Wie versprochen folgt heute hier eine ganz besondere Leseempfehlung: Mein zweites Buch ist nämlich erschienen. Der Titel: Einfach Filme machen. Einfach Filme machen ist eine 260 Seiten lange Fibel für jeden, der Lust hat, sich in die Gefilde des NoBudget-Films zu wagen. Das Buch behandelt mit den drei traditionellen Produktionsphasen Vorproduktion, Produktion und Postproduktion sowie dem Themenfeld ‘Vermarktung’ wirklich alle Schritte, die ein Film von der allerersten Idee bis zur fertigen DVD, dem Upload bei Youtube und was auch immer durchlaufen wird.
Die Kapitel sind dabei alle so geschrieben, dass man sie gut für sich lesen kann. Allerdings ist es mit dem Buch genauso möglich, es von Deckel zu Deckel zu lesen und einfach 260 Seiten durch die Welt des Films zu wandern.
Das Buch greift zwar auf einige wenige Illustrationen und vereinzelte Texte aus diesem Blog hier zurück, geht aber deutlich über eine reine Reproduktion hinaus. Jedes Thema wird so umfangreich wie nötig behandelt und zahlreiche Testleser mit großer Erfahrung in den einzelnen Gebieten haben geholfen, das Buch so nah wie möglich an die Praxis zu bringen.
Einfach Filme machen ist im Softcover erschienen und umfasst, wie gesagt, 260 Seiten, sieben davon in Farbe. Zahlreiche Abbildungen illustrieren überall dort, wo es relevant ist, noch weiter die Konzeptionen, die im Text erläutert werden und/oder dienen als Beispiele aus unserem Filmfundus bei Eifelarea für allgemeine Prinzipien.
Zusätzlich zu den Inhalten im Buch wird es auf meiner privaten Webseite noch einige ergänzende Downloads geben, die sicherlich auch abseits des Buches ganz spannend sein dürften.
Das Buch wandert für 18,95 Euro über die Ladentheke – nicht geschenkt, aber ich persönlich halte es für einen sehr fairen Preis. Auch, aber nicht nur, gemessen am reinen, inhaltlichen Umfang des Buches.
Wen ich überzeugen konnte, der kann jetzt direkt bei Amazon zuschlagen.
Wer noch unsicher ist, den überzeugt vielleicht ein Blick ins Buch auf der selben Seite.
Ich habe über drei Jahre an diesem Buch gearbeitet. Ich hoffe, ihr kommt wie ich zu dem Ergebnis, dass es das wert war!
Das hat hier ja mal wieder lange genug gedauert, aber hier ist er, der versprochene Artikel zur Wirkungsweise von Trailern.
Wie ich schon das letzte Mal andeutete, operieren Trailer vor allem auf Basis von Annahmen und suggerierten Vermutungen. Das erreichen sie durch ausdrucksstarke Bilder – manchmal sogar gerade deshalb ausdrucksstark, weil sie aus ihrem Kontext gerissen wurden – und Musik.
Wie mächtig das ist, zeigt ein Trailer, der mittlerweile auch ohne dieses Blog viel die Runde gemacht hat, aber dennoch sehenswert ist:
Schauen wir einmal: Warum funktioniert das so gut? Am Ausgangsmaterial kann es ja nicht liegen, denn „The Shining“ ist einfach nicht so ein Film, wie der Trailer es nahe legt.
Zum Einen ist da die Musik, die nicht nur bestimmte Genre-Klischees bedient, sondern auch einfach einfach Gefühl von Frieden und Sicherheit bietet, das schon richtiggehend ein Gegensatz zu dem steht, was man im Film wirklich vorfindet.
Eine ganz zentrale Bedeutung haben aber natürlich auch die Slogans des Trailers. Die Art wie er vertont ist – unbeschwert, nicht zu dramatisch, gar nicht düster – transportieren ebenfalls ganz stark eine Erwartungshaltung an den Film. Mit sehr wenigen Worten werden Figuren charakterisiert und damit ebenfalls in ein ganz bestimmtes Licht gerückt. Seinfeld hat die Off-Kommentare amerikanischer Trailer mal wundervoll auf die Schippe genommen, aber damit auch viel Wahres gesagt.
