Der Drehbuchentwicklungsvertrag

Morgen zusammen!

Gut geschlafen? Prima, denn heute wird‘s juristisch…
Ein Drehbuchentwicklungsvertrag … was sollte alles da hinein?

Zunächst einmal muss ein solcher Vertrag klären, wer hier mit wem einen Vertrag schließt. Also meinetwegen zwischen Eifelarea GbR, nachstehend „Firma“ genannt, und William Monahan, nachstehen „Autor“ genannt … ach, das wäre schön…

Nun, jedenfalls die beiden Parteien, die nachher auch unterschreiben werden.

Generell sind dann in kurzen Drehbuchverträgen vier Punkte weiter ausgeführt. Kurz deshalb, weil lange Verträge schon wirklich ziemliche Monster sind und auch mal locker diverse A4-Seiten füllen. Das ist nicht nutzlos, aber für den Eifelarea-Rahmen sind Videospielrechte und Merchandise-Absprachen eher uninteressant. Wer möchte, kann mir aber auch mal schreiben, dann führe ich das vielleicht doch mal aus oder antworte wenigstens per Mail.

Vier Punkte.

1. klärt einfach, worum es geht. Der Autor verpflichtet sich, für die Firma ein Drehbuch zu entwickeln. Das geschieht ’nach einem eigenen Filmstoff‘, ’einer Filmidee, Synopsis, Treatment von „Name“ mit dem Arbeitstitel „Name des Werkes“’ oder ‚nach dem bereits erschienen Werk „Buchname“ von „Name des Buchautors“, publiziert bei „Name des Verlages“’.

Hier bitte die Rechtslage beachten, man darf auch nicht einfach jedes Buch verfilmen, wenn man es danach Publik macht. Andererseits sind bei älteren Autoren von Goethe bis Lovecraft oft schon Rechte erloschen.

Unter 1. wird i.d.R. auch geklärt, in welcher Form und bis zu welchem Datum hin das Drehbuch die Firma zu erreichen hat.

2. klärt weitere Fristen. Normalerweise steht der Autor der Firma nach Abgabe für weitere Überarbeitungen zur Verfügung. Zu den Anmerkungen hat die Firma dann x Wochen Zeit, woraufhin der Autor wieder y Wochen Zeit hat, diese umzustezen etc.

Eigentlich auch eine Selbstverständlichkeit, aber auch hier gilt: Es lohnt sich, das geklärt zu haben.

3. befasst sich mit gleich zwei wichtigen Themen, nämlich Bezahlung und Nutzungsrechten. Wieviel Geld kriegt der Autor für seine Arbeit? Unser aktueller Drehbuchautor musste für „das nach Xoro“ mit einer sehr rigorosen Geldlösung leben: „Die Firma zahlt dem Autor für die Erbringung der Werkleistung, das heißt die vertragsgerechte Lieferung des Drehbuchs, sowie die Übertragung der Rechte keine finanzielle Vergütung.“

Außerdem eben die Frage nach den Rechten. Urheberrechte kann man in Deutschland nicht veräußern, aber Nutzungsrechte. Kriegt die Firma einige oder alle Nutzungsrechte? Und kriegt sie diese exklusiv? Das sollte unter 3. geklärt sein.

4. ist dann ein etwas schwammiges „Sonstiges“. Will man, dass der Autor explizit einem Verbot unterliegt, vor Drehbeginn jemandem von dem Drehbuch zu erzählen? Oder will man ihn vielleicht schon sicher abzeichnen lassen, einem Making Of zwecks Interview zur Verfügung zu stehen?

Hier kann man eben seine Sonderwünsche unterbringen.

Und das ist es im Prinzip schon.

Zwei Dinge sollte man noch im Hinterkopf behalten. Das deutsche Vertragsrecht ist eine sehr offene und laienfreundliche Angelegenheit, solange man seinen Kopf nicht zu tief unter Wasser steckt, um den ganzen Eisberg zu sehen. Will sagen, wenn auf dem Zettel grob steht „Ich schreibe euch das Drehbuch und ihr könnt damit machen was ihr wollt“ und beide Parteien unterschreiben, dann ist das bereits ein guter Anfang.

Andererseits ist im Zweifel jeder Vertrag bei einer gerichtlichen Prüfung durch die richtigen Juristen angreifbar, wenn ich das als Laie so sagen darf. Faktum ist aber, dass in der Praxis eine derartige Absichtserklärung viel Wert ist. Einmal, klar, weil man sich so künstlich eben doch die professionelle Ebene erschafft, wenigstens lokal, deren Fehlen ich letztes Mal hier noch kritisiert habe.

Und zum anderen, weil auch ein Richter – und nein, ich möchte auch klar sagen, dass eine gerichtliche Einigung ein Extrem ist, aber eben eines, das man bedenken sollte – die Absicht darin erkennt. Vielleicht waren die Beteiligten alle keine Rechtsexperten und der Vertrag ist mutmaßlich auch nicht beglaubigt, aber Person x hat Person y dennoch unterschrieben, beispielsweise ein Drehbuch zu schreiben.

Unter‘m Strich ist das schlichtweg was wert.

Die nächsten beiden Male gibt es dann mal wieder ein paar Leckerchen für die, die noch immer auf „Xoro“ warten. Denn das Warten hat bald ein Ende, weshalb wir euch natürlich noch mal extra „heiß machen“ wollen…

Grüße,

Thomas

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