertigstellung einfach mal zu gemacht hat. Aber wir finden da schon was und sowie wir es haben, öffnet das Netz seine Tore nach Eifelarea.

Xoro auf DVD
Xoro Single Disc Edition Wer den Film dennoch noch gerne auf DVD haben möchte, muss nicht verzagen, selber brennen oder gar raubkopieren. Eine Single-Disc-DVD des Films war ja schon öfter für möglich gehalten worden und wird wohl auch Wirklichkeit werden.
„Xoro: the Single Disc Edition“ enthält den Film mit seinen 35 Minuten Lauflänge sowie das primäre Making Of „The Making of Xoro“ mit rund einer Stunde Spielzeit. Die anderen Extras der 2er-Edition wird es dagegen wie angekündigt nie wieder geben.
Vielleicht schneidern wir zur Single Disc noch ein neues, bedeutend kürzeres Blooper Reel zusammen – wir werden sehen. Falls ja, wird es das aber auch frei im Netz geben.
Einige Modalitäten müssen wir noch klären, aber eine wichtige Kernbotschaft schon mal vorweg: Mit 5 Euro plus Porto wird man dabei sein, denke ich.

Xoro an der Uni
Xoro Sonderedition Bildung Das ist jetzt was richtig cooles – Eifelarea Film kooperiert und sucht die Kooperation mit Universtitäten!
Japp, richtig gelesen. Wir bringen die „Xoro: Educational Edition“ (oder so; ist noch ein Arbeitstitel), was im Herzen eine „Single Disc“ wird, allerdings in grüner Hülle, mit eigenem und exklusiven Design.
Der Clue? Universitäten, Institutsbilbiotheken etc. können sich bei uns bzw. mir melden und den grün ummantelten Film kostenlos anfordern. Kontakt zu zwei Kooperationspartnern haben wir schon, aber dazu dann in einigen Tagen (in dem Post nach dem Kommenden mit den weniger guten Nachrichten), wenn wir mehr zu unserer gesamten „Edu“-Offensive erzählen können.

Xoro auf die Ohren
Wer den Film schon sehen konnte, der war eigentlich auch immer sehr angetan von Sarah Steffens dynamischen, exklusiv komponierten Soundtrack unseres Barbarenfilms. Wir beugen uns dem Druck der Nachfrage und bringen, grob zeitgleich mit der „Single Disc“ nehme ich an, auch eine Soundtrack-CD.
Auch hier reden wir von rund 5 Euro plus Porto. Dafür erreicht einen dann mehr als eine halbe Stunde Barbarenfilm-Musik inklusive gleich mehrerer unverwendeter Tracks und Reprisen, die bisher noch niemand außerhalb des engstesn Kreises der Eifelarea Film je gehört hat.

Klingt doch alles endlich noch mal richtig positiv, oder?
Leider sieht es an der „Verfluchte Eifel“-Front wesentlich bockiger aus. Mehr dazu dann aber im kommenden Post, sobald wir intern da noch ein, zwei Entscheidungen getroffen haben. Gestorben ist noch nichts, aber Veränderungen stehen an…

Viele Grüße,
Thomas

Wir sind zurück

Posted April 28, 2008 by Thomas Michalski
Categories: Eifelarea

Schönen guten Mittag zusammen :)

Es ist schon viel zu lange her, dass wir hier in irgendeiner Form etwas geschrieben haben. Die Gründe für das Schweigen lagen dabei im privaten Bereich und haben hier daher wenig zu suchen, eines aber kann man nun sicher sagen: Unser Blog ist zurück!

Leider ist aus diesen Gründen eine recht erfreuliche Meldung etwas an der Masse vorbei gegangen. Am Wochenende fand in Münster die RPC statt, die “Role Play Convention”, und zusammen mit unserem Schwesterprojekt, der Pen&Paper-Webseite DORP waren wir mit einem Stand dort vertreten. Dort konnte man “Xoro”-Hauptdarsteller Michael Mingers, unseren Kameramann Ralf Murk und mich quasi rund um die Uhr antrefen und sich mit uns austauschen, ebenso wie ich gestern Mittag einen Vortrag zum Thema “Jeder kann Filme machen” gehalten habe.

