Eifelarea Film

Hinter den Kulissen deutscher NoBudget-Filmer

Archiv für die Kategorie ‘Fachchinesisch’

Pars pro toto in der Erzählung: Die Montage

Verfasst von Thomas Michalski am Juli 25, 2009

Hallo zusammen!

Willkommen zur letzten Runde von „pars pro toto“. Wir hatten es in der Bild- und der Szenengestaltung – doch man kann noch einen Schritt weiter gehen und es komplett als erzählendes Mittel nehmen.
Reden wir nicht lange um den heißen Brei, ein Beispiel: Stellen wir uns einen Film vor, der irgendeinen Regime-Umsturz inszeniert. Wir sehen marschierende Truppen, sehen vielleicht ein, zwei bekannte Gesichter aus dem Widerstand fallen, dunkle Musik und vermutlich viel sinnbildliche Eindrücke. Es wird nicht erzählt, oder erklärt, was genau passiert, aber die Zusammenstellung der Bilder und ihr Arrangement transportieren dem Zuschauer alle Informationen, die er braucht, um trotzdem die richtige Idee zu bekommen.

Bemerkt? Im Endeffekt ist das, wovon ich hier rede, eine Montage. Also eine sinngebende Zusammenstellung von Sinneseindrücken, die aus ihrem größeren Kontext herausgenommen worden sind – und damit eben auch „pars pro toto“ sind.

Eine klassische Form der Montage findet man oft in Action-Filmen, wo sie entweder Reise- oder Vorbereitungsszenen darstellen. Ganz klassisch ist da etwa die wundervolle Sequenz in Rocky 4, in der neben der Kernbotschaft „Beide Boxer trainieren wie die Blöden“ auch noch ganz klar ein Statement gemacht wird, wer hier der Gute ist. Rocky trainiert „down to earth“, am Boden der Tatsachen, der böse Russe dagegen wird mit Drogen und einer Art Trainingsindustrie in Form gebracht. Achtet auch mal auf die Jesus-Symbolik, wenn Rocky im Schnee einsinkt – unbezahlbar!

Ebenfalls klassisch ist die „Jetzt sind sie verliebt“-Sequenz, in der turtelnde Leute zu schnulziger Popmusik in Zeitlupe an Stränden entlang laufen. Ich erspare mir jetzt mal, dafür bei YouTube ein Beispiel zu suchen – phantastisch parodiert wurde das Mittel übrigens in einem der „Nackte Kanone“-Filme.

Wichtiger zu illustrieren allerdings ist mir noch, dass solche Kollagen auch durchaus komplexere Abläufe illustrieren können. „V for Vendetta“, die Verfilmung des gleichnamigen Comics von Alan Moore, bietet beispielsweise eine wundervolle Montage-Sequenz, die in diesem Kontext mehr sagt als tausend Worte.

Eine Sonderform dieser Kollagen ist übrigens der Trailer, der streng genommen auch nach dem gleichen Prinzip operiert. Grund genug, kommendes Mal einfach mal ganz unbefangen einen Blick auf die Manipulationswirkung von Trailer-Montagen zu werfen. Da habe ich ein sehr schönes Beispiel für.

Viele Grüße,
Thomas

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Pars pro Toto in der Szenengestaltung

Verfasst von Thomas Michalski am Juli 19, 2009

Morgen zusammen!

Nicht nur innerhalb einer Bildfolge, sondern auch innerhalb einer Szene (im Sinne einer geschlossenen, erzählerischen Einheit) kann man das vergangenes Mal schon vorgestellte „pars pro toto“ nutzen.
Zur Erinnerung: Ein „pars pro toto“ ist ein Gestaltungselement, dass ein Teil zeigt, um sein Ganzes zu suggerieren und den Zuschauer so besser einzufangen, da er eben selber nachdenken muss.

Traditionelle Beispiele für szenische Verwendungen der Methode findet man beispielsweise oft da, wo Leute in Stadien sitzen. Zwei Leute unterhalten sich auf der Tribüne, was die eigentliche Szene bildet, aber immer wieder werden kurze, kaum Sekunden umfassende Einspieler gemacht. Füße, die Bälle treten, etwa. Oder aber galoppierende Pferde, rasende Autos. Der Zuschauer folgt dem Spiel nicht aktiv, es hat auch am Set nie ein wirkliches Match gegeben. Aber diese Variationen von Impressionen direkt aus dem Spiel erzeugen dennoch den Eindruck, dass dort ein Sport-Event parallel stattfindet.