Spannend daran ist: Echte Trailer operieren ganz exakt genauso.
Wenn man sich mal den Trailer zu einem aktuellen Familien-/Komödien-/Liebesfilm anschaut, da ist der Aufbau im Grunde genau identisch. Und am Ende glaubt man, eine Idee zu haben, wie der Film funktioniert und was einen erwartet, wenn man ins Kino geht. Würde man den Film schon kennen, würden die meisten Leute vermutlich nicht ins Kino gehen. Aber da sie glauben erkennen zu können, dass der Filme die eine oder andere Erwartungshaltung erfüllen wird, gehen sie dann. Es ist unbekannt, aber es ist nicht undurchschaubar.
Und mehr werde ich heute dich nicht lehren, junger Padawan.
Willkommen zur letzten Runde von „pars pro toto“. Wir hatten es in der Bild- und der Szenengestaltung – doch man kann noch einen Schritt weiter gehen und es komplett als erzählendes Mittel nehmen.
Reden wir nicht lange um den heißen Brei, ein Beispiel: Stellen wir uns einen Film vor, der irgendeinen Regime-Umsturz inszeniert. Wir sehen marschierende Truppen, sehen vielleicht ein, zwei bekannte Gesichter aus dem Widerstand fallen, dunkle Musik und vermutlich viel sinnbildliche Eindrücke. Es wird nicht erzählt, oder erklärt, was genau passiert, aber die Zusammenstellung der Bilder und ihr Arrangement transportieren dem Zuschauer alle Informationen, die er braucht, um trotzdem die richtige Idee zu bekommen.
Bemerkt? Im Endeffekt ist das, wovon ich hier rede, eine Montage. Also eine sinngebende Zusammenstellung von Sinneseindrücken, die aus ihrem größeren Kontext herausgenommen worden sind – und damit eben auch „pars pro toto“ sind.
Eine klassische Form der Montage findet man oft in Action-Filmen, wo sie entweder Reise- oder Vorbereitungsszenen darstellen. Ganz klassisch ist da etwa die wundervolle Sequenz in Rocky 4, in der neben der Kernbotschaft „Beide Boxer trainieren wie die Blöden“ auch noch ganz klar ein Statement gemacht wird, wer hier der Gute ist. Rocky trainiert „down to earth“, am Boden der Tatsachen, der böse Russe dagegen wird mit Drogen und einer Art Trainingsindustrie in Form gebracht. Achtet auch mal auf die Jesus-Symbolik, wenn Rocky im Schnee einsinkt – unbezahlbar!
Ebenfalls klassisch ist die „Jetzt sind sie verliebt“-Sequenz, in der turtelnde Leute zu schnulziger Popmusik in Zeitlupe an Stränden entlang laufen. Ich erspare mir jetzt mal, dafür bei YouTube ein Beispiel zu suchen – phantastisch parodiert wurde das Mittel übrigens in einem der „Nackte Kanone“-Filme.
Wichtiger zu illustrieren allerdings ist mir noch, dass solche Kollagen auch durchaus komplexere Abläufe illustrieren können. „V for Vendetta“, die Verfilmung des gleichnamigen Comics von Alan Moore, bietet beispielsweise eine wundervolle Montage-Sequenz, die in diesem Kontext mehr sagt als tausend Worte.
Eine Sonderform dieser Kollagen ist übrigens der Trailer, der streng genommen auch nach dem gleichen Prinzip operiert. Grund genug, kommendes Mal einfach mal ganz unbefangen einen Blick auf die Manipulationswirkung von Trailer-Montagen zu werfen. Da habe ich ein sehr schönes Beispiel für.