Ein, zwei visuelle Eindrücke von unserer Präsenz dort werde ich in den kommenden Tagen noch nachreichen, ebenso einige Ankündigungen in eigener Sache. Da gibt es sowohl einige sehr positive wie auch leider eine Hand voll negativer Ankündigungen, die wir machen müssen.

Für heute soll es das erst mal gewesen sein, aber damit sieht man zumindest schon mal, dass wir wieder da und am Leben sind :)

Viele Grüße,
Thomas

TED Talks und die Mystery Box

Posted März 20, 2008 by Thomas Michalski
Categories: Die Filme der anderen, Eifelarea, Medien, Tipps und Ratschläge

Guten Morgen zusammen :-)

Jetzt müsst ihr mir hier schon so lange zuhören und fragt euch vielleicht doch, dann und wann jedenfalls, ob das Profis eigentlich alles genauso sehen. Nun, zumindest für heute kann ich das Wort mal an jemanden übergeben, der seit Jahren erfolgreich mit Film und Fernsehen eine Menge Geld verdient.

Möglich machen das die sogenannten TED Talks. Das ist eine echt feine Einrichtung: Unter dem Motto „Ideas worth spreading“ werden dort Vorträge in Video- und Audio-Form gesammelt, die von namhaften Personen zu brisanten Themen gehalten werden. Da findet man natürlich die üblichen Verdächtigen, also Bill Clinton, Al Gore und Bono zum Beispiel, aber auch ein paar unerwartetere Vorträge von durchaus hohem Niveau.
Und der, der für uns interessant ist, ist der von JJ Abrams. Richtig, der Kerl, der „Alias“ und „Lost“ gemacht und „Cloverfield“ produziert hat und gerade „Star Trek“ dreht, der hat da auch einen Vortrag zum Thema „Mystery“ gehalten. Da ist echt viel interessantes Zeug drin, vom Thema Inspiration bis hin zum digitalen, schnellen Filmen.

Aber genug der Worte, nachfolgend der knapp zwanzig Minuten lange Vortrag, wahlweise per YouTube oder, was ich empfehle, per Link als (wahlweise HiDef-)Download, der es einfach ansehnlicher macht, gerade bei seinen Filmbeispielen.
Viel Spaß damit!

JJ Abrams on “The Mystery Box”

Die TED Talks sind allgemein einen Blick wert und ein unterhaltsamer Weg, einfach mal etwas über seinen Tellerrand zu schauen. Mir hat‘s viel Spaß gemacht, hoffe, euch geht es ähnlich.

Sollten weitere TEDs auftauchen, die zu unserem Thema passen, komme ich bestimmt auf die Seite zurück, bis dahin will ich aber kommendes Mal einmal wieder zur üblichen, redaktionellen Arbeit kommen.
Habt ihr schon mal die Formel „The truth as opposed to realism“ gehört?
Nun, genau die schauen wir uns kommendes Mal dann einmal an :-)

Bis dahin viele Grüße,
Thomas

Eifelarea Update: Des Filmes neuer Belter

Posted März 15, 2008 by Thomas Michalski
Categories: Bilder, Eifelarea, Medien, Orgateam, Produktion, Unsere Darsteller, Unsere Filme, Unsere Produktionen, Verfluchte Eifel

Moin!

Wie wir vor einer Weile berichten mussten, wird uns Soeren Wellens für „Verfluchte Eifel“ leider nicht als Tobias Belter zur Verfügung stehen. Das ist bedauerlich, da wir alle sehr, sehr große Stücke auf Soeren halten. Unser Segen war es, dass wir noch nicht begonnen hatten, die Szenen mit Tobias zu drehen, so dass eine Umbesetzung prinzipiell noch kein Problem war.
Oliver Osterbrink ist Tobias BelterEinen passenden Schauspieler zu finden, das war dagegen nicht ganz ohne Tücke. Nun aber haben wir einen Ersatz gefunden und präsentieren, voller Stolz, unser neues Gesicht vor der Kamera: Oliver Osterbrink.

