Drohnen

Hallo zusammen!

Vor einigen Jahren war es noch völlige Science Fiction, aber heute kann man sich nicht mehr sinnvoll mit dem Thema Film befassen, ohne nicht zumindest ein paar Worte zum Thema Drohnen verloren zu haben.
Ferngesteuerte Flugroboter wirken vom Konzept her futuristisch, sind heute aber ganz alltäglich – und warum auch nicht? Sie sind erschwinglich – wobei wir darauf gleich noch kommen – und öffnen selbst dem kleinsten Filmteam grundsätzlich ganz neue Optionen. Selbst ein Kamerakran ist letztlich dadurch eingeschränkt, wie weit er in die Höhe ragen kann, eine Drohne dagegen kann in der Theorie aus einer Portraitaufnahme heraus aufsteigen und am Ende den Blick über eine ganze, weite Landschaft eröffnen. Mehr noch – Aufnahmen, für die man früher einen Hubschrauber gebraucht hätte, von einer recht alltäglichen Luftaufnahme als einleitende Einstellung bis hin zu elaborierten Aufnahmen wie dem berühmten Anfang von „Shining“, in dem sich ein Auto einen schmalen Bergpass entlangschlängelt: Drohnen machen all dies plötzlich möglich. Allerdings nicht ohne Einschränkungen.

Es ist schon mancher Laie vom Himmel gefallen

Fangen wir mit dem einfachsten Teil an: Drohnen fliegen sich nicht von selbst. Teure Drohnen kommen mit einer Menge Features daher, um einem das Leben zu erleichtern – von der Auswertung der eigenen GPS-Positionsdaten, um automatisiert dem Wind zu trotzen und an Ort und Stelle zu bleiben bis hin zu Automatismen, die etwa verhindern sollen, dass man die eigene Drohne in einen Baum oder gegen eine Wand setzt –, aber auch dort ist es mit einer Lernkurve verbunden, will man schöne Bilder haben.
Das ist hier nicht anders als bei jedem anderen vorgestellten Stück Hilfsmittel: Ob Steadycam, Kamerakran oder auch einfach ein normales Stativ, nichts davon bedient sich von alleine. Ein klassischer und guter Ratschlag ist es daher, nicht gleich einen mittleren vierstelligen Betrag in eine professionelle Drohne zu stecken, sondern vielleicht erst mal eine wirkliche Spielzeugdrohne zu erwerben und damit zu üben. Der Verlust von 50 Euro tut deutlich weniger weh als der von 5.000 Euro …

Preise über den Wolken

Mit dem vorigen Satz sind auch grob die Dimensionen abgesteckt, auf die man sich preislich einstellen kann oder muss. Der Spaß fängt bei eingebauter Kamera bei etwa 80 bis 100 Euro an und geht dann schier unbegrenzt nach oben. Je mehr Geld man investiert, desto besser die Kamera an der Drohne, desto größer die Steuermöglichkeiten, desto länger hält der Akku. Man sollte sich im Vorfeld gut überlegen, was genau man eigentlich möchte; für eine einzelne Luftaufnahme am Drehort braucht es keine Drohne im Wert eines Kleinwagens; will man sie umgekehrt oft und für zentrale Einstellungen nutzen, will sich natürlich auch niemand den Film dadurch versauen, dass die Luftaufnahmen aussehen, als habe man sie mit einem zehn Jahre alten Handy gedreht.
Zuletzt gibt es natürlich immer die Möglichkeit, eine Drohne zu leihen – hier kommen aber zwei der vorigen Aspekte zusammen: Drohnen sind teuer, und wenn man nicht weiß, was man tut, auch unfallgefährdet. Ich persönlich fühle mich in solchen Situationen eigentlich immer wohler, wenn ich mein eigenes Eigentum vor die Wand setze, als das später mit Vermietung und Versicherung klären zu müssen.

