Das machen wir digital: Eine Einführung in SFX

Morgen zusammen!
Nachdem wir das vergangene Mal also einen Blick auf die praktischen Effekte am Set geworfen haben, erfolgt unser Blick dieses Mal auf die andere Möglichkeit: Die oft zitierte Postproduktion.

Da gibt es, zunächst einmal, natürlich die unterschiedlichsten Herangehensweisen, doch gerade auch im Amateurbereich wird es vermutlich doch immer auf eine digitale Nachbearbeitung des gefilmten Materiales hinauslaufen.
Die beiden großen Pluspunkte der digitalen Effekte sind dabei nach dem, was wir letztes Mal geschrieben haben, recht offenkundig. Klar, zunächst einmal, die Kostenfrage. Hat man die Programme einmal zur Hand (und das ist bisweilen recht leicht legal zu bewerkstelligen, wenn man mit Test- und Studentenversionen sowie einfach älteren Programmausgaben arbeitet), verschlingen derartige Effekte kein weiteres Geld, ganz gleich ob man nun einen kleinen Mündungsblitz oder einen lebensgroßen Drachen in die Szene kopiert haben möchte.
Darin verbirgt sich sogar schon Vorteil zwei, denn – wenigstens in der Theorie – ist man bei CGI-Effekten (wir erinnern uns, computer-generated images) ja an keinerlei weltliche Beschränkungen mehr gebunden.

In der Theorie. Denn eines muss man beim digitalen Bereich direkt vorausschicken: Die Bandbreite von Ergebnissen, die man als „gewollt und nicht gekonnt“ bezeichnen muss, ist weitaus größer als bei traditionellen VFX.
Wenn etwas aussieht, wie frisch von der Playstation (One) gezogen, dann macht das den Film vermutlich einfach kaputt. Das sieht man, zumindest für meinen Geschmack, sehr gut in diversen asiatischen Filmen, die mit den digitalen Effekten bisweilen doch sehr wohlwollend umgehen und dadurch sehr viel potentielle Wirkung einbüßen – alleine etwa durch das unverkennbar einkopierte Blut in dem ansonsten grandiosen „Zatoichi“.
Doch auch westliche Filme fallen dem Digitalwahn bis heute immer noch, immer mal wieder zum Opfer – jüngst wurde etwa „I Am Legend“oft und massiv für seine Kreaturen kritisiert, die vielen Zuschauern zu unecht erschienen sind. Auch wenn ich die Meinung persönlich nicht so ganz teile.

Der Trick bei den Postpro-Effekten ist zunächst einmal, das weniger oft mehr ist. Wer sich die Technik zu Nutze macht, ohne in zu großen Spielereien zu versinken erzielt oft gelungene Ergebnisse, ohne dabei auffällig zu werden. Ein Beispiel dafür ist etwa der Film „Wing Commander“, den Chris Roberts zu seiner eigenen Computerspiel-Reihe gedreht hat. Da war das Budget ziemlich knapp und reichte nicht, um einen ganzen Hangar zu bauen. Also hat Roberts einen halben Hangar bauen und filmte den jeweils doppelt, aus beiden Richtung, um das nachher dann am Computer zu vereinen und zu spiegeln.
Und als wir in „Xoro“ eine Wurfaxt im Flug nahe an die Darsteller bringen mussten, machten wir etwas ganz ähnliches: Wir filmten einmal die Darsteller und einmal die Axt, nur um das dann nachher zu kombinieren. Sicher für alle, aber ansehnlich.

Wir kommen dieser Tage auf die Kombination von praktischen und digitalen Effekten noch zurück. Was natürlich bleibt sind die Situationen, in denen man einfach nicht an offensichtlichen Effekten vorbeikommt. Feuer, Explosionen, Raumschiffe – sowas halt.
Gerade bei solchen Effekten ist es unabdingbar, sich im Vorfeld schon mal ein paar Gedanken zu machen.

Was für Gedanken? Nun, das beschauen wir uns dann einmal beim kommenden Update…

Viele Grüße,
Thomas

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