Die Dreharbeiten werden in wenigen Wochen spätestens auch fortgesetzt werden, wir warten derzeit nur noch darauf, dass der Schnee aus der Eifel endlich abtaut … denn ja, ungelogen, der liegt hier teilweise noch immer…

Zur Erinnerung:
„Verfluchte Eifel“ erzählt von fünf jungen Leuten, die aus der Stadt hinaus in die Eifel fahren. Einerseits, um dort Urlaub zu machen, andererseits aber auch, um einer lokalen Geschichte um einen Kirchenraub nachzugehen. Ende des ersten Weltkriegs ist ein Dieb dort seinen Verfolgern entkommen, aber vermutlich dabei tödlich verwundet worden. Der Schatz soll nun also irgendwo im Venn liegen, während seine Seele auf ewig für diesen Frevel verflucht keine Ruhe finden wird.
Problematisch wird es dann für die Studenten, als nicht nur eine lokale Bande Wind von dem Kirchenschatz bekommt und ihre große Chance wittert, sondern offenbar auch an der Geschichte des Fluchs mehr dran ist, als sie anfangs zu glauben bereit sind.

„Verfluchte Eifel“ wird vor Ort in der Eifel gedreht und peilt noch immer hoffnungsvoll einen Erscheinungstermin zum Jahresende an. Die Dreharbeiten sollen bis zum Sommer beendet werden.

Nächstes Mal verrate ich euch dann einmal, wo es ein paar Tipps eines echten Profis zu bestaunen gibt, bevor wir uns wieder praktischen Tipps zuwenden…

Viele Grüße,
Thomas

Von Stunts und Set-Sicherheit

Posted März 10, 2008 by Thomas Michalski
Categories: Beim Dreh, Eifelarea, Produktion, Tipps und Ratschläge

Morgen zusammen!

Sprechen wir heute doch mal über ein besonders kritisches Thema: Setsicherheit.
Prinzipiell sind Stunts eine tolle Sache. Der Eindruck, dass da Leute wirklich einer körperlichen Gefahr ausgesetzt waren überträgt sich eigentlich mit gnadenloser Sicherheit auch auf den Zuschauer. Selbst eher mittelmäßige Filme können einen mit einem gut eingesetzten Stunt wieder wachrütteln und ins Geschehen werfen. So ist etwa Greg Yaitanes‘ „Hard Attack“ mit David Bradley kein Film, für den es sich lohnt, sich vor den Fernseher zu setzen … aber gerade der Shootout zu Beginn des Films ist trotzdem ungeheuer beeindruckend. Nicht zuletzt, weil man an einer Stelle einfach wirklich den Eindruck hat, dass man Bradley da beinahe gesprengt hätte. Das beeindruckt.
Ähnliches findet man in Greengrass‘ Bourne-Filmen. Der große Aufwand, Matt Damon möglichst intensiv und direkt in die Action einzubinden macht sich bezahlt und die Verfolgungsjagten wirken weitaus intensiver als das, was die Konkurrenz oft so bietet.

Doch kehrt man gedanklich mal wieder in die einfachere Realität der NoBudget-Filme zurück. Natürlich jagen wir keine Sprengsätze hoch, filmen keine blechreichen Verfolgungsjagten, aber es ist auch eine irrige Annahme, dass du das Stunts seien.
Irgendwo im Film hüpft einer der Darsteller elegant über einen Jägerzaun? Stunt.
Eine Treppe mit acht bis zehn Stufen wird mit zwei Sätzen genommen? Stunt.
Die betrogene Freundin ohrfeigt ihren Freund? Stunt.

Warum? All das sind Dinge, bei denen es zu Verletzungen kommen kann. Ja, selbst bei der Ohrfeige, denn wenn die gute Frau Ringe trägt, ist da schon relativ schnell etwas passiert. Und ihr wärt sicherlich nicht die ersten Amateurfilmer, die sich in diesem Moment schmerzlich feststellen, nicht vorbereitet zu sein.