Die Rechtslage

Zuletzt ein paar Worte zur Rechtslage, auch wenn es natürlich wie immer ein eher trockenes Feld ist. (Und wie immer gilt: Dies ist keine professionelle Rechtsberatung, sondern mein eigener Kenntnisstand als Orientierungshilfe für euch. Für alles weitere, helfen euch Anwälte und Vertreter eurer jeweiligen Stadt und Gemeinde verbindlicher weiter.)
Um es kurz zu machen: Drohnen bis 5 kg bedürfen keiner gesonderten Flugerlaubnis, Drohnen ab 5 kg brauchen hingegen eine Aufstiegserlaubnis, die kostenpflichtig von der Landesluftfahrtbehörde des jeweiligen Bundeslandes erteilt werden kann. Drohnen über 25 kg sind in Deutschland pauschal verboten.
Ebenso eine Aufstiegserlaubnis braucht, wer die Drohnenaufnahmen kommerziell nutzen will. In jedem Fall aber gilt eine maximale Flughöhe von 100 Metern, wobei dies je nach Bundesland noch strikter ausfallen kann. Befindet man sich in städtischen Regionen, fragt man zudem besser noch einmal nach, denn dort ist die Drohnennutzung ohne Genehmigung möglicherweise komplett untersagt. Sind Flughäfen in der Nähe, muss zudem von dort eine Genehmigung eingeholt werden.
Drohnen dürfen in Deutschland nur bei Sichtkontakt gesteuert werden. In der Praxis bedeutet dies, dass nach spätestens 200 Metern Entfernung Grenzen des Spielraums erreicht sind; auch das Umfliegen von Gebäuden oder dergleichen ist damit natürlich tabu.
Dass Trunkenheit am Steuer auch bei Drohnen raus ist, ist vermutlich klar.
Zuletzt: Die reguläre Haftpflichtversicherung zahlt beim Einsatz von Drohnen nicht, eine entsprechende Sonderversicherung ist insofern angeraten bzw., bei kommerzieller Nutzung, Pflicht.
Die Behinderung von Sicherheitskräften, das Stören von Löscharbeiten und andere derartige Eingriffe sollten sich meiner Meinung nach von selbst verbieten, sind aber natürlich auch rechtlich untersagt. Generell gilt, dass eine Drohne etwas ist, was man mit einem Mindestmaß an ethischem Feingefühl nutzen sollte, und wenn es nur darum geht, nicht willkürlich den Blick in fremde Gärten zu werfen.

Zusammengefasst

Drohnen sind cool und machen Dinge möglich, von denen man vor einigen Jahren im Privatbereich nur träumen konnte. Sich mit dem Thema zu befassen ist eigentlich in jedem Falle lohnend. Allerdings sind der Übungsbedarf, der Kostenfaktor und die strengen rechtlichen Auflagen alles Aspekte, die man im Vorfeld gut bedenken sollte.

Viele Grüße,
Thomas

Gut gefiltert

Hallo zusammen!

Auf die Kamera und damit auf die Objektive kommen wir hier ein anderes Mal zu sprechen, dennoch gibt es eine Baustelle, die vielleicht an dieser Stelle schon angegangen gehört. Wenn man schon loszieht und plant, was man neben der eigentlichen Kamera zum Einfangen des Filmes nutzen will, sind sogenannte Filter auch von Interesse. Filter meint hier aber nicht, wie bei Grafikprogrammen oder auch Foto-Apps auf dem Tablet üblich, ein Stück Software, sondern konkrete Aufsätze, die vorne auf das Objektiv geschraubt werden.

Einige davon sind heute nicht mehr so dringlich – früher etwa schraubte man teils farbige Filter vor die Kamera, zum Beispiel orange und blau, um eine Abendstimmung zu erzeugen. Das kann man heute auch noch machen, doch das sind Eingriffe, die zumindest im NoBudget-Bereich vermutlich am Computer besser aufgehoben sind.

Ein Objektiv mit aufgeschraubtem UV-Filter

Ein Objektiv mit aufgeschraubtem UV-Filter

Auch weitestgehend überholt sind sogenannte UV-Filter. Kamera-Sensoren erfassen ein größeres Lichtspektrum als das, was wir bewusst wahrnehmen können und dies wiederum führt zu Verfälschungen im Bild. Das Glas an modernen Objektiven ist jedoch heute oft schon ausreichend, um diesem Effekt vorzubeugen. Die meisten Filmer und Fotografen, die heute UV-Filter vor ihr Objektiv schrauben, tun dies vor allem, um eine zusätzliche Schutzschicht vor dem empfindlichen eigentlichen Glas zu haben – dafür taugen sie auch, nötig ist es aber nicht.