Eine andere, mögliche Nutzart ist weniger realistisch, sondern strikt erzählend. Beispiel „Spaced“: In der britischen Sitcom mit „Shaun of the Dead“-Star Simon Pegg (Pflichtserie, meiner Meinung nach, gerade auch, was gute Kameraarbeit betrifft) werden immer mal wieder Bilder von Playstation-Spielen eingespielt. Ein Streitgespräch mit seiner Mitbewohnerin Daisy wird von einem Tekken-Match illustriert und als er einmal frustriert ist, zieht er los, Lara Croft zu ertränken.
Immer wieder werden kurze Schnipsel aus dem Spiel in die Bildfolge geworfen und unterstreichen so weiter die erzählerische Absicht der ganzen Szene.

Doch es gibt noch eine dritte Variante, etwas mit einem „pars pro toto“ anzufangen – und auf die komme ich dann wieder in fünf Tagen zu sprechen.

Viele Grüße,
Thomas

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Pars pro Toto in der Bildgestaltung

Verfasst von Thomas Michalski am Juli 14, 2009

Hallo zusammen!

Dies ist der erste von insgesamt drei Beiträgen, die sich mit dem Thema „pars pro toto“ befassen. Das rührt in dieser Form einfach daher, dass dieser Begriff, der vor allem aus der Literaturwissenschaft stammt, im Grunde für drei verwandte, aber doch unterschiedliche Themenfelder bei Film verwendet wird.

„pars pro toto“, das ist Latein und meint, frei übersetzt, „einen Teil für das Ganze“. Es geht also darum, nur ein bestimmtes Element zu inszenieren und damit dem Zuschauer den Rest zu suggerieren. Das funktioniert deshalb so gut, weil der selber nachdenken muss, weil sein Verstand beginnt, Lücken zu füllen. Das Tolle daran, wenn der Verstand das übernimmt, ist nicht zuletzt, dass er das immer wohlmeinend tut. Das heißt: Was wir uns denken ist in der Regel besser als alles, was man uns zeigen könnte.
Darum sind Bücher beispielsweise auch oftmals besser darin, den Leser in die Handlung zu ziehen – die Optik ist dabei dann ganz ihm überlassen.

Wie aber nun nutzt man so ein „pars pro toto“?
Eine Möglichkeit ist die Verwendung in der Bildsprache, in der Bildgestaltung. Ein Beispiel dazu kennt jeder: Am Anfang von „Rückkehr der Jedi-Ritter“ tritt Darth Vader theatralisch die Rampe des Shuttles herunter, doch sieht man zunächst nur seine Füße. Jeder, der die ersten beiden Filme gesehen hatte, wusste, wer das ist. Die Szenerie, die Musik und nicht zuletzt einfach die „Kleidung“ machten das sofort klar. Aber man sah es eben nicht direkt. Man ahnte es zuerst.

Natürlich ist es eigentlich nicht das beste Beispiel, das man finden kann, immerhin schwenkt die Kamera noch in der selben Einstellung nach oben – aber es ist griffig und vermittelt die Idee durchaus recht gut.

Abzugrenzen ist dies übrigens von einer generischen Detailaufnahme. Wenn eine Figur ein Foto betrachtet und dann eine sehr nahe Aufnahme des Fotos erfolgt, ist dies kein „pars pro toto“. Wirf die Person aber einen Stapel Fotos ins Feuer und man sieht danach die Ecke eines einzelnen Fotos Blasen werfen und vergehen, dann schon.
Warum? Weil bei der einfach Betrachtung kein Akt der Suggestion vorliegt, bei dem zweiten aber schon – das eine Foto steht sinnbildlich für alle geworfenen Fotos und man muss nicht alle schwelen und vergehen sehen, um zu wissen, dass sie nun nicht mehr sind.

Kommendes Mal, in fünf Tagen denke ich, erweitern wir dann den Fokus etwas und schauen, wie ein „pars pro toto“ auf eine ganze Szene gesehen aussehen kann.

Viele Grüße,
Thomas

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HD ist voll doof, weil…

Verfasst von Thomas Michalski am April 5, 2009

Morgen zusammen!