Vorbereitung beginnt in diesem Falle aber eigentlich schon vor dem Dreh, bei der Prävention. Es ist nicht immer möglich, aber wo es geht, sollte man Stunts langsam und Stück für Stück durchgehen. Das haben wir bei Xoro auch etwa bei den Schwertkampfszenen so gemacht: Man beginnt wie in Zeitlupe und arbeitet sich dann langsam hoch.
Hier ist auch wichtig, dass auch die Darsteller ehrlich sind und anmerken, wenn ihnen etwas zu weit oder auch nur zu schnell geht. Nur wenn sie sich absolut sicher fühlen, kann das Unfallrisiko gering genug sein, dass ein Dreh wagbar ist. Und nur, wenn sie sich sicher genug fühlen, können sie nebenher auch noch die Konzentration aufbringen, ihre Rolle zu verkörpern, denn das sollte auch in den gewagteren Sequenzen konsistent sein.

Matt Damon nannte die Stunts der „Bourne“-Filme mal NAR, „no acting requiered“, aber auch hier sollte man Vorsicht walten lassen und seitens der Produktion auch einfach kritisch an die Sache herangehen: Geht keine unnötigen Risiken ein, sondern sucht lieber einen Tag länger nach einem Weg, das sicher über die Bühne zu bekommen. Wenn der Stunt so heftig ist, dass der Darsteller davon „mitgerissen“ wird, dann kratzt ihr vermutlich schon spürbar an der Grenze dessen, was sicher ist…

Und wenn dann doch mal etwas passiert?
Ein Auto-Rettungskasten kann hier schon mal wunder wirken. Natürlich ist es auch immer von Vorteil, jemanden am Set zu haben, der auch wirklich weiß, was er dann da tut, aber selbst der wäre ohne Kasten aufgeschmissen.
Fragt am Besten vorher mal nach, wer noch wie fit in lebensrettenden Sofortmaßnahmen ist, wer vielleicht sogar noch etwas mehr kann; der Zivildienst in Deutschland zahlt sich hier oft aus und man ist erstaunt, wieviele Leute im eigenen Bekanntenkreis zwar keinen Sanitäter ersetzen können, im Notfall aber wissen, was zu tun ist.

Film-Drehs sind auch immer eine Frage der Verantwortung. Die Kernbotschaft für heute ist aber einfach: Wenn ihr euch wissentlich entscheidet, euch über „Children, don‘t try this at home“ hinwegzusetzen, seid euch dessen bewusst und trefft alle nur erdenklichen Maßnahmen, damit nicht schiefgeht.
Denn hier geht es einmal mehr als nur um den Film, hier geht es um die Gesundheit von Cast und Crew. Und bei allem Spaß, den Stunts machen können (tun sie!): Obacht geben!

Nächstes Mal gibt es dann etwas in eigener Sache: Wir haben, wie unlängst geschrieben, Tobias Belter umbesetzen müssen, da Soeren weggezogen und daher nicht mehr verfügbar ist. Doch Ersatz ist gefunden … und genau den stelle ich euch kommendes Update dann mal vor.

Grüße,
Thomas

Dein bester Freund: der Set-Koffer

Posted März 5, 2008 by Thomas Michalski
Categories: Beim Dreh, Bilder, Eifelarea, Medien, Produktion, Tipps und Ratschläge

Morgen zusammen!
Bevor wir uns wie versprochen mit den Stunts beschäftigen, möchte ich euch heute einmal einen guten Freund von mir vorstellen: den Setkoffer.
Der Set-KofferSieht auf den ersten Blick eher unspektakulär aus, aber er verdient einige Worte. Eine der vielen Film-Binsenweisheiten dieser Welt lautet „Erfolg ist, wo Glück auf Vorbereitung trifft“, und genau darum geht es hier. Innerhalb dieser schwarzroten Verpackung aus dem Hause Black&Decker (12,99 Euro derzeit im Plus, falls jemand zugreifen möchte) habe ich im Rahmen der Vorproduktion von „Verfluchte Eifel“ mir einmal ein Kampfpaket geschnürt, damit im Zweifel ein spontaner Dreh auch wirklich mit einem Griff in den Schrank beginnen kann.
Da kommt dann die Erfahrung aus diversen Projekten, allen voran natürlich „Xoro“, ins Spiel und die Zusammenstellung ist natürlich von subjektiven Vorlieben geprägt, aber ich denke, sie kann dennoch als Inspiration dienen.
Schauen wir also mal in den Koffer hinein.

