Hilde-Blogvideo Nr. 19: Wo wir stehen

Hallo zusammen!

Wann kommt denn endlich Hilde?
Wie steht es mit Xoro 2?
Wie geht das alles weiter?

Anstatt das x-te Blogpost dazu zu schreiben, dachte ich, ich stelle mich einfach mal nochmal vor die Kamera – ein Blog-Video war ohnehin schon lange überfällig🙂

Viele Grüße,
Thomas

Fremdtipp: Jakku – First Wave

Hallo zusammen!

Kommende Woche will ich euch hier noch mal rundum auf den aktuellen Stand an allen Eifelarea-Fronten bringen, heute aber hat sich noch mal ein Werk anderer Filmemacher vogedrängt. Jakku: First Wave ist (mal wieder, ich weiß) ein Star-Wars-Fanfilm, aber dieser hier ist etwas Besonderes.

Ein wenig, weil er die imperiale Seite beleuchtet. Aber gut, das tun etwa TROOPS und IMPS auch.
Vor allem aber, weil er in gerade mal rund drei Minuten einen runden Spannungsbogen aufzieht, die Sturmtruppen erheblich menschlicher darstellt als die meisten anderen Werke, und weil er exzellent gespielt irgendwie unverkennbar Star Wars ist, ohne dabei all die üblichen Tropen mitzunehmen.

Und so guckt sich das:

Nebenbei glänzt er nicht zuletzt durch etwas, was noch immer in den meisten Fanfilmen (und verwandten Projekten) eines der größten Probleme bildet – Jakku: First Wave hat exzellentes Sounddesign.
Was irgendwie auch die Brücke schlägt zu all dem, was hier zuletzt Thema war.

Viel Spaß damit!

Und ja, der aktuelle Stand von Hilde (bald fertig) und Xoro 2 (im Zeitplan), mit mehr Worten und irgendwas an Ausblick, den gibt’s kommende Woche.

Viele Grüße,
Thomas

PS: Und ein dickes Dankeschön an unseren Xoro, Michael Mingers, ohne den mir der Film hier vorerst vermutlich entgangen wäre.

Externe Tonquellen

Hallo zusammen!

Eine letzte Alternative bleibt noch anzusprechen, auch wenn wir sie in anderem Kontext hier schon im Blog hatten: Die externe Lösung. War der Bereich mobiler Aufnahmegeräte vor einigen Jahren noch ein Feld, das vollständig von unbezahlbaren Profi-Geräten dominiert wurde, so gibt es da mittlerweile eine Vielzahl mehr oder weniger eleganter Lösungen.
Wir haben beispielsweise gute Erfahrungen mit dem Zoom H4n SP gemacht, das zwar oberhalb der 200 Euro kein günstiges Gerät mehr ist, für das, was man bekommt, aber noch immer preislich sehr fair bemessen ist. Und guter Ton ist eine Investition, die sich letztlich immer lohnt.

zoom-h4n

Was nun bietet einem die externe Lösung für Vorteile? Im Grunde zwei. Zum einen ist mal technisch von der Kamera losgelöst. Man hat ein dezidiertes Aufnahmegerät, was bedeutet, dass man effektiv auch einen Faktor weniger zu bedenken hat, wenn es darum geht, die eigene Kamera zu erwerben. Zumal wie so oft bei spezialisierten Geräten der Ton eines expliziten Audiorekorders den einer Kamera lässig in den Schatten stellen kann. Mehr noch: Geräte wie das H4n bieten zusätzlich die Möglichkeit, über XLR-Anschlüsse professionelles Audio-Equipment anzuschließen. Das ist dann natürlich wieder eine Investition, aber wer beispielsweise mit einer Spiegelreflex- oder Systemkamera filmen möchte, erhält so ganz neue Möglichkeiten, denn Audio-Anschlüsse sind dort noch immer eher im Hintertreffen.
Zum anderen ist man aber auch lokal von der Kamera gelöst. Sicher, das bieten einem Funkstrecken etwa auch, aber die wollen dann auch wiederum gepflegt werden. Moderne mobile Rekorder sind nicht groß und leicht irgendwo zu verstecken, sodass man mit der Kamera eventuell weit draußen stehen kann, aber dennoch nachher einen klaren Ton in guter Lautstärke mit nach Hause nehmen kann.

