Eifelarea Film

Hinter den Kulissen deutscher NoBudget-Filmer

Archiv für die Kategorie ‘Die Filme der anderen’

Zwei Surftipps für lange Abende

Verfasst von Thomas Michalski am September 10, 2009

Hallo zusammen!

Heute noch mal zwei nette Lektüretipps, direkt aus den kostenlosen Weiten des Datennetzes.

The Art of the Title
Unter http://www.artofthetitle.com findet man eine ganz wundervolle Seite. Dort werden die Vorspannsequenzen von Filmen und TV-Serien schematisch dargestellt, mir reichlich Screenshots illustriert und bisweilen sogar analysiert. Besonders spannend sind die Beiträge, in denen die so selten gehörten Schöpfer der Sequenz selbst das Wort ergreifen, beispielsweise im Bezug auf Batman oder die Hulk-Filme.
Da kann man viele Stunden verbringen!

ImpsAwards
Ähnlich spannend ist auch diese Seite, die es im Netz unter http://impawards.com/ gibt. Es ist die größte mir bekannte Datenbank mit Filmpostern: Nahezu tagesaktuell, auch über die Jahrzehnte zurück umfangreich, mit hervorragender Auflösung und einer effizienten Suchmaske.
Wann immer ich Poster designen muss und mal wieder auf der Suche nach Ideen bin: Hier findet man mehr Inspiration, als eine einzelne Person verbrauchen kann!

Und wem das noch nicht reicht, für den habe ich nächstes Mal noch einen gaaaaaanz besonderen Lektürehinweis parat; schätze so innerhalb der nächsten fünf Tage.

Viele Grüße,
Thomas

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Ryan vs. Dorkman

Verfasst von Thomas Michalski am April 17, 2009

Moin zusammen!

Dieses und das nächste Mal möchte ich euch zwei Filmprojekte aus dem Star Wars-Umfeld präsentieren, die mich nicht nur sehr beeindruckt, sondern auch durchaus sehr inspiriert haben.
Den Anfang macht ein kleiner Film namens „Ryan VS. Dorkman“. Die Idee dahinter ist simpel:
Zwei junge Kerle treffen in einer Lagerhalle aufeinander und liefern sich ein Lichtschwertduell. Das gibt es im Netz zuhauf und hier wurde auch noch auf passende Kostüme und dergleichen verzichtet – dennoch ist der Film absolut sehenswert. Das liegt zum einen an der Choreographie, zum anderen aber auch an dem sehr cleveren Einsatz simpler, aber guter Effekte.

Vor jetzt schon zwei Jahren kam dann auch das simpel benannte Sequel „Ryan VS. Dorkman 2″ heraus, das eine noch weitaus schönere Choreographie aufweist und im Bereich der Effekte noch ganz beträchtlich zugelegt hat. „RVD2″, wie er bisweilen auch genannt wird, ist mit das Beste, was ich im Bereich Kampfchoreographie im Amateurbereich kenne und geizt auch nicht mit Effekten, die nicht nur gut, sondern vor allem dem Sehgenuss förderlich sind.

Die offizielle Seite zu beiden Projekten ist ryanvsdorkman.com – aber die Filme selbst gibt es auch bei YouTube zu sehen. Eingebettete Fassungen der Videos verbergen sich jenseits des „More“-Buttons am Ende dieses Beitrags.

Viel Spaß damit und viele Grüße,
Thomas

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HD ist voll dufte, weil…

Verfasst von Thomas Michalski am März 29, 2009

Morgen zusammen!

Zunächst einmal, man kommt nicht umhin das zu bemerkten, sieht ein HD-Bild einfach besser aus. Selbst wenn man ein ursprünglich in HD gefilmtes Bild letztlich doch für die Endauswertung wieder auf PAL herunter skaliert, sieht es unter Umständen besser aus, als das Bild einer durchschnittlichen DV-Kamera, obwohl die endgültige Auflösung gleich ist (wobei, das muss man ergänzen, eine wirklich gute SD-Kamera mindestens vergleichbare Bilder produziert).
Wer letztlich das Bild in HD verwenden möchte, der hat ohnehin keine Alternative, denn auch wenn es rein prinzipiell die Technik des ‘upscaling’ gibt, bei der das Bild quasi auf die neue Auflösung aufgepumpt wird, so ist das Ergebnis in der Regel doch mehr als bescheiden. Es greift, wie leider so oft bei derartigen Operationen, der unnachgiebige Grundsatz, dass da, wo nichts ist, auch nichts gefunden werden kann. Rein rechnerisch muss ein SD-Pixel, wird er auf FullHD hochgeschoben, für etwa fünf neue Pixel gerade stehen – dass das Ergebnis nicht sonderlich schön ist, ist klar.
Wer also HD will, muss schon HD filmen.