Nicht nur innerhalb einer Bildfolge, sondern auch innerhalb einer Szene (im Sinne einer geschlossenen, erzählerischen Einheit) kann man das vergangenes Mal schon vorgestellte „pars pro toto“ nutzen.
Zur Erinnerung: Ein „pars pro toto“ ist ein Gestaltungselement, dass ein Teil zeigt, um sein Ganzes zu suggerieren und den Zuschauer so besser einzufangen, da er eben selber nachdenken muss.
Traditionelle Beispiele für szenische Verwendungen der Methode findet man beispielsweise oft da, wo Leute in Stadien sitzen. Zwei Leute unterhalten sich auf der Tribüne, was die eigentliche Szene bildet, aber immer wieder werden kurze, kaum Sekunden umfassende Einspieler gemacht. Füße, die Bälle treten, etwa. Oder aber galoppierende Pferde, rasende Autos. Der Zuschauer folgt dem Spiel nicht aktiv, es hat auch am Set nie ein wirkliches Match gegeben. Aber diese Variationen von Impressionen direkt aus dem Spiel erzeugen dennoch den Eindruck, dass dort ein Sport-Event parallel stattfindet.
Eine andere, mögliche Nutzart ist weniger realistisch, sondern strikt erzählend. Beispiel „Spaced“: In der britischen Sitcom mit „Shaun of the Dead“-Star Simon Pegg (Pflichtserie, meiner Meinung nach, gerade auch, was gute Kameraarbeit betrifft) werden immer mal wieder Bilder von Playstation-Spielen eingespielt. Ein Streitgespräch mit seiner Mitbewohnerin Daisy wird von einem Tekken-Match illustriert und als er einmal frustriert ist, zieht er los, Lara Croft zu ertränken.
Immer wieder werden kurze Schnipsel aus dem Spiel in die Bildfolge geworfen und unterstreichen so weiter die erzählerische Absicht der ganzen Szene.
Doch es gibt noch eine dritte Variante, etwas mit einem „pars pro toto“ anzufangen – und auf die komme ich dann wieder in fünf Tagen zu sprechen.
Dies ist der erste von insgesamt drei Beiträgen, die sich mit dem Thema „pars pro toto“ befassen. Das rührt in dieser Form einfach daher, dass dieser Begriff, der vor allem aus der Literaturwissenschaft stammt, im Grunde für drei verwandte, aber doch unterschiedliche Themenfelder bei Film verwendet wird.
„pars pro toto“, das ist Latein und meint, frei übersetzt, „einen Teil für das Ganze“. Es geht also darum, nur ein bestimmtes Element zu inszenieren und damit dem Zuschauer den Rest zu suggerieren. Das funktioniert deshalb so gut, weil der selber nachdenken muss, weil sein Verstand beginnt, Lücken zu füllen. Das Tolle daran, wenn der Verstand das übernimmt, ist nicht zuletzt, dass er das immer wohlmeinend tut. Das heißt: Was wir uns denken ist in der Regel besser als alles, was man uns zeigen könnte.
Darum sind Bücher beispielsweise auch oftmals besser darin, den Leser in die Handlung zu ziehen – die Optik ist dabei dann ganz ihm überlassen.
Wie aber nun nutzt man so ein „pars pro toto“?
Eine Möglichkeit ist die Verwendung in der Bildsprache, in der Bildgestaltung. Ein Beispiel dazu kennt jeder: Am Anfang von „Rückkehr der Jedi-Ritter“ tritt Darth Vader theatralisch die Rampe des Shuttles herunter, doch sieht man zunächst nur seine Füße. Jeder, der die ersten beiden Filme gesehen hatte, wusste, wer das ist. Die Szenerie, die Musik und nicht zuletzt einfach die „Kleidung“ machten das sofort klar. Aber man sah es eben nicht direkt. Man ahnte es zuerst.