Letztes Mal waren wir bei den Vorzügen von HD, heute kommen wir demnach dann zu den Nachteilen, denn derer gibt es auch eine ganze Menge.
Ganz zu Beginn steht der Dateiumfang. Wer fünf Mal mehr Bildinformationen möchte, der muss auch mit einem Vielfachen an Speicherbedarf rechnen. Ich sage bewusst nicht „einem Fünffachen an Speicherbedarf“, weil zusätzlich zu dem größeren Bild auch noch entsprechende Kompressionsverfahren zu Buche schlagen. Mit den rapide fallenden Preisen für Festplatten und neuen Techniklösungen wie eSATA ist das zwar ein schrumpfendes Problem, aber es bleibt eines.
Das gleiche Problem, was langfristig die Lagerung betrifft, betrifft aber auch kurzfristig die Bearbeitung. Mehr Bild bedeutet mehr Speicherbedarf, die Notwendigkeit von mehr RAM und mehr Prozessorleistung – kurzum, ein Rechner, der DV noch in Echtzeit verarbeiten kann, kommt gegebenenfalls bei HD-Material sehr schnell ordentlich ans Ächzen. Das relativiert auch den Vorteil bei den Spezialeffekten, den ich das letzte Mal erwähnte, schnell wieder – fünf Mal mehr Bild heißt auch fünf Mal mehr Fläche, auf die der Effekt berechnet werden muss. Und einmal mehr: Mehr Festplattenbedarf, mehr Arbeitsspeicher-Bedarf und insgesamt ein größerer Ressourcenhunger.

Aber damit sind wir schon einen Schritt weiter als nötig, die Probleme fangen schon beim Aufnahme-Equipment an. Der Preis einer guten HD-Kamera kann gut und gerne beim zehnfachen einer SD-Kamera liegen. Zwar kriegt man auch durchaus etwas für sein Geld geboten, aber es muss dennoch erst mal da sein.
Vor allem, da nicht jede Kamera, die HD verspricht, auch HD liefert. Entweder sie zeichnet nur HDReady-haft das Bild auf, oder aber sie kann die vollste Auflösung nicht progressiv oder durch Interpolation erreichen. Oder aber, es trägt noch skurrilere Blüten: Die Canon 500D, eine neu vorgestellte digitale Spiegelreflexkamera mit der Möglichkeit, auch in HD Film aufzuzeichnen, filmt zwar 720p bei 30 Bildern pro Sekunde (nicht perfekt, aber damit könnte man fast noch arbeiten) und 1080p bei – Obacht – 20 Bildern pro Sekunde! Das ist dann einfach nur Quatsch…

Hat man den Film gefilmt und bearbeitet, so muss man ihn auch noch auf etwas ausgeben. Die BluRay hat das Rennen um das Nachfolgeformat gegen die HD-DVD gewonnen (und muss jetzt „nur“ noch gegen DVD das Rennen um die Wohnzimmer gewinnen), insofern ist wenigstens diese Wahl getroffen. Aber nicht nur, dass die BD im Laufe ihrer Zeit noch manchen Wandel durchmachen wird, auch der jetzige Preis pro Rohling und generelle Aufwand – wer hat schon einen BD-Brenner? – machen einem das Leben da schwer.
Ist die BD einmal gebrannt, dann steht nur noch eine letzte Hürde: Am anderen Ende muss auch noch ein BD-Player mit entsprechendem Fernseher stehen. Denn der ganze zuvor genannte Aufwand nützt nichts, wenn der Film entweder gar nicht erst läuft, oder aber dann doch nur auf einer PAL-Röhre flimmert.

Und unser persönliches Fazit aus den Argumenten heraus?
Das verrate ich euch das nächste Mal…

Viele Grüße,
Thomas

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HD ist voll dufte, weil…

Verfasst von Thomas Michalski am März 29, 2009

Morgen zusammen!

Zunächst einmal, man kommt nicht umhin das zu bemerkten, sieht ein HD-Bild einfach besser aus. Selbst wenn man ein ursprünglich in HD gefilmtes Bild letztlich doch für die Endauswertung wieder auf PAL herunter skaliert, sieht es unter Umständen besser aus, als das Bild einer durchschnittlichen DV-Kamera, obwohl die endgültige Auflösung gleich ist (wobei, das muss man ergänzen, eine wirklich gute SD-Kamera mindestens vergleichbare Bilder produziert).
Wer letztlich das Bild in HD verwenden möchte, der hat ohnehin keine Alternative, denn auch wenn es rein prinzipiell die Technik des ‘upscaling’ gibt, bei der das Bild quasi auf die neue Auflösung aufgepumpt wird, so ist das Ergebnis in der Regel doch mehr als bescheiden. Es greift, wie leider so oft bei derartigen Operationen, der unnachgiebige Grundsatz, dass da, wo nichts ist, auch nichts gefunden werden kann. Rein rechnerisch muss ein SD-Pixel, wird er auf FullHD hochgeschoben, für etwa fünf neue Pixel gerade stehen – dass das Ergebnis nicht sonderlich schön ist, ist klar.
Wer also HD will, muss schon HD filmen.

