Die vier Eckpfeiler einer Kalkulation

Moin Moin!
In letzter Zeit verbringe ich viel Zeit mit Kalkulationen. Nicht mal jetzt alleine finanzieller Natur, sondern allgemein einfach Planungen und Einschätzungen rund um „Verfluchte Eifel“ oder eben auch die Xoro-DVD. Und mit jedem Projekt, mit jedem Projektabschnitt, der verging, hat sich eine Erkenntnis stärker ausgeprägt: Man schwankt immer zwischen vier Eckpfeilern, die den Ablauf bestimmen.

Etwas abseits der drei noch folgenden Pfeiler steht dabei die „Produktionsqualität“. Ganz generell und so objektiv, wie es möglich ist, einfach eine Einschätzung der Qualität dessen, was man da eben so in die Welt setzt. Wie gut, wie professionell, aber vor allem, wie sehenswert ist das, was man da produziert.
„Produktionsqualität“ ist dabei ein schwammiger Begriff und leider die gängige wie falsche Eindeutschung von „Production Value“. Produktionswert wäre also vielleicht besser. Das ist insofern wichtig, als dass etwa die Filme der „Nackte Kanone“-Reihe königlich beweisen, dass man nicht immer alles perfekt umsetzen muss, sondern eben immer nur so, dass es in das Gesamtbild des Filmes passt.

Um dieses Dingen, diesen „Production Value“, zu bekommen, kann man wahlweise eines oder eine Kombination von drei Dingen einsetzen. Das, was man immer am Wenigsten hat, ist „Geld“. Das ist ganz logisch, man kann die Qualität eines jeden Produktionsschrittes mit möglichst bunten Euro-Scheinen erheblich verbessern. Sei es neue Hardware, mehr Licht oder vielleicht auch nur eine tolle Requisite – Geld hilft hier.
Die zweite Alternative ist „Arbeit“. Könnte auch „Fleiß“ sagen, aber der Begriff ist in der Neuzeit oft so negativ oder fragwürdig angesehen, also nennen wir es „Arbeit“ oder „Aufwand“. Geld macht Dinge einfacher, ist aber nicht für alles die richtige Lösung. Oftmals kann man gewaltige Hürden auch einfach überwinden, wenn man bereit ist, selbst zu springen. Viele Dinge müssen bei einem Film getan werden und immer wieder müssen auch wir bei Eifelarea bemerken, dass der beste, eigentlich sogar der einzige Weg, Arbeiten erledigt zu wissen, jener ist, sie selber zu verrichten. Bitter, sicherlich, aber bittere Realität.

Was bleibt? Die Zeit. Das ist irgendwo der Gegenpart zum Geld, denn viele Dinge kann man mit Geduld und einer Investierung von Zeit auch billiger realisieren. Der Aufwand steht oft einer gewissen Effizienz im Wege, was man bedenken sollte. Natürlich kann man versuchen, sich Zuckerglas selber zu mischen und hat nach sehr, sehr vielen Versuchen eine schöne, künstliche Glastischplatte für einen Stunt. Kein Thema. Aber man hätte sie eben auch einfach fertig kaufen können; geht schneller, kostet mehr. Wichtig ist aber anzumerken, dass das nicht immer gilt und manchmal etwa „einfach kaufen“ sogar kostengünstiger sein kann; gerade, wenn industrielle Fertigungsprozesse involviert sind.

Insofern spielt jede Produktionsplanung sich innerhalb dieser vier Eckpfeiler ab. Produktionsqualität ist das, was man immer erreichen will. Immer. Man muss sich dann nur fragen, wie man sie am Besten erreichen kann. Wieviel Zeit, Energie und Geld muss man investieren, um ein akzeptables Ergebnis zu erzielen.
Diese Denkweise hilft einem, Produktionsschritte einschätzen zu können und gibt einem mit der Zeit ein immer besseres Gefühl, wie man Umstände zu bewerten hat. Vor allem aber ermöglicht es einem, praxisnah zu denken. So kann es ja sein, dass man eine Szene plant, die von der Produktionsqualität her potentiell ein absoluter Hammer werden könnte. Aber man merkt schnell, dass man viel Zeit, Energie und Geld brauchen wird, um sie umzusetzen. Das sagt einem nämlich auch, dass zu wenig in nur einem dieser Bereiche ein unzufriedenstellendes Ergebnis bedeuten würde.
Hat man nun eine Alternativlösung, die nicht ganz so viel Qualität bietet, aber dafür auch mit einem Minimum an Zeit und Arbeit und, im Idealfall, keinen finanziellen Kosten verbunden ist, sollte man sich nun eben doch fragen, ob Lösung 2 nicht insgesamt der Variante 1 vorzuziehen ist.

Solche Fragen muss man leider immer für sich selbst beantworten, das können wir hier nicht für euch erledigen. Aber jeden Produktionsschritt auf seine vier Eckpfeiler abzuklopfen, dass ist ein guter Weg, um einschätzen zu können, was man sich da gerade eventuell auf die Schultern lädt, und ob es das Wert ist.

Kommendes Mal werfen wir noch mal einen Blick auf den Fortschritt an der „Verfluchte Eifel“-Front inklusive einiger, neuer Blicke hinter die Kulissen, bevor wir uns einem weiteren, kleinen Theorie-Block zuwenden werden. Denn „Film“ ist mehr als „Bildaufteilung“, also schauen wir einmal, was eigentlich „mis-en-scene“ bedeutet und warum es so wichtig ist.

Abschließend könnt ihr uns für heute Abend noch viel Glück wünschen. Wir wandern mit Kind und Kegel, fünf Darstellern und zwei Generatoren in den Wald, um zwei weitere Szenen für Verfluchte Eifel abzudrehen. Drückt uns die Daumen, dass das alles so klappt, wie wir hoffen!
Fotos und Videos vom Dreh reichen wir dann auch direkt beim nächsten Mal nach.

Viele Grüße,
Thomas

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