Das hat hier ja mal wieder lange genug gedauert, aber hier ist er, der versprochene Artikel zur Wirkungsweise von Trailern.
Wie ich schon das letzte Mal andeutete, operieren Trailer vor allem auf Basis von Annahmen und suggerierten Vermutungen. Das erreichen sie durch ausdrucksstarke Bilder – manchmal sogar gerade deshalb ausdrucksstark, weil sie aus ihrem Kontext gerissen wurden – und Musik.
Wie mächtig das ist, zeigt ein Trailer, der mittlerweile auch ohne dieses Blog viel die Runde gemacht hat, aber dennoch sehenswert ist:
Schauen wir einmal: Warum funktioniert das so gut? Am Ausgangsmaterial kann es ja nicht liegen, denn „The Shining“ ist einfach nicht so ein Film, wie der Trailer es nahe legt.
Zum Einen ist da die Musik, die nicht nur bestimmte Genre-Klischees bedient, sondern auch einfach einfach Gefühl von Frieden und Sicherheit bietet, das schon richtiggehend ein Gegensatz zu dem steht, was man im Film wirklich vorfindet.
Eine ganz zentrale Bedeutung haben aber natürlich auch die Slogans des Trailers. Die Art wie er vertont ist – unbeschwert, nicht zu dramatisch, gar nicht düster – transportieren ebenfalls ganz stark eine Erwartungshaltung an den Film. Mit sehr wenigen Worten werden Figuren charakterisiert und damit ebenfalls in ein ganz bestimmtes Licht gerückt. Seinfeld hat die Off-Kommentare amerikanischer Trailer mal wundervoll auf die Schippe genommen, aber damit auch viel Wahres gesagt.
Spannend daran ist: Echte Trailer operieren ganz exakt genauso.
Wenn man sich mal den Trailer zu einem aktuellen Familien-/Komödien-/Liebesfilm anschaut, da ist der Aufbau im Grunde genau identisch. Und am Ende glaubt man, eine Idee zu haben, wie der Film funktioniert und was einen erwartet, wenn man ins Kino geht. Würde man den Film schon kennen, würden die meisten Leute vermutlich nicht ins Kino gehen. Aber da sie glauben erkennen zu können, dass der Filme die eine oder andere Erwartungshaltung erfüllen wird, gehen sie dann. Es ist unbekannt, aber es ist nicht undurchschaubar.
Und mehr werde ich heute dich nicht lehren, junger Padawan.
Lieber spät als nie:
Schon seit einer ganzen Weile ist unser „Xoro: the Eifelarean“ jetzt auch bei YouTube zu haben; hier haben wir es aber mehr oder weniger verpeilt, darauf hinzuweisen.
Die YouTube-Schnittfassung ist in einigen Punkten etwas anders als die klassische Version. Neben einigen ziemlich auffälligen Änderungen in der Reihenfolge der ersten zwei Szenen und des Vorspanns besitzt jeder der vier YouTube-Teile nun einen eigenen Tiel sowie eine Title Card zum Epos insgesamt. Ralf, der hier federführend bei der Konzeption und dem Umschnitt war, hat sich dabei (wie ich meine sehr gelungen) an klassischen Fernseh-Mehrteilern orientiert, um der episodenhaften Natur der kurzen YouTube-Videos gerecht zu werden.
Anzumerken sei noch, dass dies nicht eine neue, endgültige Fassung oder so ist. „Xoro“, sowie Xoro sein soll, ist die Version, die man hier herunterladen kann. Das bei YouTube ist eher Xoro die Special Director of Photography Edition und sollte auch so verstanden sein.
Zunächst einmal, man kommt nicht umhin das zu bemerkten, sieht ein HD-Bild einfach besser aus. Selbst wenn man ein ursprünglich in HD gefilmtes Bild letztlich doch für die Endauswertung wieder auf PAL herunter skaliert, sieht es unter Umständen besser aus, als das Bild einer durchschnittlichen DV-Kamera, obwohl die endgültige Auflösung gleich ist (wobei, das muss man ergänzen, eine wirklich gute SD-Kamera mindestens vergleichbare Bilder produziert).
Wer letztlich das Bild in HD verwenden möchte, der hat ohnehin keine Alternative, denn auch wenn es rein prinzipiell die Technik des ‘upscaling’ gibt, bei der das Bild quasi auf die neue Auflösung aufgepumpt wird, so ist das Ergebnis in der Regel doch mehr als bescheiden. Es greift, wie leider so oft bei derartigen Operationen, der unnachgiebige Grundsatz, dass da, wo nichts ist, auch nichts gefunden werden kann. Rein rechnerisch muss ein SD-Pixel, wird er auf FullHD hochgeschoben, für etwa fünf neue Pixel gerade stehen – dass das Ergebnis nicht sonderlich schön ist, ist klar.