Natürlich ist es eigentlich nicht das beste Beispiel, das man finden kann, immerhin schwenkt die Kamera noch in der selben Einstellung nach oben – aber es ist griffig und vermittelt die Idee durchaus recht gut.
Abzugrenzen ist dies übrigens von einer generischen Detailaufnahme. Wenn eine Figur ein Foto betrachtet und dann eine sehr nahe Aufnahme des Fotos erfolgt, ist dies kein „pars pro toto“. Wirf die Person aber einen Stapel Fotos ins Feuer und man sieht danach die Ecke eines einzelnen Fotos Blasen werfen und vergehen, dann schon.
Warum? Weil bei der einfach Betrachtung kein Akt der Suggestion vorliegt, bei dem zweiten aber schon – das eine Foto steht sinnbildlich für alle geworfenen Fotos und man muss nicht alle schwelen und vergehen sehen, um zu wissen, dass sie nun nicht mehr sind.
Kommendes Mal, in fünf Tagen denke ich, erweitern wir dann den Fokus etwas und schauen, wie ein „pars pro toto“ auf eine ganze Szene gesehen aussehen kann.
Vergangene Woche habe ich tatsächlich das erste Mal auch selbst mit HDV gearbeitet. Nur indirekt, da ich als Tonassistent am Set von Matthias’ Abschlussfilm war, aber man kriegt ja doch das eine oder andere mit. Da sind, zunächst mal, einige Nachteile zu beobachten. So zeichnet HDV zwar im Grunde auf das gleiche Medium auf wie das normale DV-Material, doch aufgrund der Beschaffenheit des Materials wird dringend zu expliziten HDV-Bändern geraten, da die ungünstigere Körnung der normalen Bändern zu Problemen führen kann. Und HDV-Bänder sind teurer. Ebenso war halt zu bemerken, was ich jüngst schon schrieb: Man muss weitaus mehr auf jedes noch so kleine Detail achten, denn die Kamera sieht alles.
Vorteile sind natürlich, wie schon gesagt, das gute, groß aufgelöste Bild, das weit freudiger jedes Detail abbildet. Wobei auch die Kamera, die wir dort zur Verfügung hatten, keine vollen 1080p, sondern allenfalls 1080i aufzeichnen konnte.
Insofern muss ich, gerade im Hinblick auf unser Zielmedium „DVD und Internet“ klar sagen, dass ich nach wie vor derzeit dem DV-Format dem Vorzug geben würde. Es gibt eine Reihe von Faktoren, die eine gute Kamera ausmachen, etwa gut zugängliche Bedienelemente, eine stabile Verarbeitung, eine möglichst immense Lichtausbeute, mehrere CCDs und ein nicht zu niedriges Eigengewicht. Da ist HD eher sekundär.
Die Kamera, mit der wir gefilmt haben, liegt so in der Preisklasse zwischen 1.000 und 2.000 Euro. Das ist mehr als man mal eben entlang des Weges ausgeben kann. Aber vermutlich findet man dort einen ganz guten Kompromiss, denn die meisten guten HDV-Kameras können auch DV aufzeichnen und greift man dort dann zu einer ansonsten guten Kamera, so hat man ein exzellentes Aufnahmegerät, das man zumindest zur Not auch immer mal auf das höher aufgelöste Bild umschalten kann, wenn es sinnvoll erscheint.
Aber gerade wer weniger Geld ausgeben möchte, der kriegt für kleinere Summen mittlerweile auch exzellente DV-Kameras, mit denen man vermutlich insgesamt besser fährt, als mit einer günstigen HD-Kamera.
Wir werden jedenfalls sowohl die Trilogie des Fu Man Chu als auch unser darauf folgendes Projekt wohl noch in SD drehen. Wenn wir dann Ende 2010 vielleicht an Das Kreuz gehen, dann können wir ja mal schauen, wie der Markt bis dahin aussieht. Anderthalb Jahre sind viel Zeit.
Aber bis dahin schwören wir erst mal weiter auf SD.