Und Nachteile? Auch da gibt es vor allem zwei. Zum einen muss man sich am Set um ein weiteres Gerät kümmern. Jemand muss Sorge tragen, dass die Aufnahme läuft, dass gestoppt wird, wenn die Aufnahme fertig ist, dass es richtig ausgerichtet ist und dass noch genug Luft auf der Speicherkarte ist. All das sind Kleinigkeiten, aber ein Filmset ist ein Moloch aus Kleinigkeiten und diese kommen halt noch einmal hinzu.
Zum anderen muss man etwas bedachter Vorgehen, insbesondere was die spätere Synchronisation von Bild und Ton betrifft. Habt ihr euch schon immer gefragt, warum Filmklappen, nun, klappen? Genau deshalb: Das optische Aufeinanderschlagen und der akustische Ausschlag dienen dazu, dass später in der Postproduktion beides miteinander wieder vereint werden kann. Das war in frühen analogen Zeiten praktisch, und ist in unserem digitalen Zeitalter nicht weniger nützlich. (Sicher, die Filmklappe hat auch noch die eine oder andere zusätzliche Funktion, aber darauf kommen wir in Kapitel 13 noch.)

Würde ich ein solches Gerät empfehlen? Generell: ja. Im Bereich der nicht kostenlosen, aber kostengünstigen Lösungen sind mobile Audio-Aufnahmegeräte etwas, was in der bloßen Kosten-/Nutzen-Rechnung für mich klar als Sieger hervorgeht.
Einzig die zusätzlichen Handgriffe am Set und natürlich eine hinführende Einarbeitung in eben noch ein Stück Hardware sind Hürden, die halt genommen werden müssen.

Und damit ist unsere Audio-Tour hier nun endlich beendet und wir wenden uns der anderen Seite zu – die nächsten Monate geht es, neben Hilde-News, Terminen und dergleichen, hier vor allem um Kameras, Videosignale und dergleichen.

Viele Grüße,
Thomas

Wie asynchron darf es denn sein?

Egal ob Texte nachträglich eingesprochen werden oder der Set-Ton von einem Gerät verwendet wird, das den Ton unabhängig vom Bild aufgezeichnet hat, es wird immer wieder vorkommen, dass es vielleicht nicht auf Anhieb 100% synchron läuft.
Und damit meine ich nicht mal, dass eine nachträgliche Aufnahme nicht perfekt zu den Lippenbewegungen verläuft – auch bei perfektem Ton ist die Platzierung nicht immer unproblematisch.
Interessant ist dabei, dass es in der Tendenz eher okay ist, wenn der Ton zu spät einsetzt, als anders herum. Untersuchungen besagen, dass eine Audio-Aufnahme durchaus bis zu 125ms zu spät einsetzen kann, ohne dass unsere Intuition beginnt, eine Unstimmigkeit wahrzunehmen.
125ms sind viel; bei den 24 Bildern pro Sekunde eines Kinofilms sind das immerhin drei Bilder. Das ist auch ein Spektrum, das man nicht immer voll ausschöpfen sollte – gerade im digitalen Zeitalter ist es ja wirklich kein Problem, den Ton nahezu perfekt präzise zu platzieren.
Dennoch spannend ist aber, dass es, wenn der Ton gerade mal mehr als 45ms zu früh dran ist, dagegen sofort ins Auge sticht.
Der Grund dafür ist die Art und Weise, wie unsere Welt generell funktioniert. Schall hat eine Geschwindigkeit – und kommt daher unter bestimmten Umständen auch ganz ohne technischen Einfluss verspätet bei uns an. Schall legt pro Sekunde 343 Meter zurück. Das bedeutet, dass der Schall von jemandem, der etwas mehr als 40 Meter von uns entfernt steht, bereits mit den gleichen 125ms Verzögerung bei uns eintrifft, von denen ich zuvor sprach. Das ist eine Situation, die ganz alltäglich vorkommt.
Dass Schall allerdings eintrifft, bevor er entsteht, kommt logischerweise schlichtweg nicht vor. Wir Menschen besitzen eine gewisse Toleranz dafür – unser Gehirn verbringt ja ohnehin viel Zeit damit, sich die Welt „schön zu denken“ und Kausalität zu erschaffen, wo faktisch keine sein kann. Darum ist es in der Lage, bereits aus 12 Bildern pro Sekunde eine „Bewegung“ zu erkennen, und darum nimmt es minimale Verschiebungen nach vorne beim Schall auch hin.
Ist die Differenz allerdings mehr, dann setzt eine andere, zuvor erwähnte besondere Fähigkeit unseres Gehirns ein: Jenes unbestimmbare Gefühl, dass gerade irgendwas nicht stimmt. Und wer nicht gerade darauf aus ist, in die Fußstapfen des französischen Kunstkinos zu treten, der versucht das vermutlich besser zu vermeiden.

Viele Grüße,
Thomas

Die verschollenen Mikrofondiagramme

Hallo zusammen!

In Einfach Filme machen wird an einer Stelle auf „nebenstehende“ Mikrofon-Diagramme verwiesen – nur dass es diese in der ersten Edition so niemals gegeben hat. Ein Missstand, den nicht nur die kommende Neuauflage des Buches beheben wird, sondern dem wir auch hier nun einfach mal begegnen können.