Aber es gibt noch einen anderen Grund: Wer mit Effekten arbeitet, wird die Arbeit mit einem anderen Format als DV sehr schnell zu schätzen wissen. Neben den hier bereits früher mal angerissenen Problemen mit der Farbkompression hat man bei einem größeren Bild auch einfach mehr Ansatzpunkte. Will man etwa Bewegungen verfolgen und braucht dafür einen visuellen Ankerpunkt („tracking marker“ sagt der Fachmann), so ist die Chance, dass der sich bei einem gestochen scharfen Bild mit fast zwei Millionen Bildpunkten sauber berechnen lässt, als bei der herkömmlichen Auflösung.

Aber in dem Kontext kann ich auch einfach andere Leute sprechen lassen. „RVD2″ ist ein Star Wars-Fanfilm, auf den ich, wenn mir mit HD durch sind, auch noch eingehen werde. Es gibt dazu eine käuflich zu erwerbende Making-Of-DVD und zu der wiederum einen Clip zu den Spezialeffekten gratis im Netz. Und der, um diese lange Kausalkette zu beenden, veranschaulicht auch sehr gekonnt, warum die Effekte, die sie gemacht haben, nur dank HD so schön wurden, wie man es dort sieht.
Den Clip gibt es ganz problemlos bei Youtube.

Die Nachteile gibt es dann das kommende Mal…

Viele Grüße,
Thomas

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TED Talks und ein alter Benjamin Button

Verfasst von Thomas Michalski am März 5, 2009

Morgen zusammen!

Vor geraumer Zeit stellte ich hier mal die TED Talks vor – Videomitschnitte von Reden ausgewählter Persönlichkeiten zu Ideen, die es im Sinne der Mache wert sind, geteilt zu werden.
Damals verwies ich auf JJ Abrams wirklich spannenden Beitrag zum Thema Mystery, heute habe ich was sehr aktuelles, ebenfalls spannendes bei den TEDs gefunden.

Ed Ulbrich, the digital-effects guru from Digital Domain, explains the Oscar-winning technology that allowed his team to digitally create the older versions of Brad Pitt’s face for „The Curious Case of Benjamin Button.“

Klingt spannend, oder? Den Vortrag gibt es unter folgendem Link als Stream oder MP4-Download, oder aber ihr nutzt einfach den nachfolgenden YouTube-Stream:

Gesehen habe ich es selbst noch nicht, aber es wäre auch die erste TED Talk, die ich nicht generell spannend finden würde.

In diesem Sinne einen schönen Morgen weiterhin,
Thomas

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Irritationselemente erhöhen die Spannung!

Verfasst von Thomas Michalski am September 18, 2008

Morgen zusammen!

Die Beiträge heute und das kommende Mal sind kurz, aber doch zwei filmische Eigenheiten, die durchaus auch einmal eine Erwähnung hier verdient haben.

Eigentlich war es bei uns am Set schon häufiger ein Running Gag: Der Satz „Irritationselemente erhöhen die Spannung.“, den gerade Ralf gerne und oft, oft auch beherzt, in den Raum wirft.
Doch es ist auch einfach wahr und ein wichtiger Ratschlag noch dazu.
Vor allem bewusst gesetzte, optische Irritationen können in der Tat helfen, den Zuschauer noch interessierter, noch enger an den Film zu bekommen.
Drei bekannte Beispiele: In „Panic Room“ von David Fincher gibt es eine ganze Menge sehr langer Kamerafahrten durch das Haus. Das hatte man auch damals schon häufiger gesehen und eigentlich war das auf den ersten Blick nichts Besonderes. Dann aber durchfährt die Kamera den Henkel einer Kaffeetasse! Physisch unmöglich und die bis dahin ungeahnte Enthüllung, dass dort auch digital gezaubert wurde. Doch jeder, der ein wenig wusste, wie groß Kameras sind, schreckte hoch und Fincher erhielt einen kleinen „Wie hat er das gemacht?“-Moment in Sachen Kinomagie, selbst wenn die Anwort an und für sich offenkundig war: Digital.
Eine tolle Featurette dazu hat es übrigens auch zu YouTube geschafft und kann hier gesehen werden: „Panic Room Dolly Shot