Letztes Mal waren wir bei den Vorzügen von HD, heute kommen wir demnach dann zu den Nachteilen, denn derer gibt es auch eine ganze Menge.
Ganz zu Beginn steht der Dateiumfang. Wer fünf Mal mehr Bildinformationen möchte, der muss auch mit einem Vielfachen an Speicherbedarf rechnen. Ich sage bewusst nicht „einem Fünffachen an Speicherbedarf“, weil zusätzlich zu dem größeren Bild auch noch entsprechende Kompressionsverfahren zu Buche schlagen. Mit den rapide fallenden Preisen für Festplatten und neuen Techniklösungen wie eSATA ist das zwar ein schrumpfendes Problem, aber es bleibt eines.
Das gleiche Problem, was langfristig die Lagerung betrifft, betrifft aber auch kurzfristig die Bearbeitung. Mehr Bild bedeutet mehr Speicherbedarf, die Notwendigkeit von mehr RAM und mehr Prozessorleistung – kurzum, ein Rechner, der DV noch in Echtzeit verarbeiten kann, kommt gegebenenfalls bei HD-Material sehr schnell ordentlich ans Ächzen. Das relativiert auch den Vorteil bei den Spezialeffekten, den ich das letzte Mal erwähnte, schnell wieder – fünf Mal mehr Bild heißt auch fünf Mal mehr Fläche, auf die der Effekt berechnet werden muss. Und einmal mehr: Mehr Festplattenbedarf, mehr Arbeitsspeicher-Bedarf und insgesamt ein größerer Ressourcenhunger.
Aber damit sind wir schon einen Schritt weiter als nötig, die Probleme fangen schon beim Aufnahme-Equipment an. Der Preis einer guten HD-Kamera kann gut und gerne beim zehnfachen einer SD-Kamera liegen. Zwar kriegt man auch durchaus etwas für sein Geld geboten, aber es muss dennoch erst mal da sein.
Vor allem, da nicht jede Kamera, die HD verspricht, auch HD liefert. Entweder sie zeichnet nur HDReady-haft das Bild auf, oder aber sie kann die vollste Auflösung nicht progressiv oder durch Interpolation erreichen. Oder aber, es trägt noch skurrilere Blüten: Die Canon 500D, eine neu vorgestellte digitale Spiegelreflexkamera mit der Möglichkeit, auch in HD Film aufzuzeichnen, filmt zwar 720p bei 30 Bildern pro Sekunde (nicht perfekt, aber damit könnte man fast noch arbeiten) und 1080p bei – Obacht – 20 Bildern pro Sekunde! Das ist dann einfach nur Quatsch…
Hat man den Film gefilmt und bearbeitet, so muss man ihn auch noch auf etwas ausgeben. Die BluRay hat das Rennen um das Nachfolgeformat gegen die HD-DVD gewonnen (und muss jetzt „nur“ noch gegen DVD das Rennen um die Wohnzimmer gewinnen), insofern ist wenigstens diese Wahl getroffen. Aber nicht nur, dass die BD im Laufe ihrer Zeit noch manchen Wandel durchmachen wird, auch der jetzige Preis pro Rohling und generelle Aufwand – wer hat schon einen BD-Brenner? – machen einem das Leben da schwer.
Ist die BD einmal gebrannt, dann steht nur noch eine letzte Hürde: Am anderen Ende muss auch noch ein BD-Player mit entsprechendem Fernseher stehen. Denn der ganze zuvor genannte Aufwand nützt nichts, wenn der Film entweder gar nicht erst läuft, oder aber dann doch nur auf einer PAL-Röhre flimmert.
Und unser persönliches Fazit aus den Argumenten heraus?
Das verrate ich euch das nächste Mal…
Zunächst einmal, man kommt nicht umhin das zu bemerkten, sieht ein HD-Bild einfach besser aus. Selbst wenn man ein ursprünglich in HD gefilmtes Bild letztlich doch für die Endauswertung wieder auf PAL herunter skaliert, sieht es unter Umständen besser aus, als das Bild einer durchschnittlichen DV-Kamera, obwohl die endgültige Auflösung gleich ist (wobei, das muss man ergänzen, eine wirklich gute SD-Kamera mindestens vergleichbare Bilder produziert).