Das Konzept von ND-Filtern ist recht selbsterklärend, denke ich

Das Konzept von ND-Filtern ist recht selbsterklärend, denke ich

Darüber hinaus gibt es aber zwei Filtertypen, die interessanter sind. Ein ND-Filter ist sogar oftmals ein richtiger Segen. ND steht für Neutrale Dichte, weshalb der Filter teils auch als Neutralfilter bezeichnet wird, manchmal aber auch ganz anders als Graufilter. Ein ND-Filter reduziert die Menge an Licht, die vorne in das Objektiv fällt, ein wenig wie eine Sonnenbrille für die Kamera. Das ändert nicht nur den Bildeindruck an sich, es ermöglicht auch, in grellen Verhältnissen zu arbeiten, ohne die Kamera selbst daraufhin anpassen zu müssen – das nämlich beeinflusst den Look der Aufnahme nachhaltig. ND-Filter gibt es entweder mit einer fixen Stärke, oder aber als sogenannte „variable ND-Filter“, bei denen man den Lichteinfall nahtlos regulieren kann.

Ein Polfilter

Ein Polfilter

Das technische Konzept hinter dem variablen ND-Filter kommt auch beim Polfilter, oder vollständig gesagt, beim Polarisationsfilter zum Einsatz. Das Konzept ist so simpel wie genial: Licht besitzt eine Polaristation, es schwingt auf verschiedenen Ebenen. Der Polfilter nun ist geeignet, gezielt Teile dieser Ebenen auszublenden, indem er diese unterdrückt. Neben ein paar generellen optischen Effekten – so wird das Blau des Himmels klarer –, hat dies vor allem eine an Zauberei grenzende Eigenschaft: Mit einem Polfilter können Reflexionen auf Wasser und auf gläsernen Oberflächen erheblich reduziert werden. Wer den Taucher im Wasser oder den geheimnisvollen Beobachter hinter der Fensterfront einfangen will, oder einfach nur den Fahrer eines Wagens erkennbar machen möchte, für den ist ein Polfilter das Mittel der Wahl.

Step-Up-Ringe quer durch alle Größen

Step-Up-Ringe quer durch alle Größen

In dem ganzen Kontext vielleicht noch interessant sind sogenannte Step-Up-Ringe. Objektive haben verschiedene Durchmesser; und wer jetzt sagen wir zwei Objektive mit 52mm Durchmesser und eines mit 58mm hat, der möchte vermutlich nicht alle Filter gleich doppelt kaufen.
Step-Up-Ringe sind nichts anderes als kleine metallene Gewindeadapter, die es ermöglichen, den größeren Filter auch auf ein kleineres Objektiv zu schrauben.

Lange war es so, dass – wie immer, wenn Glas und Kameras zusammentreffen – derartige Filter ein relatives Vermögen gekostet haben. Aber wie bei so vielen Filmbereichen gilt auch hier, dass der wachsende Amateurmarkt und der florierende Internethandel ganz neue Chancen eröffnet haben. Die ND- und Polfilter, die man bereits für unter 20 Euro erhalten kann, mögen professionellen Standards niemals entsprechen, bieten aber dennoch einen hervorragenden Einstieg zum Budget-Preis.

Viele Grüße,
Thomas

Über Twister, VFX und Wegweiser

Hallo zusammen!

Ich will euch nicht lange aufhalten, ist auch schon spät, als ich das hier ins Blog tippe, damit es morgen / heute / gerade im Moment erscheinen kann, aber … denkt ihr eigentlich oft an Twister?
Nicht das Spiel, den Film. Ihr wisst schon, Bill Paxton und Helen Hunt, die gemeinsam unter Regie von Jan de Bont auf Tornadojagd gehen und dabei nicht nur Naturgewalten, sondern auch einem niederträchtigen Cary Elwes entgegentreten müssen?

Wenn es euch geht, wie den meisten Menschen, dann vermutlich nicht.
Wenn es euch aber geht wie mir, dann schon.