Nachfolgend vier Diagramme, die vielleicht noch ein bisschen helfen zu verstehen, was zur Hölle diese „Mikrofoncharakteristik“ (richtiger: Richtcharakteristik) ist, von der offenbar alle immer wieder reden …

Eine Kugelcharakteristik (auch: omnidirektional) ist ungerichtet, sprich, es nimmt in einer Kugel rund um das Mikrofon Geräusche aus allen Richtungen auf.
Ein bidirektionales Mikrofon (auch: „Acht“) zeichnet in zwei Richtungen auf, spart aber den Ton an den Seiten aus, sodass etwa zwei Interviewpartner ohne Störgeräusche reden können.
Eine Nierencharakteristik (auch cardioid oder unidirektional) zeichnet nur vorne auf, dort aber in einem breiten Winkel. So bleibt es hinter dem Gerät stumm, vorne wird aber alles aufgezeichnet.
Eine Keulencharakteristik zuletzt (auch: direktional) ist eine gerichtete Aufnahme, die an einem Punkt sehr fokussiert aufnimmt, dafür aber auch die gesamte Umgebung entsprechend ausblendet.

Und so sieht das dann aus:

Viele Grüße,
Thomas

Trefft uns auf der Feencon 2016!

Hallo zusammen!

Diese Woche kein „Lehrbeitrag“, dafür ein Hinweis in eigener Sache: Morgen und übermorgen steigt in Bonn die Feencon 2016 und wie eigentlich jedes Jahr hat die DORP dort wieder einen Stand.
Und da die DORP ja mehr oder weniger eine Personalunion mit uns bildet, nun ja, sind wir halt dort!

Wir, das umfasst einen ganzen Haufen Leute – meinereiner wird dort sein, ebenso wie unser Xoro Michael, unsere Hilde Néo, Zork-Schauspieler Tom, Morold-Mime Markus, Xoro– und Carport-Darstellerin Janine, aber auch etwa Xoro-Regisseur Matthias.
Der Haken: Wir sind alle etwas konfus mal da, mal nicht. Irgendwer wird durchgehend am DORP-Stand sein, aber wen ihr genau da trefft, ist ein bisschen wie eine Wundertüte zu sehen. Oder ein Überraschungsei. Irgendwer von uns ist drin …

Es wird diesen Monat noch neues Hilde-Material zu sehen geben, aber noch nicht zur Feencon. Doch wenn ihr dort mit uns plaudern wollt, darüber, wie es mit Xoro war, mit Hilde ist und mit Xoro 2 sein wird, dann schaut vorbei. Wir freuen uns!

Wir werden wohl wie immer im großen Saal zu finden sein; wenn sich nichts geändert hat, dann findet ihr uns an der Fensterseite, irgendwie mittig. Da waren wir zumindest in den Vorjahren immer.

Also, sehen wir uns in Bonn?
Cool wäre es!

Viele Grüße,
Thomas

Die Tonangel

Hallo zusammen!

Die Angel ist zunächst mal vor allem eine lange Stange, um das Mikro über oder an die Darsteller heran zu bekommen und kann natürlich einfach aus einem Besenstiel gebaut werden. Professionelle Tonangeln sind dagegen aus leichtem Aluminium oder Carbon, können in der Länge verstellt werden, sind extra isoliert und haben einen aus diversen Gründen wie Halt und Isolation praktischen Griff aus Schaumstoff.
Der Nachteil ist natürlich, dass man wieder mal mehr Mitarbeiter braucht und auch die Spontanität am Set durch das zusätzliche, sperrige Gerät eher gemindert wird. Dafür profitiert eben der Ton. Gehen wir das alles aber noch mal im Detail durch.

Mit einer Ton-Angel am Set von "Verfluchte Eifel"

