Das machen wir digital…

Moin!

Digitale Spezialeffekte sind ja durchaus eine feine Sache. Man kann plötzlich total heikle Sachen drehen, weil Gefahrenquelle und Darsteller ursprünglich niemals gleichzeit am gleichen Ort waren, man kann Bilder derart verändern, dass es plötzlich nicht mehr wie im Vorgarten gedreht ausschaut und dass man sowas bei Fantasy-Filmen weitläufig nutzen kann, das erklärt sich auch von selbst.
Das hat streckenweise bei uns zu einer regelrechten Manie geführt. „Das machen wir digital…“ war bei Xoro die Antwort auf so ziemlich jedwede Hürde, die am Set aufkam. Das hat teilweise grandios funktioniert, teilweise aber auch so richtig gar nicht.

FMC 2 - Die ExplosionWer einen absichtlichen Ulk dreht, der muss sich um das Thema auch wenig Gedanken machen. Bei unserem Heuler „Die zweite Teufelei des Dr. Fu Man Chu“ etwa, da sprengt der Protagonist am Ende das Hauptquartier des Schurken. Ist voll okay, kann er gerne tun und der verwendete Partikeleffekt geht auch in Ordnung. Auch dass der Rauch des zerschmetterten Turms von Burg Reifferscheid nicht wirklich toll im Himmel verschwindet ist egal, da das Geschoss eh nur aus einer Papprolle abgeschossen worden ist.

Kritisch wird es aber, wenn der Film wirklich ernst gemeint ist. Oder wenn das, was man darstellen will, eben nicht von sich selbst heraus als Effekt erkennbar ist. Wenn in Xoro wuchtige Flammenlanzen und Final Fantasy-mäßige magische Geschosse durch das Bild schwirren, dann ist ein Schuss CGI (computer generated image) okay, denn der Zuschauer weiß ja auch, dass es sowas in echt nicht gibt.
Aufpassen muss man aber, wenn man an Dingen herumspielt, die durch den Effekt unecht aussehen, obschon es sie echt gibt. Denn ob nun durch George Lucas‘ Star Wars-Prequels, Rodriguez‘ „Sin City“ oder Snyders „300“, der Gedanke, bald nicht mehr auf Kulissen, Requisiten oder gar Darsteller angewiesen zu sein, scheint auch in Hobby-Filmer-Kreisen immer beliebter zu werden.

Ein typisches Dingen sind etwa Blue- oder Greenscreen-Aufnahmen. Die scheinen einem das Leben sehr viel einfacher zu machen – alleine der kontrollierbaren Umgebung wegen – aber erweisen sich als ziemlich fummelig.
Warum das so ist, geht aber schon ziemlich ins Detail, darum mache ich das übernächstes Mal direkt zum eigentlichen Thema.

Für jetzt nur noch ein guter Tipp: Gore Verbinski, der Regisseur von „Pirates of the Caribbean“ 1 bis 3, wird im Making Of des zweiten Teiles mehrfach mit einem wunderbaren Satz zitiert: „CG is not a verb.“
Denn man muss, ja man darf nicht alles CGen (computergenerieren), was in einem Film als Hürde auftritt. Das wirkt mit den Mitteln, die einem als Amateur zur Verfügung stehen, im Zweifel leider fast immer schlechter als eine manuelle Lösung und vor allem reisst es den Betrachter aus der allumfassenden Illusion, die ein guter Film darstellt.
Klar ist die nicht immer einfacher … aber wenn ich die Wahl habe, zwischen einem halbgaren CG-Modell eines Magierturms und unserem handgefertigten Modell, dann weiß ich, dass ich Letzteres nehme.
Wenn es irgendwie machbar ist, eine Aufnahme ohne Computereinfluss zu machen, sollte man immer versuchen, diesen Weg zu gehen. Das ist nicht immer möglich, aber wenn, dann lohnt sich der Aufwand in der Regel sehr.

Also, wie versprochen gibt es dann übernächstes Update noch einige Plaudereien aus unserem Bluebox-Nähkästchen, doch vorher präsentieren wir, weil wir derzeit echt unermüdlich sind, sogar noch einen weiteren Heuler…

Angenehme erste Wochenhälfte!

Grüße,
Thomas

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s