Der Set-Koffer: Seite 1Die nebenstehende Seite ist ziemlich vollgepackt, das sieht man ja bereits. Im Decken eingeschoben finden sich zwei 10er-Schraubenschlüssel (die brauchen wir, um die GhettoCam zu justieren), zwei Teppichmesser nebst Ersatzklingen und eine LED-Taschenlampe (extrem hell, aber sollte nicht ins Bild scheinen, wir sprachen über das blaue Grauen bereits unter dem Schlagfort Lichtfarbe). Was jetzt da gerade noch fehlt sind kleinere Kreuz-Schraubendreher, die man gerade bei üblichen Bauleuchten aus dem Supermarkt immer braucht, um eventuell die Halogenröhre auszuwechseln und die zum Zeitpunkt der Aufnahme schlicht auf meiner Fensterbank lagen.
Daran festgebunden ist meine weiße Kugel zum Festhalten vom Licht am Set, wie neulich noch erklärt.

An der Rückwand finden sich dann kleine und große Klebeetiketten (wir sprachen ja bereits über Marker), Stecknadeln in verschiedenen Größen (glaubt mir, die braucht man immer!), übliche AA-Batterien und eine kleine Markerleucht, selbstklebende Pads sowie, auch davon sprachen wir ja schon, unser getreuer ColorChecker.

Der Set-Koffer: Seite 2Drehen wir den Koffer um, so findet man in der Tasche im Deckel eine Wasserwaage (mit Laserpointer, auch zum exakten Justieren und Festhalten von Kameraeinstellungen bei SFX) sowie ein kleines Stapel selbstklebender Notizzettel, der Nutzen ebenfalls universell ist.
Im Koffer selber liegt dann erst mal Klebeband in allen möglichen Ausführungen. Extrastarkes Klebeband um Scheinwerfer zu montieren, normales Klebeband für alle möglichen Zwecke, Malerkrepp als Markierung und doppelseitiges Klebeband für Notfälle. Ebenfalls fast von universeller Bedeutung sind die beiden wasserfesten Stifte, die auf der linken Seite in dem Koffer liegen. Die sind im Notfall Gold wert!
WD-40 dagegen ist Sprühöl und als solches auch etwas, was man nie mehr missen möchte, wenn man es kennt. Man kann es zum schmieren nutzen, es bringt Türen dazu, nicht mehr zu quietschen, man kann es als Waffenöl verwenden (die Schwerter bei Xoro etwa), es bekämpft und schützt vor Rost, wenn man es ins Autotür-Schloss sprüht, friert das nicht mehr ein … ein tolles Zeug!
Die beiden Gurte sind derzeit tatsächlich vor allem Requisiten für „Verfluchte Eifel“, fallen aber ebenfalls in die Kategorie „schaden nie“. Die Sonnencreme dagegen ist etwas, für dessen Fehlen wir bei „Xoro“ hohes Lehrgeld zahlen mussten – steckt sie einfach ein. Man weiß nie, wann die Sonne mal herauskommt und beim Film kann man es sich halt auch nicht immer aussuchen, im Schatten zu arbeiten. Gerade die Darsteller nicht.

Das ist er also, mein derzeitiges Prototyp eines Set-Koffers.
Ich kann ihn nur wärmstens empfehlen, denn die eingangs zitiert Binsenweisheit, sie ist einfach wahr.

Und kommendes Mal gibt es dann wirklich Stunts!

Grüße,
Thomas

hAOV, ein unbekanntes Wesen

Posted März 1, 2008 by Thomas Michalski
Categories: Beim Dreh, Eifelarea, Fachchinesisch, Postproduktion, Produktion, Tipps und Ratschläge

Morgen auch, liebe Leserschaft :-)

So, dann atmet noch mal gut und tief durch, denn heute wird es ziemlich technisch; wir sprechen über den hAOV.
Fangen wir vorne an: hAOV ist ein fieses Akronym und steht für „horizontal angle of view“, ergo „horizontalen Aufnahmewinkel“. Euer Kamerabild wird durch eine Linse aufgenommen, die ihrerseits wiederum ein bestimmtes Gesichtsfeld abdeckt; eigentlich ähnlich, wie es auch das Auge tut. Dieses Feld ist naturgemäßg mit einem Winkel zu beschreiben und dieser ist, was oft unterschätzt wird, sehr wichtig.
Wer später im Computer digitale Effekt erzeugt, generiert seine CG-Bilder ebenfalls durch eine Linse hindurch. Verwendet man dort nun einen anderen AOV, wirkt das einkopierte Bild verzerrt und passt nicht wirklich zu der eigentlichen Aufnahme, da die Brechung eine andere war.

