Ein paar erste Weissagungen zum Thema Mitarbeiter

Wunderschönen guten Morgen!
Zu dem Thema, dem wir uns heute und an dieser Stelle widmen wollen, ist in der Vergangenheit viel, ja sogar sehr viel Unsinn geschrieben worden. Auf professioneller wie privater Ebene stößt man wieder und wieder auf Leute, die sich für die totalen Meister der Mitarbeitermotivation halten, aber im Endeffekt doch nicht über die Kernaussage „Ihr müsst das eben so machen, dass es funktioniert…“ hinauskommen.

Wir wollen an dieser Stelle nicht den gleichen Fehler begehen und werden daher, bevor wir uns der konkreten Mitarbeiterauswahl und -behandlung widmen, einmal ein paar Grundsätze vor Augen führen.

Viel Arbeit
Einen Film zu drehen, das ist viel Arbeit. Punkt.
Man muss sich darüber im klaren sein, wenn man anfängt, Leute auf das Projekt anzusprechen – und zwar gleich auf drei Ebenen. Es heißt, dass man selber viel Arbeit in das Projekt stecken muss. „Von nichts kommt nichts“ ist so abgedroschen wie wahr und wer will, dass seine Leute arbeiten, muss das selber auch tun.
Auf der zweiten Ebene bedeutet es, dass die Leute, die man anwirbt, viel Arbeit machen müssen. Wer also generell als notorisch faul gilt, mag der beste Kumpel sein, aber man darf nicht vergessen, dass man hier keine Kumpel, sondern Arbeitskräfte anwirbt.
Und zuletzt bedeutet es, dass man mit den anderen zusammen viel Arbeiten wird. Wer glaubt, das aus persönlichen Gründen nicht zu können oder das einer Freundschaft nicht zumuten möchte (denn es ist manchmal mit Stress verbunden), sollte in andere Richtungen blicken.
Das klingt alles hart, aber das sind Grundlagen. Und davon gibt es noch mehr…

Spaß an der Freude, oder: Das Lust-Prinzip

Wer an etwas arbeitet, der hat dazu eine Motivation. In der Geschäftswelt, klar, kommt diese Motivation zumeist aus rein finanzieller Richtung. Aber ich gehe einfach mal davon aus, wer unser Blog liest, der hat nicht vor, in einem Maßstab zu drehen, wo er Hilfskräfte bezahlen kann.
Das heißt, die Motivation des Film zu drehen ist Selbstlosigkeit. Das geht noch mal in die selbe Richtung wie die obigen Punkte: Amateurfilm-Produktionen sind Selbstausbeutung – das gilt es zu honorieren. Es ist niemals selbstverständlich, wenn jemand zum Dreh kommt. Wer sich frühzeitig eine gewisse Dankbarkeit dafür angewöhnt, wird schnell merken, dass die Leute auch gerne wiederkommen.

Hierarchien sind gut!
Es gibt sicherlich Filmcrews, die rein anarchistisch einen Film abkurbeln, wo jeder tut was er will und das Ergebnis wird dennoch gut. Aber, Hand aufs Herz, das ist nicht die Regel. Es ist vermutlich sogar fernab von ihr.
Es herrscht mittlerweile, so habe ich den Eindruck, in manchen Kreisen sogar eine gewisse Hierarchie-Feindlichkeit vor. So erlebte einer aus unserer Crew neulich bei einem Referat über Gildensysteme in MMORPGs ernsthaft, dass nachgefragt wurde, ob die hierarchische Struktur sie nicht zu einem Nährboden für die rechte Szene machen würde.
Ganz falscher Ansatz.

Es ist betrüblich, aber unverkennbar: Dinge laufen besser, wenn einer das Sagen hat. Denn es gibt immer sehr viele Leute, die tendenziell hilfsbereit sind, die aber, wenn es ans Wirken geht, häufig hilflos daneben stehen. Nicht aus böser Absicht, sondern aus Unentschlossenheit.
Jemand muss am Set den Zampano markieren – im Idealfall tun es sogar mehrere, aber mit klar abgesteckten Revieren. Darauf kommen wir in einigen Postings zurück. Doch generell als Dogma: Wer einen Film drehen möchte, muss sich innerlich darauf einstellen, dass es an ihm sein wird, die Leute zur Arbeit zu scheuchen. Es klingt vielleicht doof: aber die wollen das so.
Jedenfalls, wenn sie keine absoluten Hierarchie-Gegner sind. Doch auch hier muss man hart urteilen – wer einen geordneten Drehablauf haben möchte, der kann „Anarchisten“ am Set nicht brauchen und trägt das Kabel dann vermutlich besser sogar selber.

Das klingt alles ganz furchtbar hart, oder?
Man fragt sich, wie man – dies alles bedenkend – überhaupt Leute für einen Film zusammenbekommen soll, nicht?

Verzagt nicht, denn nächstes Mal werden wir diese und weitere Fragen aus diesem Bereich beantworten und zeigen, dass das, was da oben so rigoros klingt, eigentlich auch wieder vor allem gute Ratschläge sind.

In diesem Sinne,
grüßend,
Thomas

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s