Wer letztlich das Bild in HD verwenden möchte, der hat ohnehin keine Alternative, denn auch wenn es rein prinzipiell die Technik des ‘upscaling’ gibt, bei der das Bild quasi auf die neue Auflösung aufgepumpt wird, so ist das Ergebnis in der Regel doch mehr als bescheiden. Es greift, wie leider so oft bei derartigen Operationen, der unnachgiebige Grundsatz, dass da, wo nichts ist, auch nichts gefunden werden kann. Rein rechnerisch muss ein SD-Pixel, wird er auf FullHD hochgeschoben, für etwa fünf neue Pixel gerade stehen – dass das Ergebnis nicht sonderlich schön ist, ist klar.
Wer also HD will, muss schon HD filmen.
Aber es gibt noch einen anderen Grund: Wer mit Effekten arbeitet, wird die Arbeit mit einem anderen Format als DV sehr schnell zu schätzen wissen. Neben den hier bereits früher mal angerissenen Problemen mit der Farbkompression hat man bei einem größeren Bild auch einfach mehr Ansatzpunkte. Will man etwa Bewegungen verfolgen und braucht dafür einen visuellen Ankerpunkt („tracking marker“ sagt der Fachmann), so ist die Chance, dass der sich bei einem gestochen scharfen Bild mit fast zwei Millionen Bildpunkten sauber berechnen lässt, als bei der herkömmlichen Auflösung.
Aber in dem Kontext kann ich auch einfach andere Leute sprechen lassen. „RVD2″ ist ein Star Wars-Fanfilm, auf den ich, wenn mir mit HD durch sind, auch noch eingehen werde. Es gibt dazu eine käuflich zu erwerbende Making-Of-DVD und zu der wiederum einen Clip zu den Spezialeffekten gratis im Netz. Und der, um diese lange Kausalkette zu beenden, veranschaulicht auch sehr gekonnt, warum die Effekte, die sie gemacht haben, nur dank HD so schön wurden, wie man es dort sieht.
Den Clip gibt es ganz problemlos bei Youtube.
Lange herrschte jetzt hier Funkstille, gerade in den kreativen Fragen. Zumindest kurzfristig will ich das hier mal ändern. Kurzfristig deshalb, weil der geneigte Autor, also ich, Mitte April umziehen wird und ich in der Zeit vermutlich nicht viel zum schreiben komme. Aber bis dahin habe ich auf jeden Fall noch ein spannendes Thema dabei: HD-Auflösungen.
Fangen wir mal an und werfen ein paar ziellose Zahlen durch den Raum. Ein normales PAL-Bild hat eine Auflösung von 768×576, eines in NTSC liegt bei 720×480 Pixeln. HDReady liegt bei 1280×720 Pixeln, FullHD sogar bei monströsen 1920×1080 Pixeln.
Zum Vergleich: Sehr viele Monitore laufen nach wie vor in 1024×768, viele HD-Schirme auch in 1440×900. Das heißt, ganz klar, dass ein FullHD-Bild sogar mehr Informationen bietet als sehr viele handelsübliche PCs das tun werden. Mehr noch, ein FullHD-Bild hat insgesamt anderthalb Millionen (!) Bildpunkte mehr als das, was ein normaler Fernseher (oder etwa eine DVD) so darstellt.
Damit man sich das einmal vorstellen kann: In der Wikipedia gibt es ein schönes Schaubild, auf dem man den Vergleich sehr anschaulich dargeboten bekommt.
Toll!
Oder?
Es gibt eine Menge Gründe, die für HD sprechen könnten; andererseits gibt es auch einen ganzen Satz Gründe, die dagegen sprechen. Was läge also näher, das jetzt einmal in den kommenden Postings näher zu zerlegen.