Zwar kann man in jedem halbwegs gebräuchlichen 3D-Programm den hAOV der virtuellen Linse einstellen – aber wo liegt der Wert der eigenen Kamera?
Wenige Handbücher gehen wirklich darauf ein, aber es gibt durchaus einen Trick und eine Formel, wie man an den Wert kommen kann.

Schauen wir uns das einmal an:
Wir brauchen: die Kamera, einen Kontrollmonitor, ein Objekt mit einer messbaren Länge (Sofa, Bett, Tisch, Auto etc.) und einen Taschenrechner.
Zunächst einmal messen wir das Objekt und notieren die Länge möglichst genau.
Danach richten wir die Kamera auf dieses Objekt aus, so dass es mit seiner Länge exakt den Bildbereich der Kamera ausfüllt. Hier kommt der Kontrollmonitor ins Spiel, denn dies sollte auf einem Display kontrolliert werden, das zu den Rändern hin keinen Bildbereich verschluckt. Röhrenmonitore und -fernseher fallen da also schon einmal flach, der Sucher der Kamera aber leider auch zu oft.
Wichtig ist hier auch, dass der Zoom exakt so eingestellt ist, wie er nachher für den CG-Shot auch sein wird, denn eine Veränderung der Brennweite führt auch zu einer Veränderung des hAOV. Zoom und Effektarbeit sind von daher zwei sehr problematische Themenfelder…
Hat man die Kamera ausgerichtet, wird die Entfernung von ihr zum Objekt gemessen. Dabei sollte möglichst vom Knotenpunkt der Linse aus gemessen werden, aber das ist jetzt auch keine Milimeterarbeit.

Wir haben nun also zwei Werte: Objektlänge und Entfernung. Fangen wir an zu rechnen.
Wir halbieren die Länge und teilen diese durch die Entfernung zum Objekt. Danach bestimmen wir den Arkustangens im Bogenmaß des zuvor ermittelten Wertes (auf wissenschaftlichen Rechnern ist das normalerweise die mit ArcTan, die ATAN oder Tan¯¹ betitelte Funktion) und multiplizieren diesen wiederum mit 2.
Als Formel liest sich das dann wie folgt, wenn wir die Objektlänge mit X und die Entfernung mit Y beziffern:
hAOV=(ATAN((X/2)/Y))*2

Sieht für den einen oder anderen vermutlich sehr gruselig aus, aber man muss es ja nicht verstehen, nur anwenden, zumindest für unsere Zwecke. Das Ergebnis in Grad beschreibt nämlich exakt den horizontalen Aufnahmewinkel der Kamera mit der Einstellung, die beim Test vorlag.
Den kann man sich nun notieren und ggf. in der Postproduktion beim erstellen Dreidimensionaler Effekte zu Rate ziehen. Wir werden darauf zurückkommen.

Kommendes Mal folgen dann ein paar Gedanken zu einem ganz anderen Themenfeld, das aber eigentlich sogar noch wichtiger ist: Wir sprechen über Stunts und Filmsicherheit.

Viele Grüße,
Thomas

Die getarnte Seite der SFX: Korrekturen

Posted Februar 25, 2008 by Thomas Michalski
Categories: Beim Dreh, Eifelarea, Postproduktion, Produktion, Tipps und Ratschläge, Unsere Filme, Unsere Produktionen, Verfluchte Eifel, Xoro

Morgen auch!