Aber es gibt noch einen anderen Grund: Wer mit Effekten arbeitet, wird die Arbeit mit einem anderen Format als DV sehr schnell zu schätzen wissen. Neben den hier bereits früher mal angerissenen Problemen mit der Farbkompression hat man bei einem größeren Bild auch einfach mehr Ansatzpunkte. Will man etwa Bewegungen verfolgen und braucht dafür einen visuellen Ankerpunkt („tracking marker“ sagt der Fachmann), so ist die Chance, dass der sich bei einem gestochen scharfen Bild mit fast zwei Millionen Bildpunkten sauber berechnen lässt, als bei der herkömmlichen Auflösung.

Aber in dem Kontext kann ich auch einfach andere Leute sprechen lassen. „RVD2″ ist ein Star Wars-Fanfilm, auf den ich, wenn mir mit HD durch sind, auch noch eingehen werde. Es gibt dazu eine käuflich zu erwerbende Making-Of-DVD und zu der wiederum einen Clip zu den Spezialeffekten gratis im Netz. Und der, um diese lange Kausalkette zu beenden, veranschaulicht auch sehr gekonnt, warum die Effekte, die sie gemacht haben, nur dank HD so schön wurden, wie man es dort sieht.
Den Clip gibt es ganz problemlos bei Youtube.

Die Nachteile gibt es dann das kommende Mal…

Viele Grüße,
Thomas

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Sprechen wir mal hochauflösend

Verfasst von Thomas Michalski am März 28, 2009

Hallo zusammen!

Lange herrschte jetzt hier Funkstille, gerade in den kreativen Fragen. Zumindest kurzfristig will ich das hier mal ändern. Kurzfristig deshalb, weil der geneigte Autor, also ich, Mitte April umziehen wird und ich in der Zeit vermutlich nicht viel zum schreiben komme. Aber bis dahin habe ich auf jeden Fall noch ein spannendes Thema dabei: HD-Auflösungen.

Fangen wir mal an und werfen ein paar ziellose Zahlen durch den Raum. Ein normales PAL-Bild hat eine Auflösung von 768×576, eines in NTSC liegt bei 720×480 Pixeln. HDReady liegt bei 1280×720 Pixeln, FullHD sogar bei monströsen 1920×1080 Pixeln.
Zum Vergleich: Sehr viele Monitore laufen nach wie vor in 1024×768, viele HD-Schirme auch in 1440×900. Das heißt, ganz klar, dass ein FullHD-Bild sogar mehr Informationen bietet als sehr viele handelsübliche PCs das tun werden. Mehr noch, ein FullHD-Bild hat insgesamt anderthalb Millionen (!) Bildpunkte mehr als das, was ein normaler Fernseher (oder etwa eine DVD) so darstellt.

Damit man sich das einmal vorstellen kann: In der Wikipedia gibt es ein schönes Schaubild, auf dem man den Vergleich sehr anschaulich dargeboten bekommt.

Toll!
Oder?

Es gibt eine Menge Gründe, die für HD sprechen könnten; andererseits gibt es auch einen ganzen Satz Gründe, die dagegen sprechen. Was läge also näher, das jetzt einmal in den kommenden Postings näher zu zerlegen.

Morgen geht es dann direkt los mit den Pro-Gründen…

Viele Grüße,
Thomas

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Von Effekten und Non-Liniear-Edit-Software

Verfasst von Thomas Michalski am Dezember 10, 2008

Morgen zusammen!

Im Grunde spricht kaum etwas gegen die Verwendung einer NLE-Software, also etwa Final Cut oder Premiere, um Effekte zu arrangieren und zu montieren. Kaum etwas – aber ein Gegenargument gibt es, und das ist ein sehr zentrales Problem.