Mit einer Ton-Angel am Set von „Verfluchte Eifel“

Worauf zu achten ist
Es gibt drei Faktoren, die eine Rolle spielen, wenn man festlegt, wo die Tonangeln letztlich hingehalten werden soll. Der erste Punkt ist der Winkel – klassisch, das kennt man auch zum Beispiel von Set-Aufnahmen oder auch von TV-Aufnahmen in der Innenstadt, wird von schräg oben aufgenommen. Das ist kein Zufall. Manchmal sieht man auch, dass bei Filmen von unten geangelt wird, doch sollte man eines nie vergessen: Es geht ja am Ende darum, eine möglichst störungsfreie Aufnahme zu erhalten. Richtet man das Mikro nach unten, findet sich in direkter Linie der Aufnahme vermutlich neben dem Sprecher nur noch irgendwann der Boden. Zeigt das Mikro hingegen hinauf in den Himmel, so sind Vögel, rauschende Blätter und Flugzeuge allesamt Gefahren einer sauberen Aufnahme. Steht das Mikro parallel zum Boden, so sind zumindest Straßen und Schienenstrecken in der Ferne noch ein Problem. Ganz pragmatisch gesprochen sei aber gewarnt, dass es mit der Zeit durchaus in die Arme geht, wenn die Tonangel von Hand gehalten wird; insbesondere, wenn das alles über dem Kopf passiert.
Der zweite Faktor ist schlicht die Sichtbarkeit. Gerade alte B-Filme, aber letztlich auch manche eigentlich teure Filmproduktion hat es nicht vermeiden können und irgendwann lugt dann doch am oberen Rand kurz das Mikro ins Bild. Diese Fehler sind seltener geworden, besonders wo es heute leichter ist, etwas in der Art digital zu korrigieren, aber man erspart sich Leid und Mühen, wenn man von Anfang an darauf achtet. Zu beachten ist übrigens auch, dass oft die Displays der Kameras nicht 100% des Bereichs zeigen, der auch gefilmt wird. Nehmt das Mikro also nicht nur soweit zurück, dass es gerade eben so nicht im Bild ist, sondern gebt ihm dann noch mal ein paar weitere Zentimeter Abstand.
Aber Sichtbarkeit endet nicht alleine mit den Bildgrenzen – Reflexionen sind die zweite klassische Falle für Ton-Angeln. Das ist dann ein Punkt, an dem sogar „Reservoir Dogs – Wilde Hunde“ und „Twilight – Biss zum Morgengrauen“ was gemeinsam haben (und das will ja schon was heißen!), denn beide präsentieren stolz ihre Tonangeln in der Reflexion einer Autoscheibe.
Faktor Nummer 3 hat auch etwas mit Sichtbarkeit zu tun, jedoch nur indirekt: Mikros werfen Schatten. Der vielleicht legendärste Mikrofonschatten könnte in Ed Woods „Plan 9 aus dem Weltall“ zu sehen sein, in dem in der „Cockpitszene“ die gesamt Zeit, völlig ungeschönt, zwischen den Köpfen der beiden Darsteller der immense Schatten des Aufnahme-Mikrofons thront. Doch auch Filme, die insgesamt weniger Gesamtkatastrophen sind als „Plan 9“ sind schon in diese Falle getappt. Also, bevor ihr die Angel in die Höhe hebt, fragt euch wo die Sonne steht oder wo ihr die Scheinwerfer aufgestellt habt. Und weist den Mann an der Tonangel vielleicht auch direkt darauf hin, dass er da am Besten mitdenkt. Das schadet nie.

Tonangeln im Eigenbau
Eine richtig professionelle Tonangel kostet, wie immer, natürlich ordentlich Geld. Aber was man effektiv braucht ist ja nichts weiter als eine Stange mit einem Mikro am Ende. Vielleicht noch mit einem Windschutz versehen. Das kann man mit einem einfachen Mikrofon erledigen, das man mit Hingabe und Klebeband an einen Besen wickelt, oder aber man geht eine Art Mittelweg: Wenn das Mikrofon wahlweise eine Schraubvorrichtung oder eine Halterung für einen Blitzschuh besitzt, kann man meist ein passendes Gegenstück im Baumarkt oder Fotobedarf ganz günstig auftreiben, was man dann wiederum mit einer Schraube oder (starkem) Kleber an der Stange befestigen kann. Das ist insgesamt bequemer und schonender für das Mikro und sieht zudem etwas professioneller aus.
Ein weiterer Kompromiss kann ein Monopod sein, sofern das Mikrofon auf eine normale Stativ-Wechselplatte geschraubt werden kann.
Was man dann allerdings noch beachten muss, ist die Kabelführung. Mikrofonkabel sind immer eine mögliche Störquelle, denn Stöße gegen das Kabel können beispielsweise als Fehlsignal ihren Weg in die Aufnahme finden. Auch ein minderwertiges Kabel, das über eine zu große Strecke geführt wird, wird sich bei der Aufnahme vermutlich mit Rauschen bedanken. Die einzigen Wege daran vorbei sind gute (das heißt abgeschirmte, damit aber auch teurere) Kabel, die möglichst sicher und ohne zu viel Spiel die Angel entlanggeführt werden. Kabelbinder können hier Wunder wirken.
Eine Alternative dazu ist natürlich auch ein sogenanntes mobiles Aufnahmegerät, also ein Gerät, das für sich alleine den Ton aufzeichnen kann und daher keine Verbindung zur Kamera benötigt. Auf solche Geräte kommen wir hier in ein oder zwei Wochen auch noch zu sprechen.

Viele Grüße,
Thomas