Eine der Kernkonzepte bei der Produktion einer Filmszene ist eine möglichst große Kontrolle über alle Umstände der Aufnahme. Dazu gehört, unter anderem, natürlich auch ein möglichst großer Design-Einfluss auf die Umgebung. Wer eine menschenleere, isolierte Eifel zeigen will, was wir in „Verfluchte Eifel“ durchaus anstreben, der kann weder Fließverkehr noch zu viele Zeichen von Zivilisation gebrauchen.
Wer, wie wir wiederum bei „Xoro“, einen Ausblick in eine noch vor-mittelalterliche Welt geben möchte, der hat weder ein Interesse an Strommasten am Horizont noch an Kondensstreifen am Himmel.

Auch hier kann der Computer zum Retter in der Not werden. Denn erst die digitale Technik macht es möglich, wie wild in gefilmtem, bewegtem Material herummalen zu können.
Zumindest wer Zugang zu professioneller Software hat, kann da problemlos auch größere Korrekturen im Detail vornehmen.

Es gibt allerdings einige „Aber“, die nicht unerwähnt bleiben können:
1. Es ist viel Arbeit.
Es ist ungeheuer viel Arbeit, diese Korrekturen vorzunehmen. Sich nun also am Set jede zweite Minute zu sagen, dass man das ja auch digital noch retten könne, ist also genau der falsche Ansatz und zieht im besten Falle nur die Postproduktion in die Länge, geht aber vermutlich langfristig auch auf Kosten der Qualität vonstatten.

2. Man sieht es nicht, aber man sieht, wenn es nicht gemacht wird
Oder anders ausgedrückt: Man investiert hier sehr viel Zeit und Energie in etwas, was man am Ende nachher bestenfalls gar nicht wahrnimmt. Was man auch nicht wahrnehmen soll.
Das kann für denjenigen, der Monate seines Lebens in diese Bereinigungen gesteckt hat, durchaus sehr schnell demotivierend wirken, wenn etwa am Ende eines Star Wars-Fanfilms die (technisch echt einfachen) Lichtschwerteffekte lobt, aber niemand zu würdigen weiß, dass man die Skihütte aus der Totalen des „Eisplaneten“ minutiös retuschiert hat.

3. Es schränkt ein
Hier sind wir wieder bei der Ironie: Die digitale Technik, die die kreativen Geister einer Filmproduktion ja eigentlich befreien soll, führt in der Praxis oft dazu, dass man weniger Freiheiten hat als vorher.
Was eben zuvor über CGI-Arbeiten gesagt wurde, gilt auch hier: Wenn die Kamera sich bewegt, muss man die Retusche den Bewegungen anpassen. Zoomt oder fährt sie gar, könnte es zu Tiefenverschiebungen kommen. Einen Strommast vor blauem Himmel zu entfernen ist eine Fingerüber. Einen Strommast zu entfernen, der wechselnd halb und ganz vom Kopf des Protagonisten verdeckt wird, ist dagegen bereits richtig Arbeit. Und hat man dann an dem Tag auch noch schöne, dramatisch ziehende Gewitterwolken am Himmel gehabt, dann wird es plötzlich zu einer mehrere Abende füllenden Arbeit, die man Pixel für Pixel von Hand durchführen muss.
Also filmt man lieber so, dass es in der Postpro leichter geht und schon hat man sich, ehe man sich versieht, sein eigenes kreatives Gefängnis gebaut.

Weiß man dies und nimmt es auch dergestalt zur Kenntnis, kann man allerdings aus naheliegenden Gründen von derartigem Computereinsatz durchaus mächtig profitieren.
Aber auch hielt gilt halt wieder: Weniger ist mehr. Jeder Shot, den man ohne große Nachbearbeitung verwenden kann, ist am Set weniger Arbeit, in der Postproduktion weniger Arbeit, leichter bereits im Rohschnitt zu verwenden und somit insgesamt schlichtweg der günstigere Weg.
Doch wenn man es geschickt macht, sind auch auf diesem Wege wieder einige Pluspunkte auf der „Produktionsqualität“-Skala zu holen.

Somit beenden wir das kleine 1×1 der Spezialeffekt-Grundlagen aber auch, um uns kommendes Mal noch einem wirklich abgedrehten, technischen Thema zu widmen: dem hAOV.
Verwirrt, irritiert, ratlos, was zum Geier das sein soll?
Keine Sorge, kommendes Mal leiste ich Erklärungsdienste.

Viele Grüße,
Thomas