Ich gebe zu, ich mag Twister sehr; ich mochte ihn bei seinem Erscheinen vor nunmehr 20 (!) Jahren, aber ich mag ihn auch heute noch. Das hat drei Gründe. Zunächst die sympathischen Darsteller. (Hab ich schon Philip Seymour Hoffman erwähnt? Philip Seymour Hoffman!) Um gar nicht zu erwähnen, was für eine coole Frauenrolle JoAnne Thornton ist.
Dann, damit verbunden, die Kameradschaft und Freundschaft zwischen den (guten) Tornado-Jägern, die auf so vielen Ebenen so nah an dem Feeling ist, das mir mein eigener Freundeskreis so gibt.
(Case in point: Am großen Drehtag zum Hilde-Endkampf fuhren wir mit ca. sechs PKWs recht halsbrecherisch einen Waldweg entlang, um zum Drehort zu kommen, jeder Wagen voll, alle gut gelaunt – und ich fühlte mich wirklich wie in den Tornado-Jagd-Auto-Szenen von Twister, wenn sie mal wieder wild einem Wirbelsturm entgegenfahren.)

Aber Grund 3 ist der, dass ich hier schreibe. Denn Twister war einer der Filme, die in mir den Antrieb weckten, Filme machen zu wollen. Präziser noch: Die meine Freude an Spezialeffekten weckten. Mehr noch als Spielbergs Dinos im Jahr davor.
Twister war für mich immer ein besonderer Film, alleine weil es ihm gelingt, diesen CGI-Wirbelwinden etwas ganz und gar Majestätisches zu verleihen. Und weil der Film diese Effekte gewissermaßen auch nutzt, wenn sie gar nicht mehr im Bild sind – etwa wenn sich unsere Helden im elterlichen Haushalt der Protagonistin sammeln, um neue Kräfte zu finden, dann wirkt das nach, weil der Sturm zuvor so verdammt beeindruckend war.

Einer derer, die damals bei den Stürmen mitgewirkt haben, war Stu Maschwitz. Der hat nicht nur einen tollen Blog, sondern war auch damals bei ILM, 23 Jahre jung, als es daran ging, Pionierarbeit digitaler Tricktechnik zu leisten.
Gestern nun schrieb er auf Twitter eine lange Folge von Nachrichten, in denen er davon berichtete, wie das damals so war, mit Twister, mit den Effekten, mit eben jener Pionierarbeit.
Und das ist absolut Lesenswert – und darum schreibe ich all das, denn hier kommt ihr zu Maschwitz Tweets, gesammelt in seinem Blog. Es ist dabei auch gar nicht alles nur reine Nostalgie – seine eingestreuten Anmerkungen darüber, dass die VFX in dem Film besonders wirken, weil sie die Rohaufnahmen noch wie traditionelle Effektaufnahmen in VistaVision angefertigt haben, ist sogar noch lehrreich.
Und bevor Freitag hier wieder aktueller, eigener Content folgt, wollte ich euch das alles heute hier nicht vorenthalten.

… und jetzt ärgere ich mich noch eine Runde, das Twister nicht auf Netflix und meine DVD am anderen Wohnort liegt und entlasse euch in einen hoffentlich erfolgreichen Tag!

Dem ist dann auch nichts mehr hinzuzufügen.

Viele Grüße,
Thomas

Reflektierende Reflektoren reflektieren Reflexionen

Hallo zusammen!

„Was ist so schlecht an echtem Licht?“ mag man da zunächst einmal fragen, doch die Antwort liegt nahe: Es ist echt.
Film-Licht, so wie man es aus dem Kino kennt, ist nicht realistisch. Im Gegenteil: Licht ist einer dieser Faktoren, an denen man erkennen kann, dass man beispielsweise keine Dokumentation guckt. Sicher, als Filmemacher ohne Budget wird man sehr schnell an Punkte kommen, wo die Sonne alleine genügen muss, doch liegen die Nachteile auf der Hand. Sonnenlicht wandert den Tag über im Halbkreis um das Set und treibt einen damit in Sachen Anschlussfehler und Schatten schnell zur Weißglut. Man hat keinerlei Möglichkeit, sich vor Wetterumschwüngen zu schützen und wenn ein sonniger Tag sich plötzlich bewölkt, kann das schon zu ordentlichen Problemen führen.