Wer also HD will, muss schon HD filmen.
Aber es gibt noch einen anderen Grund: Wer mit Effekten arbeitet, wird die Arbeit mit einem anderen Format als DV sehr schnell zu schätzen wissen. Neben den hier bereits früher mal angerissenen Problemen mit der Farbkompression hat man bei einem größeren Bild auch einfach mehr Ansatzpunkte. Will man etwa Bewegungen verfolgen und braucht dafür einen visuellen Ankerpunkt („tracking marker“ sagt der Fachmann), so ist die Chance, dass der sich bei einem gestochen scharfen Bild mit fast zwei Millionen Bildpunkten sauber berechnen lässt, als bei der herkömmlichen Auflösung.
Aber in dem Kontext kann ich auch einfach andere Leute sprechen lassen. „RVD2″ ist ein Star Wars-Fanfilm, auf den ich, wenn mir mit HD durch sind, auch noch eingehen werde. Es gibt dazu eine käuflich zu erwerbende Making-Of-DVD und zu der wiederum einen Clip zu den Spezialeffekten gratis im Netz. Und der, um diese lange Kausalkette zu beenden, veranschaulicht auch sehr gekonnt, warum die Effekte, die sie gemacht haben, nur dank HD so schön wurden, wie man es dort sieht.
Den Clip gibt es ganz problemlos bei Youtube.
Vor geraumer Zeit stellte ich hier mal die TED Talks vor – Videomitschnitte von Reden ausgewählter Persönlichkeiten zu Ideen, die es im Sinne der Mache wert sind, geteilt zu werden.
Damals verwies ich auf JJ Abrams wirklich spannenden Beitrag zum Thema Mystery, heute habe ich was sehr aktuelles, ebenfalls spannendes bei den TEDs gefunden.
Ed Ulbrich, the digital-effects guru from Digital Domain, explains the Oscar-winning technology that allowed his team to digitally create the older versions of Brad Pitt’s face for „The Curious Case of Benjamin Button.“
Klingt spannend, oder? Den Vortrag gibt es unter folgendem Link als Stream oder MP4-Download, oder aber ihr nutzt einfach den nachfolgenden YouTube-Stream:
Gesehen habe ich es selbst noch nicht, aber es wäre auch die erste TED Talk, die ich nicht generell spannend finden würde.
In diesem Sinne einen schönen Morgen weiterhin,
Thomas
Was vermutlich kaum noch jemand zu hoffen gewagt hat, ist doch noch wahr geworden – Xoro hat das Netz erreicht. Über den entsprechenden Link in der oberen Navigation oder direkt hier findet ihr den Film wahlweise als Stream oder aber als 200 MB große .mp4-Datei zum Download.
Eine Version in der originalen DV-Auflösung ist auch nach wie vor geplant, wird aber aufgrund des Datenvolumens von uns derzeit noch optimiert.
Vor exakt fünf Jahren haben wir den Startschuss zu diesem Projekt gegeben und nun, heute, endlich, erblickt der Film das Licht der Welt – jedenfalls der vernetzten Welt. Auf DVD ist er ja schon eine Weile zu haben.
Teilt uns doch mit, wie euch der Film gefällt. Ist ja jetzt auch schon wieder Jahre her, dass wir ihn fertig gestellt haben, aber das heißt ja nicht, dass uns Feedback nicht noch immer sehr interessiert.
Der Titel sagt es schon: Es gibt mal wieder was zu sehen!
Ein Tipp noch dazu: Wenn ihr das obige Video anklickt, bekommt ihr die YouTube-Maske. Dort könnt ihr unter dem Video mittels Link eine Version in „hoher Qualität“ aufrufen.
Das lohnt sich!
Die heutige Tour zu Wegen, Filme zu beginnen, ist kurz und schmerzlos, aber für den einen oder anderen eben doch noch neu.
Man setzt sich ins Kino, die Dudelmusik endet, das Licht wird dunkel und man guckt Werbung. Dann kommt ein unmotiviertes Eisverkäufer (ich hab es ein Mal erlebt, da kam der sogar ohne Eis und fragte, wörtlich, „Ihr wollt doch alle kein Eis, oder?“) und dann geht der Film los. Ist immer so. Ist immer so gewesen?
Mitnichten.