Ein vielleicht noch größerer Zauberer ist Robert Zemeckis. In „Contact“ gibt es ebenfalls eine Kamerafahrt durch ein Haus. Sie endet in einem Raum, doch entgegen der Logik des vorher Gesehenen klappt das Bild dann beiseite und man stellt fest, dass die Ansicht des Raumes eigentlich die Reflektion in einem Spiegel war. Nur, wenn es eine Spiegelreflektion war, wie kam dann die Fahrt zustande?
In „Schatten der Wahrheit“ dagegen, eigentlich ein ganz einfacher Effekt, fällt ein Charakter zu Boden. Er schlägt auf und die Kamera fährt unter ihn; erst nach einen Moment merkt man, dass sie dafür eigentlich durch den Boden gefahren sein muss.

Es sind natürlich Spielereien, aber sie helfen auch bei einer der wichtigsten Aufgaben eines jeden Filmemachers: Sie helfen, das Bild interessant zu halten.
Außerdem ist der Spruch selber natürlich immer eine tolle Ausrede, um Anschlussfehler zu erklären ;)

Viele Grüße,
Thomas

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Zwei sehenswerte Vorspann-Opas

Verfasst von Thomas Michalski am August 20, 2008

Zum Abschluss unserer Tour durch die Welt der Arten, einen Film zu beginnen, noch zwei Klassiker.

Der erste stammt aus dem Jahre 1968 und ist schon lange ein Favorit von mir: „Thomas Crown ist nicht zu fassen“ ist die Vorlage für den – in meinen Augen – unterlegenen „Die Thomas Crown-Affaire“ mit Pierce Brosnan von 1999. Ein Film, der hier auch ohnehin mal weitere Würdigung für echte Innovation in der Bildgestaltung verdient hätte, aber der eben auch einfach einen traumhaft schönen und in der Musik sogar Oscar-prämierten Vorspann hat:

http://de.youtube.com/watch?v=ChYcQyvRAAQ

Und dann hatte der Ralf da noch einen Vorschlag, der nicht ungenannt bleiben darf. „Vor Hausfreunden wird gewarnt“ (heißt im Original etwas würdevoller „The Grass is Greener“), schon von 1960. Ralf schrieb mir dazu „Die ersten zwei Minuten sind in meinen Augen einer der gelungensten Vorspänne, die jemals gemacht wurden.“ – und wisst ihr was? Er hat Recht!

http://de.youtube.com/watch?v=__Mkr_xIlko

Soviel jetzt aber endgültig zum Thema „Film-Vorspann“ in allen Geschmacksformen.
Kommendes Mal folgt dann noch mal eine Ankündigung in eigener Sache. Und zwar eine, die mir sehr, sehr am Herzen liegt.
Was? Das erfahrt ihr in fünf Tagen an dieser Stelle!

Viele Grüße,
Thomas

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Vorspann-Sonderfälle

Verfasst von Thomas Michalski am August 15, 2008

Moin Moin!

Zurück im alten Takt, fünf Tage nach dem letzten Update, will ich heute noch gerade den Blick auf ein paar Besonderheiten aus dem Bereich „Titelnennung“ anbringen, bevor wir diese Youtube-reiche Tour (erwähnte ich eigentlich schon explizit, dass keines der im Zuge dieser Reihe verlinkten Videos von mir da gehostet wird?) zu einem Ende führen werden.

So ist es beispielsweise gar nicht nötig, dass dem Film der Titel wirklich vorangeht. In einigen Fällen wird er sogar nur nachgereicht und folgt zwischen dem letzten Shot und dem Nachspann.
Ein Film, der das tatsächlich sehr sinnvoll als Stilmittel eingesetzt hat, war in jüngerer Zeit „Batman Begins“, der Vorgänger des diesjährigen und wohl unumstrittenen Film des Jahres „The Dark Knight“.
Der Titel kommt dort, nachdem Batman und Gordon sich noch einmal getroffen haben, sozusagen ihre Kooperation endgültig besiegelt wird. Und damit erfüllt die nachfolgende Titeleinblendung eigentlich exakt die Botschaft des gesamten Films – die Reise von Bruce Wayne hin zu seiner Bestimmung ist erfüllt, nun beginnt Batman sein Werk – ergo der Text an dieser Stelle: „Batman Begins“.