Ein verpackter Reflektor nimmt nicht viel Platz weg …

Ein verpackter Reflektor nimmt nicht viel Platz weg …

Ein nicht zu unterschätzendes Hilfsmittel ist dabei ein Reflektor. Generell geht es einfach darum, eine möglichst weiße (oder silberne/goldene) Fläche zu haben, mit der man das Sonnenlicht zurückwerfen kann. Steht man beispielsweise der Sonne gegenüber, kann so bei einem Darsteller durch das reflektierte Licht auch die im Schatten liegende Seite seines Körpers etwas aufgehellt werden.
Die einfachste Lösung, das umzusetzen, sind entweder Mittel aus dem Haushalt (Bettlaken etwa) oder aus dem Baumarkt (Styroporplatten in weiß, beispielsweise), doch gegebenenfalls lohnt es sich, ein paar Euro in einen wirklichen Fotoreflektor zu investieren. Diese sind meist so konstruiert, dass man sie zusammenfalten kann und das macht sie transportabel und flexibel einsetzbar. Im heimischen Garten mag es ja noch gehen, aber bei einem Dreh in der Natur will ja niemand eine Platte Styro spazieren tragen, und sei sie noch so leicht.

… gewinnt ausgepackt aber ordentlich an Größe.

… gewinnt ausgepackt aber ordentlich an Größe.

Anders als bei vielen Film-Hilfsmitteln ist nicht mal wirklich Übung erforderlich. Einzig ein wenig Fingerspitzengefühl bei Auswahl und Winkel des Lichtes muss man vermutlich lernen: Eine goldene Reflexionsfläche an einem sonnigen Sommertag erzeugt unter Umständen einen Look, der aussieht, als habe der Schauspieler vor einer Bauleuchte gestanden, und das will man ja vermutlich nicht.
Abseits dessen sei nur der Tipp gegeben, den Reflektor möglichst ruhig zu halten, was bei Wind und je nach Größe auch ein wenig herausfordernd sein kann. Aber hält man ihn nicht ruhig, erzeugt man unter Umständen tanzende Lichter auf den Konturen der gefilmten Person, die ihrerseits wieder die Illusion zerstören können. Aber auch den Dreh hat man schnell raus.

Viele Grüße,
Thomas

Easy Props 14: Stacheldraht

Hallo zusammen!

Ich hab das bisher fast immer versäumt, aber mit der neuen „stabilen“ Veröffentlichungsrate von einer Folge Easy Props alle zwei Monate dachte ich mir, kann ich das hier ja auch mal wieder öfters propagieren.

Was ist Easy Props? Eine Youtube-Video-Reihe, in der ich – manchmal alleine, oft mit Helfer – einfach zu bauende, bastelnde oder umzusetzende Effekte vorstelle. Von Kunstblut bis rostigem Metall, von DIY-Projektoren bis hin zu kleinen Blenden, um das Bokeh der Kamera zu verändern.

Und in der neuesten Folge – der Titel verrät es – geht es um Stacheldraht. Einfach zu machen, schnell fertiggestellt, optisch überzeugend und dabei vollkommen ungefährlich.
Und das geht so:

Wenn euch darüber hinaus die vorangegangen Episoden interessieren, hier ist eine Playlist mit allem, was schon erschienen ist:

Viele Grüße,
Thomas

Lampen für Jedermann

Hallo zusammen

Eine unserer Bauleuchten am Set von Hilde und die Glocken der Amazonen

Eine unserer Bauleuchten am Set von Hilde und die Glocken der Amazonen

Lampenfolien, Schweißerhandschuhe und Kaffee

Bauleuchten beim Dreh von Verfluchte Eifel. Man beachte a) die Schweißerhandschuhe, die wir nahe der heißen Leuchtmittel tragen und b) den Kaffee in meiner Hand😉

Professionelle Studiolampen kosten Geld, und zwar nicht wenig. Man tut also gut daran, eine Alternative zu finden. Die perfekte Alternative hieß für NoBudget-Filmer jahrelang „Bauscheinwerfer“. Die sind für rund 15 Euro in jedem Baumarkt zu bekommen. Wer etwas sucht und Glück hat, findet sogar welche auf einem Stativ, was einem die Arbeit natürlich erheblich erleichtern kann.
Allerdings sind Bauscheinwerfer auch nicht ohne Tücke. Inszenatorisch eher ein Problem ist das harte Licht, das sie normalerweise werfen und das zu unschönen „Schlagschatten“ führt, also hart abgezeichneten Umrissen.
Der andere Nachteil ist dagegen die große Hitze, die Bauscheinwerfer erzeugen. Nicht nur lohnt hier der Erwerb einiger Schweißerhandschuhe, um die Dinger im Zweifel auch mal halten zu können, sondern es gilt auch sonst, die Augen offen zu halten. Styropor, eine beliebte Reflektionsfläche für indirektes Licht (sehr leicht und absolut weiß; mehr zu Reflektoren gibt es dann aber kommende Woche), schmilzt man schon mit einem 500 Watt starken Scheinwerfer in Windeseile ein und selbst professionelle Scheinwerferfolie ist nicht gegen die Temperaturen gewappnet, die so ein Gerät produzieren kann, wenn es nur lange genug läuft.