Gerade in den Zeiten des Monumentalfilms kamen Filme häufig mit Ouvertüren daher. Das waren große Musikkompositionen, die einem Film oftmals nur mit sporadischen Bildern vorausgingen und so gewissermaßen in das Epos selbst einführten.
Gerade viele der Klassiker aus der Zeit, also „Vom Winde verweht“, „Ben Hur“, „Spartakus“ oder auch „Doctor Schiwago“ und später noch „2001“ hatten nennenswerte Ouvertüren.
Die letzten noch im Zuge dieser Bewegung gesetzten Ouvertüren waren 1979 die vor dem ersten „Star Trek“-Film sowie vor Disneys „Das schwarze Loch“. Im aktuellen Jahrzehnt haben gerade mal zwei bekannte Filme noch auf dieses Mittel zurückgegriffen – „Dancer in the Dark“ von 2000 und die Director’s Cut-Fassung von „Kingdom of Heaven“.
Für die meisten Video- und DVD-Releases werden diese Ouvertüren, genauso wie die den Film teilenden sogenannten „Entr’acte“ (heute oft „Intermission“ genannt) sowie entsprechende Passagen am Ende des Films, nachträglich entfernt. Einzig einige löbliche Ausnahmen sind vor allem im Monumental-Bereich zu beobachten.
Und da YouTube ja alles hat, präsentiere ich mit Vergnügen die schöne Ouvertüre aus „Ben Hur“:
Nur ganz kurz was von der Heuler-Front: Dr. Fu Man Chu lebt!
Was es genau damit auf sich hat, erzähle ich, wenn die Vorspann-Reihe durch ist, zu der ich ja gestern erst den neuesten Beitrag postete. Aber bis dahin, von Ralf geschaffen:
Entgegen erster Befürchtungen doch recht pünktlich wollen wir auch heute wieder einen weiteren Blick auf die Welt der Vorspann-Gestaltung werfen.
Eine ebenfalls immer beliebter werdende Variante ist es, die Credits in den Film einzublenden, und zwar nicht nut einkopiert, sondern regelrecht eingebettet zu inszenieren. Ein wunderschönes Beispiel für diese Technik, weil es so subtil geschieht, ist Tim Burtons „Sleepy Hollow“.
Einfach mal genau auf den Text achten. Einerseits ist er klar in einer Ebene über dem Bild inszeniert, andererseits rieseln die Buchstaben bisweilen mit dem Herbstlaub herab, spiegeln sich im Wasser oder zeigen andere Interaktion mit der eigentlichen Bildebene. Wunderschön.
Im nachfolgenden Link leider nicht ganz so schön, weil YouTube das Video derzeit nicht mit der originalen Musik anzubieten weiß. Aber gut, man kann nicht alles haben. Die Bilder sind hier wichtiger.
Oder aber, der Vorspann ist optisch schon Teil des gefilmten Materials, wird aber symbolischer Verwendet. Der Vorspann von David Finchers „Panic Room“ ist auf den ersten Blick etwas irritierend. Klar, die an den Hausfronten arrangierten Schriftzüge sind an sich eine schöne optische Spielerei – doch auf einer Metaebene (http://de.wikipedia.org/wiki/Metaebene) weiß der Vorspann noch ganz anders zu punkten. Denn der gesamte Film, so klaustrophobisch er insgesamt und im Gegensatz zum Vorspann ist, dreht sich um Räume und räumliche Verteilungen sowie die Bewegungen im Raum. Das ist Thema des Films – und das ist Thema des Vorspannns.
Wo wir schon bei Fincher sind: Auch der Vorspann von „Fight Club“ wählt einen spannenden Weg. Es beginnt gewissermaßen im Hirn des Protagonisten und arbeitet sich seinen Weg durch seine Synapsen heraus in den Alltag.
Das bietet einerseits Gelegenheit, eine echt tolle Spezialeffekte-Show abzuliefern und zieht den Zuschauer gewissermaßen ungebremst in das Geschehen, da der Übergang von den Credits zur Handlung ohne Schnitt erfolgt (umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass der Film selber einige sehr harte Schnitte und Sprünge hat). Aber auch ansonsten ist diese Sequenz wieder ganz Fincher-typisch sehr vielsagend.
Soviel für heute über Filme, wo Vorspann und Hauptfilm nahtlos ineinander übergehen. Das ist insgesamt eine eher moderne Technik (mit Ausnahmen, klar). Kommendes Mal schauen wir uns dagegen mal ein Stilelement an, das es heute eigentlich gar nicht mehr gibt.
Neugierig?
Mehr dazu dann kommendes Update!