Ist all das aber ein moderner Trend? Mitnichten!
Zumindest der Wegfall des kompletten Vorspanns, wie noch das letzte Mal erläutert, ist keinesfalls die Erfindung der Post-2000-Fernsehleute. Schon etwa „Der Pate“ oder der angeblich „beste Film aller Zeiten“ (über die Liste sollten wir auch mal sprechen), „Citizen Kane“, kamen mit einer einfachen Titelnennung aus.

Andere Fehleinschätzung aus Gewohnheit: Die Namen der Beteiligten müssen auch nicht unbedingt in Textform erscheinen. François Truffault etwa lässt die Namen in seiner Verfilmung von Bradburys Klassiker „Fahrenheit 451″ vorlesen, ganz im Sinne des Themas der Ächtung von geschriebener Sprache.
Leider verlässt Youtube mich hier; ich konnte keinen entsprechenden Clip finden.

Ein letzter Sonderfall kommt dann aus Deutschland und ist eigentlich jedem bekannt: Der „Tatort“. Der hat in der Regel gleich zwei Vorspann-Sequenzen. Eine, der Klassiker, als Vorschalt-Titel zur Ankündigung der Reihe und dann jeweils ein zweiter, ganz individuell auf den Film zugeschnittener Teil, zumeist direkt im Anschluss.
Hier hingegen hilft dann auch YouTube wieder.


http://de.youtube.com/watch?v=veOJYxHlgW8

Nächstes Mal gibt es dann noch einen kleinen Nachschlag.

Bis dahin viele Grüße,
Thomas

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Weniger ist manchmal mehr – Title Cards

Verfasst von Thomas Michalski am August 10, 2008

Gute, tiefe Nacht zusammen!

Nachdem wir nun schon diverse Wege gesehen haben, wie man einen Film opulent starten kann, wollen wir heute mal das Gegenteil beleuchten.
Gerade im Fernsehen ist es bei Serien derzeit sehr angesagt, auf bisher sehr klassische Vorspann-Sequenzen zu Gunsten einer einzigen, kurzen Logoeinblendung zu verzichten. Derartige Logos heißen im Fachjargon „Title Cards.“

Eigentlich ist die Grundidee hinter dem Vorspann einer Fernsehserie sehr einleuchtend: Sie dient zu Erkennung und der Zuschauer, der zuschaltet, erkennt auf den ersten Blick, was genau er da gerade guckt/gucken wird.
Allerdings ist die Theorie anno 2008 auch eher grau (denn durch das schnellere Zapping des modernen Zuschauers ist die Chance, dass er den Vorspann verpasst, recht groß) und es gibt noch einen ganz anderen Faktor.
Fernsehen wird, en gros, durch Werbung finanziert. Werbung, die pro Lauflänge bezahlt wird. Eine Serie also, die statt 45 nur 15 Sekunden „Titel“ hat, hat 30 Sekunden mehr für Werbung. Was viel, viel Geld sein kann.
Eine Theorie, die sich nicht zuletzt darin widerspiegelt, dass die Fernsehserien mit kurzer Title Card vornehmlich von werbefinanzierten Sendern kommen (NBC, WB und damit CW etc.), wohingegen Pay-TV-Serien wie die vom Sender HBO nach wie vor einen langen Vorspann haben. Oder sogar richtig lang, wenn man sich etwa mal „Rom“ dahingehend beschaut.

Wer hat aber denn nun Title Cards?
„Lost“ zum Beispiel.

http://de.youtube.com/watch?v=nQDUtjwoaTY

Aber nicht immer fallen die Intro derart minimalistisch aus. Die Zeitanzeige von „24″ Beispielsweise ist ein richtig schön gemachter, visueller Effekt.


http://de.youtube.com/watch?v=Z64tIo3mgUw

Und manchmal spielen die Macher sogar auf diese wenigen Sekunden gerechnet mit dem Design und erzählen darin mehr, als es auf den ersten Blick verrät.
Beschaut man beispielsweise die Intros der bisherigen Staffeln von „Supernatural“, so erkennt man auch dort bereits, dass zur zweiten und dann zur dritten Staffel hin eindeutig gewisse Varianzen im Stil spürbar sind.


http://de.youtube.com/watch?v=eDW0yCNmF_Y

Soviel zum generell Thema „Title Cards“. Einige letzte Vorspann-Sonderfälle beschauen wir dann noch im kommenden Update, bevor unsere Beispiel-Tour durch die Welt der Beginne auch langsam abgeschlossen ist. Jedenfalls fast.

