Echt ist echt: Ein Blick auf die Vor- und Nachteile von VFX

Schönen, guten Morgen zusammen!
Heute wollen wir uns der ersten Oberkategorie von möglichen Spezialeffekten widmen: Den direkt am Set gefilmten Effekten.

Der ganz große Vorteil von VFX steckt bereits im Titel dieses Beitrags: Er liegt einfach darin, dass das, was man nachher auf dem Film (bzw. dem DV-Band etc.) hat, einfach echt ist. Klingt trivial, sollte aber nicht unterschätzt werden. Digital erstelltes Feuer mag noch so schön sein, gegen eine echte Stichflamme oder gar eine Explosion kommt es einfach nicht an. Das wundervolle an echtem Feuer, oder auch einem echten Zusammenstoß fahrender Autos, ist der Zufallsfaktor. Jagd man zwei computergenerierte Autos ineinander, dann werden komplexe Berechnungen nötig sein, exakte Modelle, möglichst viele Kleinteile und einige gute Routinen, damit es echt aussieht. All das kriegt man, macht man das in echt, natürlich ganz umsonst.
Doch das führt uns auch direkt zum ersten großen Problem vieler VFX: Sie können gefährlich sein.
Leute, das meine ich ernst! Es gibt einen Grund, dass man in Hollywood Profis für so etwas hat. Wir haben bei der Produktion von „Xoro“ mehr als einen Shot gehabt, bei dem wir über eine physische Lösung nachgedacht haben, dann aber aufgrund von Gefahrenquellen wie Feuer uns doch für eine digitale Lösung entschieden haben.

Ein anderer Faktor ist beim letzten Mal schon genannt worden: die Kosten. In großen Produktionen sind CGI-Effekte sehr teuer, da in der Regel Hundertschaften von Computerkünstlern angestellt werden, um Effekte zu realisieren.
Wer dagegen ohne Budget produziert, kann im digitalen Bereich die eigenen, menschlichen Ressourcen gewissermaßen ausbeuten, wenn jeder gewillt ist, den Film zu realisieren, ohne das es etwas kostet. Material für VFX kostet dagegen eigentlich immer Geld.

Doch sind nicht alle VFX wirklich teuer oder aufwendig zu realisieren, vornehmlich nur jene, die einem direkt in den Sinn kommen, also Pyro, Animatronik etc.
Doch um mal bei einem eigentlich sehr teuren Film ein Beispiel zu nehmen: James Cameron hat mit „Aliens“ einen Film gedreht, der wesentlich höhere Kosten verursachte als Ridley Scotts Auftakt der Filmreihe. Insofern galt es, zu sparen, wo das eben möglich war. Um die Szenen an Bord des Raumschiffes, das die Charaktere zurück zum Planeten LV-426 bringt, bediente er sich dabei eines ganz einfachen Tricks: Er ließ viele Set-Elemente nur als kleine Miniaturen bauen; doch anstelle aufwendige Methoden in der Postproduktion zu bemühen, um sie inzukopieren, stellte er sie einfach näher an die Kamera heran, um sich die Zweidimensionalität des Mediums zu Nutze zu machen.
Solche Perspektiventricks sind bis heute immer wieder beliebt und fanden etwa auch bei der Realisierung der Hobbits in Peter Jacksons „Herr der Ringe“ massive Verwendung, sind aber auch nicht zuletzt etwas, dem man sich selber gut widmen kann. Dabei machen es einem gerade Modell-Hersteller sehr einfach, da meist ja ein Größenverhältnis mitgeliefert wird. Hat man also einen Ferrari im Größenformat 1:10, dann heißt das, dass das Auto zehn mal näher an der Kamera stehen muss als normal, um wieder die gleiche Größe zu haben wie sie das echte Auto hätte.

Das ist jetzt mal nur ein Beispiel für sehr einfache und zugängliche Effekte, mit denen man sich gerade massiven Aufwand in der Nachbearbeitung sparen kann.
Doch bevor wir hier ein Fazit wagen, schauen wir uns doch kommendes Update erst einmal die andere Option an, die in der Postproduktion applizierten SFX. Da kommen wir dann sogar wieder auf ein weiteres Raumschiff-Landedeck zu sprechen, denn wo Cameron mit Modellen trickste, ist es ausgerechnet Chris Roberts‘ unsäglicher „Wing Commander“-Film, der uns auch ein vergleichbar einfaches, digitales Lösungsmodell beschert.

Mehr dazu dann aber kommendes Mal an dieser Stelle.

Grüße,
Thomas

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