Eine LED-Scheinwerfer mit Farb-Vorsätzen; Ladenpreis etwa 20-25 Euro

Eine LED-Scheinwerfer mit Farb-Vorsätzen; Ladenpreis etwa 20-25 Euro

Aber es gibt mittlerweile ja durchaus gute Alternativen. Die Krönung sind definitiv heute LED-Scheinwerfer. LEDs sind von ihrer Lichtfarbe her nicht ganz unproblematisch, aber mittlerweile kriegt man schon für um die 20-30 Euro kleine Leuchten, die mit verschiedenen Aufsätzen verschiedene Lichtfarben erzeugen können. Diese laufen meist auf Batteriebetrieb, was ein weiterer Pluspunkt ist, wenn man mobil oder in freier Wildbahn drehen möchte. Die genannte Preisklasse ist allerdings auch die absolute Untergrenze. Mehr Geld bringt einem deutlich mehr Leuchtkraft, eine bessere Verarbeitung, Akkus und Witterungsbeständigkeit. Doch auch wenn LEDs stromsparender sind, als alle Alternativen, sollte man ihren Energiehunger nicht unterschätzen. Das Äquivalent von sechs AA-Batterien in etwa 30 Minuten durchzujagen ist nicht ungewöhnlich.

Eine mobile Arbeitslampe aus dem Baumarkt

Eine mobile Arbeitslampe aus dem Baumarkt

Gewissermaßen das Pendant aus dem Baumarkt kann dazu dann noch ein sogenanntes mobiles Baulicht sein. Vielleicht kennt ihr sie vom Automechaniker her – stabartige Geräte, oft auch per Akku betrieben und mit LEDs besetzt. Die sind nett, aber häufig dunkler als die dezidierten LED-Foto- und Filmleuchten. Außerdem ist die Lichtfarbe bei denen wirklich eine mittlere Katastrophe und sehr, sehr blau. Dennoch, wer gar keine Alternative hat – und sei es, weil ein Licht ausgefallen ist und jetzt ein Ersatz hermuss –, der findet in den Leuchten vielleicht einen Helfer.

Ein Ringlicht, es kann wahlweise für Fotos blitzen oder auch für Videoaufnahmen konstant leuchten

Ein Ringlicht, es kann wahlweise für Fotos blitzen oder auch für Videoaufnahmen konstant leuchten

Spezialisiert – aber für unsere Zwecke auch überspezialisiert – sind übrigens sogenannte Ringlichter. Damit sind wir zurück im Foto-Betrieb – Ringlichter sind LED-Kränze, die vorne auf das Objektiv geschraubt werden und darum in Richtung der Kamera leuchten. Nett für mobile Journalisten, Dokumentarfilmer und natürlich für Fotografen, aber aufgrund der Art, wie ein Film ausgeleuchtet wird bestenfalls als Fülllicht zu gebrauchen.

Ein schon geradezu antikes Filmlicht, zusammen mit einer Super-8-Kamera auf dem Flohmarkt ergattert

Ein schon geradezu antikes Filmlicht, zusammen mit einer Super-8-Kamera auf dem Flohmarkt ergattert

Abschließend sei noch gesagt: Wie bei aller Technik gilt auch hier, dass je älter und je billiger die Geräte sind, desto größer die Unfallgefahr ist. Mit einem LED-Scheinwerfer kann man sich fast nichts tun, behaupte ich, mit einer kochend heißen Bauleuchte dagegen ganz vortrefflich. Nebenstehend abgebildet seht ihr dagegen eine alte mobile Leuchte, die ich auf dem Flohmarkt zusammen mit einer Super-8-Kamera erworben habe. Oben spannt man die gleichen Leuchtmittel ein, die auch in einem Bauscheinwerfer glühen – doch liegt er hier frei, anders als bei den meisten Bauleuchten. Besser noch: Das kurze Kabel kommt direkt und ohne Schutzkontakt in die Sicherung. Ist es eingesteckt, leuchtet nicht nur die Lampe mit voller Intensität, nein, zudem knistert das ganze Gerät vernehmlich vor sich hin. Solche Apparate sind vielleicht als ein Stück (Hobby-)Filmhistorie interessant, aber tut mir (und euch) einen Gefallen und nutzt sie nicht.
Dafür sind moderne Alternativen viel zu gut.

