Formsache Drehbuch

Wundervollen guten Morgen zusammen!

Unser heutiges Thema schließt nahtlos an den letzten Eintrag an, wir bleiben beim Thema Drehbücher. Und nachdem wir uns schon die Schwierigkeiten beschaut haben, die für den Autor entstehen werden, wenn der Rest der Filmcrew beginnt, mit seinem Drehbuch zu arbeiten, schauen wir doch heute einmal, wie man den generellen Interaktionsprozess vereinfachen kann.

Generell sicher durch eine standardisierte Form. Der Groll, den viele Leute Fachsprachen und Normen entgegen bringen, ist dabei ein erstes Vorurteil, dass es zu beseitigen gilt. Denn natürlich ist es schwieriger, sich an entsprechende Formalia zu halten, wenn man ein Drehbuch (oder irgendeinen anderen Text dieser Art) schreibt, ebenso wie es etwa in der Literaturwissenschaft schwer ist, all diese feschen Worte zu lernen, mit denen man sprachliche Mittel beschreibt.
Doch es macht das Leben auf lange Sicht einfacher. Wenn man einige Standards einhält und nicht einfach macht, was man will, erleichtert man anderen das Lesen und damit den Umgang mit dem Drehbuch. Und hier gilt eine wichtige Regel: Je einfacher es für andere ist, das Drehbuch 1:1 umzusetzen, desto größer ist die Chance auch, dass es geschieht.
Wenn man krude und sehr vage Regieanweisungen verfasst, dann darf man sich auch nicht wundern, wenn kein Mensch sich daran hält. Wenn man aber die Interpretation seitens der Umsetzenden minimiert, werden diese sich auch verlässlicher an das halten, was man selber erreichen wollte. Präzision erschafft Präzision, wenn man es so sagen möchte.

Nun gibt es leider auch nicht die perfekte Norm für ein Drehbuch. Wir bei Eifelarea Film halten uns allerdings mittlerweile an der Format, dass auch in Amerika soweit geläufig ist. Wer ein Beispiel sucht, der kann sich bei der Oscar Academy ein Beispielscript herunterladen.

Man sieht dort: Gesetzt ist ein Drehbuch in der Type Courier oder Courier New, die eigentlich auf so ziemlich jedem Rechner verfügbar ist. Regieanweisungen und Szenenangaben sind normal, nicht weiter eingerückt verfasst. Dialog wird von beiden Seiten eingerückt und erscheint säulenartig in der Mitte.
Die Szenenangaben folgen dabei einem eindeutigen Format:
Int. oder Ext. bzw. Innen oder Außen als Angabe, ob im Studio oder vor der Tür gedreht wird.
Bindestrich
Ortsangabe
Bindestrich
Angabe der Tageszeit, in der die Szene spielt.

Wer sich alleine daran hält, schafft es bereits, ein sehr seriös aussehendes Drehbuch zu schreiben, was ungemein hilft. Als kleiner Bonus erfolgt eine Setzung von allen Charakternamen, wenn sie das erste Mal genannt werden, in Versalien. Also KOMPLETT IN GROSSBUCHSTABEN, um es weniger „schlau“ auszudrücken.
Der praktische Nutzen ist dabei recht groß: Jemand, der das Drehbuch liest, kann schnell sehen, ob der Charakter, der ins Bild tritt, nun PETER oder Peter ist. PETER kam noch nicht vor; Peter ist in der Inszenierung schon vorher zu bedenken. Da Filme ja selten in der Reihen gedreht werden, in der die Szenen nachher folgen, macht man es späteren Nutzern erheblich einfacher damit.

Natürlich ist das nur das kleine 1×1 der Drehbuchaufmachung. Es gäbe weit mehr zu sagen, was dann aber unseren Rahmen sprengen würde. Bei Fragen stehen wir natürlich gerne mit Rat und Tat bereit, für hier und heute beende ich den Ausflug dann aber auch.

Kommendes Mal schauen wir uns dann mal an, worauf man beim Lektorat (und, natürlich, auch vorher beim Schreibprozess) achten sollte, wenn man ein neues Drehbuch vor sich hat.

Grüße,
Thomas

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s