Über den Sinn der Vorproduktion

Moin!

Wenn man Making Of-Berichte zu Filmen im Fernsehen sieht (ein Thema, das übrigens eine eigene Betrachtung verdient … kommt auf die Liste), dann kommen unweigerlich bestimmte Eindrücke rüber.
Der Schwerpunkt liegt zumeist beim Dreh. Das ist klar, da sieht man das coole Equipment und die wohlbezahlten und hochbeliebten Darsteller können einmal was Kluges sagen, man kann den Regisseur zeigen und dergleichen mehr.
Auch die Postproduktion findet heutzutage häufiger Erwähnung, in den kommerziellen TV-Making Ofs zumeist aber eher als Werbung in Kombination mit Attributen wie „bahnbrechend“, „nie zuvor gesehen“ und „atemberaubend“. Das mag ja auch sein – ganz aktuell kann im Kinosaal ja etwa Spiderman 3 mit seinen Effekten mächtig rocken – aber bei sorgfältiger Betrachtung fehlt in der allgemeinen Betrachtung oft etwas.
Richtig. Die Vorproduktion, oder neudeutsch „Preproduction“.

Das ist ein sehr zentraler und wichtiger Aspekt jeder Filmproduktion und eigentlich schon so etwas wie die Vorentscheidung zum Erfolg des Films. Das Drehbuch entsteht, Schauspieler und Orte werden ausgewählt, das Budget wird angesetzt, Drehpläne erstellt und Konzepte werden erarbeitet.
Das ist jetzt natürlich weniger medienwirksam als Drahtgittermodelle, die sich in der Umblendung in tolle, computergenerierte Dinosaurier verwandeln, aber es ist wichtig. Und das gilt für Major-Releases genauso wie für NoBudget-Filme.

Eine gute Planung ist die halbe Miete bei jeder Produktion. Wenn an dem Tag, an dem etwas gedreht wird, alle am Set sind, alles am Set ist, was man zum Dreh braucht, wenn jedermann vor und hinter der Kamera weiß, was getan werden soll, wenn die Macher sich über die „kreative Vision des Projektes“ (*hüstel*) einig sind, dann sind das wichtige Grundsteine.
Ich sage das auch weniger aus der Sicht eines Menschen, der es schlimm findet, wieviele Leute hier Fehler machen, sondern vielmehr aus Sicht eines Menschen, der selber so ziemlich alle Fehler schon am eigenen Leib erlebt hat.
Xoro hat am Ende 14 Drehtage gehabt – das waren einfach zu viele. Dauernd haben Dinge gefehlt und mussten imrpovisiert werden, in einem Maße, dass ich die Details tunlichst für mich behalten werde.
Und so, wie wir uns gesagt haben, dass wir das so nie wieder machen wollen, so hoffe ich, mit diesem und vor allem den folgenden Texten anderes dieses Leid zu ersparen. Denn nicht nur, dass ein Film zu einem logistischen Ungeheuer wird, wenn man zu viel improvisieren muss und nicht exakt arbeitet, vor allem färbt das auch negativ auf die ganze Produktion ab. Denn auch Darsteller werden unruhig, wenn die Produktionscrew das dritte Mal zurück zum „Base Camp“ fahren muss, weil noch was vor Ort fehlt.

Damit das also uns wie euch gleichermaßen nicht mehr passiert, kommen hier nun regelmäßig Artikel, die bei den kleinen Tags dort oben auch „Preproduction“ angeben. Und wir fangen auch wirklich am Anfang an – kommendes Mal geht es „Von der Idee zum Drehbuch“.

Wer sich bis dahin die Zeit etwas vertreiben will – Making Ofs zu mainstreamigen Filmen, die auch die Logistik und Vorproduktion ordentlich beleuchten sind etwa auf den DVDs zu „Fluch der Karibik“ und dem Directors Cut von „Kingdom of Heaven“ zu finden. Auch die Featurette „Innerhalb einer Minute“ auf der Bonus-Disc von „Episode III“ ist sehenswert, wobei George Lucas immer ein eher schlechtes Vorbild für Amateurfilmer ist, denn so wie der kann eh (noch) niemand drehen…

Grüße,
Thomas

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