Anders als wirkliche Bearbeitungsprogramme wie „After Effects“ arbeiten eigentlich alle NLE-Systeme in Echtzeit. Das erfordert eine Menge Vorberechnung, damit angewendete Effekt-Pakete auch immer souverän abgespielt werden können und das wiederum bedarf einer gewissen Auslagerung. Auslagerungen brauchen Festplattenplatz und da ist ein unkomprimiertes Format natürlich ein Problem, da dort die Datenmengen wahrhaft explodieren würden.
Die meisten Programme legen ihre Zwischenstände als DV-Dateien ab, ein Format, von dem ich bereits zuvor erklärt habe, warum es in Sachen Kompression mit Vorsicht zu genießen ist (vgl. S. xx) und auf das ich gerade im kommenden Kapitel noch mal zu sprechen kommen werde.
Lädt man also sein Video als DV-Datei in das Programm, dann ist erst mal alles gut. Dann aber legt man den ersten Effekt darauf, es wird eine neue Vorschau angelegt, der DV-Kompressor jagt noch mal über die Datei und dann hat man „Echtzeit“. Folgen noch zwei weitere Effekte, dann folgen auch noch mal zwei Touren durch den DV-Kompressor.
Und exportiert man das Gesamtpaket dann nachher, dann geht es nicht nur durch den Kompressor, um eine Datei zu erzeugen, sondern verwendet dazu je nach Programm auch noch die bereits erstellen Vorschau-Dateien.

Man hat also mit einer möglichst brillanten DV-Datei sein Werk begonnen, doch nun zum Zeitpunkt des Exports ist diese Datei noch vier (4!) weitere Male zusammen gestaucht worden. Das hinterlässt immer Spuren.

So viel von unseren kurzen Tipps am Wegesrand, kommendes Mal wird es dann noch mal umfassender.

Bis dahin viele Grüße,
Thomas

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Fachjargon-Quickie: Farbtemperatur

Verfasst von Thomas Michalski am Dezember 5, 2008

Farbtemperatur, ein Wort, das hier dann und wann fiel ist ja schon ein seltsames Wort. Der Begriff, der zwei Dinge zu kombinieren scheint, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben, entleiht seinen Namen einem physischen Vorgang.

Es ist jetzt gar nicht mein Ziel, das hier bis ins letzten Detail zu erklären, aber um einen Ansatz zu liefern: Ausgangspunkt der Überlegung ist ein so genannter schwarzer Körper. Das ist, in der Thermodynamik, ein Körper, der alle einfallen Strahlungen unabhängig von der Wellenlänge absorbiert, demnach also komplett schwarz erscheint. Das heißt, es ist nicht nur ein Objekt von schwarzer Farbe, etwa ein Mantel, sondern er ist absolut schwarz, da von ihm kein Licht ausgeht.

Solche Körper müssen aber gemäß dem Satz, dass ein Körper, der stark absorbiert, auch stark strahlen muss, ihrerseits eine Strahlung aussenden. Und diese kann eine Lichtfarbe erhalten, wenn man den Körper nur auf die notwendige Temperatur erhitzt.

Gemerkt? Da war sie, die Brücke…
Die notwendige Temperatur wird in Kelvin angegeben. Einige Angaben zur Orientierung wären eine Kerze mit eine Farbtemperatur von 1500 K, eine Morgen- oder Abendsonne mit 5000 K oder ein bedeckter Himmel mit 6500 bis 7500 K.

Das ist natürlich vor allem ein theoretischer Wert.

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Weniger ist manchmal mehr – Title Cards

Verfasst von Thomas Michalski am August 10, 2008

Gute, tiefe Nacht zusammen!

Nachdem wir nun schon diverse Wege gesehen haben, wie man einen Film opulent starten kann, wollen wir heute mal das Gegenteil beleuchten.
Gerade im Fernsehen ist es bei Serien derzeit sehr angesagt, auf bisher sehr klassische Vorspann-Sequenzen zu Gunsten einer einzigen, kurzen Logoeinblendung zu verzichten. Derartige Logos heißen im Fachjargon „Title Cards.“