Morgen geht es dann direkt los mit den Pro-Gründen…
Frohes Neues Jahr zusammen!
Wir haben uns, wie man wohl merkt, noch ein paar Tage Auszeit gegönnt um ins neue Jahr zukommen. Aber jetzt, wo ich mangelndem Räumen der gefrorenen Straßen in Aachen sei Dank, hier nun mit einer Bänderdehnung im rechten Knie sitze, dachte ich, warum nicht mal produktiv sein…
Ich hatte in meinem letzten Post 2008 noch eine besuchenswerte Webseite angekündigt und genau um die soll es heute gehen: Die Webseite der LAG Jugend und Film Schleswig-Holstein.
LAG, das steht für Landesarbeitsgemeinschaft und versteht sich als die „jüngste Filmförderung in Deutschland“. Anders als andere Filmförderungen zeichnet die LAG vor allem ein sehr, sehr familiärer Umgang und offener Ton aus. Neben praktischen Seminaren für Jugendliche und filmanalytischen Fortbildungen für Lehrkräfte bemüht sich die die Gemeinschaft auch, Filminteressierte zu vernetzen.
Zwar haben wir persönlich auch sehr gute Erfahrungen mit der Filmförderung NRW gemacht, aber schon ein Blick auf die Webseite zeigt, dass die LAG Jugend und Film Schleswig-Holstein eine andere Art von Anlaufstelle ist.
Neben der obligatorischen Beschreibung von Institution und Mitwirkenden findet man unter http://www.lag-film-sh.de/ beispielsweise Informationen über den von der LAG mitorganisierten Landes-Jugend-Video-Wettbewerb sowie das Programm „Kino on Tour“, bei dem Kinofilme nebst Technik und pädagogischer Hilfe an Schulen gebracht werden, um bereits dort Medienkompetenz vorzubauen.
Natürlich fördert die LAG auch, aber anders, als man das sonst kennt. Förderungsberechtigt sind Filmemacher aus Schleswig-Holstein, jedoch nur bis 27 Jahre, die einen Antrag auf 1.500 Euro Zuschuss/Startgeld für ihren Film beantragen können. Das ist natürlich ein ganz eigener Maßstab im Vergleich zu dem, was man sonst teilweise beantragen kann, aber es stellt damit auch perfekt eine Hilfe für Filmprojekte in grob dem Maßstab dar, den wir hier auch unterstützen. Sehr lobenswert.
Meine persönliches Highlight ist aber auch das Bereich „Forum“. Insbesondere der Unterbereich „Handwerk“ ist ein guter Anlaufpunkt für Leute auf der Suche nach Inspiration und bietet, anders viele der großen Foren professioneller Mediengestalter, eine freundlich, zugängliche und offene Hilfestellung, Tipps und Tricks.
Alles in allem ist ein Besuch bei der LAG Jugend und Film Schleswig-Holstein sicherlich nicht vergebens. Und wenn es nur dazu dient, die (soweit ich sie kenne) sicherlich familiärste und freundlichste Filmförderung der Bundesrepublik einmal näher kenne zu lernen.
Wer jung genug und aus Schleswig-Holstein ist, für den lohnt sich der Besuch natürlich vielleicht sogar besonders.
Entsprechend dieses Eintrags gibt es bei uns ab heute dann übrigens auch eine neue Rubrik – rechts in dem Menü gibt es nun auch den Punkt „Weitere lesenswerte Seiten“. Der wird mit der Zeit wachsen und bietet sicherlich gute Anlaufpunkte für jeden Interessierten.
Viele Grüße für heute, bis in einigen Tagen,
Thomas
PS: Ich denke, es ist auch so offenkundig, aber wir haben ein neues Design.
Ich hoffe es gefällt und, vor allem, dass es hilft, dieses nun ja doch schon sehr stark gewachsene Blog übersichtlich zu halten.