Viele Grüße,
Thomas

Die wichtigste Schraube am Stativ

Hallo zusammen!

Wer irgendeine Form von Kamerahalterung verwendet – Stative etwa, Slider oder auch Steadycams, der befestigt sein Aufnahmegerät daran, indem er beides mit einer Schraube verbindet. Diese Schraube befindet sich oben auf einem Stativ, auf Slidern und auf jeder anderen Vorrichtung. Manchmal ist die Schraube selbst wieder Teil eines lösbaren Elements – einer sogenannten Wechselplatte oder Schnellwechselplatte –, wodurch die Kamera etwa ohne viele Handgriffe zwischen einem Stativ und einem anderen System gewechselt werden könnte, sofern diese die gleiche Norm verwenden. Doch auch da gilt: Es ist letztlich eine Schraube, die Halterung und Kamera-Korpus verbindet.

Gewinde sml

Will man nun aber selbst eine Kamera-Halterung bauen, so kann man nicht jede handelsübliche Schraube nehmen. Manchmal liest man, dass Kameras metrische M6-Gewinde verwenden würden – doch das ist falsch. Es ist zwar tatsächlich so, dass man eine M6-Schraube in der Regel mit etwas Nachdruck in eine Kamera schrauben kann und das auch hält, doch geht das recht schnell auf Kosten des Gewindes. Es hat historische Gründe, dass hier weitgehend auf metrische Normen verzichtet wird. Das klassische Stativgewinde, was beispielsweise bei Spiegelreflex-Kameras, aber auch bei Camcordern zum Einsatz kommt, ist für eine 1/4“-Schraube ausgelegt. Die kann man man nicht völlig selbstverständlich überall in jedem Baumarkt erwerben, doch die ist durchaus auch in Deutschland zu haben.
Alternativ dazu könnten einem auch Gewinde mit 3/8“ unterkommen, das ist dann aber vermutlich schon ein Gerät der Oberklasse, das eine solche Schraube verwendet. Vollformat-Kameras etwa, oder spezialisiertes Audio-Equipment.

Um es zudem noch etwas komplizierter zu machen, gibt es die Gewinde auch noch mit zwei unterschiedlichen Flankenwinkeln. Früher wurde der britische Standard BSW mit 55° Flankenwinkel genutzt, heute der amerikanische Standard UNC mit 60°. Zumindest hier hat man aber Glück, denn der Unterschied ist so marginal, dass tatsächlich alte Schrauben ohne Probleme (und ohne Schäden) in neue Halterungen passen und umgekehrt. (Wer es gerne pedantisch mag, der findet das alles übrigens auch in Stein gemeißelt in der Norm DIN4503 / ISO1222.)

Der zweite Faktor, den man beachten sollte, wenn man sich selbst eine Kamerahalterung konstruiert, ist die Tiefe des Gewindes. Wer sich das obige Foto anschaut, sieht, dass die Schraube nicht sehr weit aus der Halterung herausragt. Es ist mehr als genug, um die Kamera zu halten, aber eben auch nicht zu viel. Anders als bei einem Möbelstück, wo man die Schraube in der Regel bis zum Kopf reindrehen und sie dann noch mal festziehen mag, muss man nicht weit in eine Kamera vorstoßen, bevor man beginnt, empfindliche Teile in Gefahr zu bringen. Hier empfiehlt es sich, in Zweifel bei der eigenen Kamera einmal vorsichtig nachzumessen und dann Vorkehrungen zu treffen, dass man nicht zu weit drehen kann – etwa, weil die Schraube gar nicht zu weit aus der Konstruktion herausragt, oder beispielsweise indem man einen „Stopper“ aus zwei gegeneinander gekonterten Muttern auf dem Gewindestab anbringt. Auf jeden Fall sollte man hier im Vorfeld Acht geben, denn im Eifer des Gefechts ist sonst schnell mal unüberlegt eine Drehung zu viel gemacht und das Equipment beschädigt.

Viele Grüße,
Thomas