Eigentlich ist die Grundidee hinter dem Vorspann einer Fernsehserie sehr einleuchtend: Sie dient zu Erkennung und der Zuschauer, der zuschaltet, erkennt auf den ersten Blick, was genau er da gerade guckt/gucken wird.
Allerdings ist die Theorie anno 2008 auch eher grau (denn durch das schnellere Zapping des modernen Zuschauers ist die Chance, dass er den Vorspann verpasst, recht groß) und es gibt noch einen ganz anderen Faktor.
Fernsehen wird, en gros, durch Werbung finanziert. Werbung, die pro Lauflänge bezahlt wird. Eine Serie also, die statt 45 nur 15 Sekunden „Titel“ hat, hat 30 Sekunden mehr für Werbung. Was viel, viel Geld sein kann.
Eine Theorie, die sich nicht zuletzt darin widerspiegelt, dass die Fernsehserien mit kurzer Title Card vornehmlich von werbefinanzierten Sendern kommen (NBC, WB und damit CW etc.), wohingegen Pay-TV-Serien wie die vom Sender HBO nach wie vor einen langen Vorspann haben. Oder sogar richtig lang, wenn man sich etwa mal „Rom“ dahingehend beschaut.

Wer hat aber denn nun Title Cards?
„Lost“ zum Beispiel.

http://de.youtube.com/watch?v=nQDUtjwoaTY

Aber nicht immer fallen die Intro derart minimalistisch aus. Die Zeitanzeige von „24″ Beispielsweise ist ein richtig schön gemachter, visueller Effekt.


http://de.youtube.com/watch?v=Z64tIo3mgUw

Und manchmal spielen die Macher sogar auf diese wenigen Sekunden gerechnet mit dem Design und erzählen darin mehr, als es auf den ersten Blick verrät.
Beschaut man beispielsweise die Intros der bisherigen Staffeln von „Supernatural“, so erkennt man auch dort bereits, dass zur zweiten und dann zur dritten Staffel hin eindeutig gewisse Varianzen im Stil spürbar sind.


http://de.youtube.com/watch?v=eDW0yCNmF_Y

Soviel zum generell Thema „Title Cards“. Einige letzte Vorspann-Sonderfälle beschauen wir dann noch im kommenden Update, bevor unsere Beispiel-Tour durch die Welt der Beginne auch langsam abgeschlossen ist. Jedenfalls fast.

Viele Grüße,
Thomas

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Die Ouvertüre

Verfasst von Thomas Michalski am August 2, 2008

Guten Mittag zusammen!

Die heutige Tour zu Wegen, Filme zu beginnen, ist kurz und schmerzlos, aber für den einen oder anderen eben doch noch neu.
Man setzt sich ins Kino, die Dudelmusik endet, das Licht wird dunkel und man guckt Werbung. Dann kommt ein unmotiviertes Eisverkäufer (ich hab es ein Mal erlebt, da kam der sogar ohne Eis und fragte, wörtlich, „Ihr wollt doch alle kein Eis, oder?“) und dann geht der Film los. Ist immer so. Ist immer so gewesen?
Mitnichten.

Gerade in den Zeiten des Monumentalfilms kamen Filme häufig mit Ouvertüren daher. Das waren große Musikkompositionen, die einem Film oftmals nur mit sporadischen Bildern vorausgingen und so gewissermaßen in das Epos selbst einführten.
Gerade viele der Klassiker aus der Zeit, also „Vom Winde verweht“, „Ben Hur“, „Spartakus“ oder auch „Doctor Schiwago“ und später noch „2001“ hatten nennenswerte Ouvertüren.
Die letzten noch im Zuge dieser Bewegung gesetzten Ouvertüren waren 1979 die vor dem ersten „Star Trek“-Film sowie vor Disneys „Das schwarze Loch“. Im aktuellen Jahrzehnt haben gerade mal zwei bekannte Filme noch auf dieses Mittel zurückgegriffen – „Dancer in the Dark“ von 2000 und die Director’s Cut-Fassung von „Kingdom of Heaven“.

Für die meisten Video- und DVD-Releases werden diese Ouvertüren, genauso wie die den Film teilenden sogenannten „Entr’acte“ (heute oft „Intermission“ genannt) sowie entsprechende Passagen am Ende des Films, nachträglich entfernt. Einzig einige löbliche Ausnahmen sind vor allem im Monumental-Bereich zu beobachten.

Und da YouTube ja alles hat, präsentiere ich mit Vergnügen die schöne Ouvertüre aus „Ben Hur“:


http://de.youtube.com/watch?v=EdAVe1IvN2Y

Kommendes Mal wird es dann aber auch wieder moderner – versprochen ;)

Bis dahin viele Grüße,
Thomas

PS: Die englische Wiki hat eine ziemlich umfangreiche Übersicht über Filme mit Ouvertüre – der interessierte Leser schaut also hier weiter.

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