Viele Grüße,
Thomas

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Die Ouvertüre

Verfasst von Thomas Michalski am August 2, 2008

Guten Mittag zusammen!

Die heutige Tour zu Wegen, Filme zu beginnen, ist kurz und schmerzlos, aber für den einen oder anderen eben doch noch neu.
Man setzt sich ins Kino, die Dudelmusik endet, das Licht wird dunkel und man guckt Werbung. Dann kommt ein unmotiviertes Eisverkäufer (ich hab es ein Mal erlebt, da kam der sogar ohne Eis und fragte, wörtlich, „Ihr wollt doch alle kein Eis, oder?“) und dann geht der Film los. Ist immer so. Ist immer so gewesen?
Mitnichten.

Gerade in den Zeiten des Monumentalfilms kamen Filme häufig mit Ouvertüren daher. Das waren große Musikkompositionen, die einem Film oftmals nur mit sporadischen Bildern vorausgingen und so gewissermaßen in das Epos selbst einführten.
Gerade viele der Klassiker aus der Zeit, also „Vom Winde verweht“, „Ben Hur“, „Spartakus“ oder auch „Doctor Schiwago“ und später noch „2001“ hatten nennenswerte Ouvertüren.
Die letzten noch im Zuge dieser Bewegung gesetzten Ouvertüren waren 1979 die vor dem ersten „Star Trek“-Film sowie vor Disneys „Das schwarze Loch“. Im aktuellen Jahrzehnt haben gerade mal zwei bekannte Filme noch auf dieses Mittel zurückgegriffen – „Dancer in the Dark“ von 2000 und die Director’s Cut-Fassung von „Kingdom of Heaven“.

Für die meisten Video- und DVD-Releases werden diese Ouvertüren, genauso wie die den Film teilenden sogenannten „Entr’acte“ (heute oft „Intermission“ genannt) sowie entsprechende Passagen am Ende des Films, nachträglich entfernt. Einzig einige löbliche Ausnahmen sind vor allem im Monumental-Bereich zu beobachten.

Und da YouTube ja alles hat, präsentiere ich mit Vergnügen die schöne Ouvertüre aus „Ben Hur“:


http://de.youtube.com/watch?v=EdAVe1IvN2Y

Kommendes Mal wird es dann aber auch wieder moderner – versprochen ;)

Bis dahin viele Grüße,
Thomas

PS: Die englische Wiki hat eine ziemlich umfangreiche Übersicht über Filme mit Ouvertüre – der interessierte Leser schaut also hier weiter.

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Die Kunst der Namensnennung (Vorspann, Teil 1)

Verfasst von Thomas Michalski am Juli 18, 2008

Moin!
Heute sowie in den kommenden Updates wollen wir uns mit einem ganz essentiellen Element des Films beschäftigen: Dem Vorspann. Er hat verschiedenste Zwecke, von der Einführung in das Thema und in die Stimmung des Films bis hin zu künstlerischen Vorausdeutungen auf Dinge, die kommen werden.

Das alles wird deutlich mehr den Geschmack von Filmgeschichte haben als hier üblich, aber da es hier vor allem um individuelles, kreatives Design geht, liegt nichts näher, als einfach zu schauen, wie die „Meister“ es machen.

Wir werden uns in den kommenden Updates vor allem mit der Art der Titel- und Namensnennungen beschäftigen, doch heute, zum Einstieg, sollen uns erst mal zwei SciFi-Klassiker eine ganz andere Funktion vor Augen führen.


(Falls Youtube mal wieder beim Einbinden zickt, hier und hier.)

Sowohl Star Wars wie auch schon Star Trek machten sich den Vorspann zu Nutze, ganz viel Etablierung der eigentlichen Handlung vorwegzunehmen. Das ist, im Sinne des Films als visuellem Medium, eigentlich geschummelt, denn hier ist es Text (gezeigt wie gesprochen) und nicht das Bild selbst, das die Geschichte erzählt.
Es funktioniert dennoch bombig.

Diese Technik kann man bis heute finden und auch Galadriels Eröffnungsmonolog beim Herr der Ringe ist im Grunde dieser Technik geschuldet; die Regel ist es aber nie geworden.

Der Klassiker aller Filmbeginne ist eigentlich nach wie vor der klassische Vorspann. Dem wir uns dann kommendes Mal widmen werden.

Viele Grüße,
Thomas

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