Einen Effect Shot planen

Morgen zusammen!
Nachdem wir nun einen grundsätzlichen Eindruck von unserem Thema erhalten haben, schauen wir uns doch mal an, wie die Praxis beginnt.

Anfang steht natürlich das Drehbuch. Doch schon an diesem frühen Punkt sollte man sich die Mühe machen und ein Mal schauen, was alles den Einsatz von Spezialeffekten erfordern wird. Das können ganz offensichtliche Effekte sein, oder aber auch nur bildunterstützende, subtile Eingriffe.
Um noch einmal das Axt-Beispiel vom vorletzten Mal zu bringen: In „Xoro“ gibt es eine Szene, in der neben den Hauptdarstellern eine Axt in einem Baum einschlägt. Da das recht gefährlich ist, wenn die Axt nur nahe genug an die Darsteller heran soll, entschieden wir uns dazu, es als Effekt umzusetzen.

Die nächste Frage war nun, was für eine Art von Effekt das wohl werden könnte. Es würde wohl ein Computer zum Einsatz kommen, was auch schnell klar war, uns aber hier zu einer der wichtigsten Erkenntnisse überhaupt bringt: Kamerabewegungen sind der Teufel für CGI.
Denn wenn die Kamera sich bewegt, müssen die Bewegungen der einkopierten Elemente daran angeglichen werden, was im Optimalfall nicht ganz einfach, in schlimmsten Falle sogar fast gänzlich unmöglich ist. Es geht, natürlich, gerade wenn man die beim letzten Mal schon erwähnten „Marker“ zur Hand hat (und dank unserer Liste vom letzten Mal habt ihr das in Zukunft ja sicherlich), aber es ist meist bockschwer.
Wir entschieden uns dafür, den einfacheren Weg zu gehen und stellten die Kamera auf ein Stativ – den Rat, im Zweifel immer auf das Dreibein zu setzen, gab ich hier ja auch bereits schon einmal.

Nun kommt die Frage, wie man den Effekt de facto umsetzen kann. Eine Möglichkeit wäre es gewesen, die Axt als CGI-Objekt zu generieren. Das ist nicht ganz einfach, von den Texturen her schwer zu machen und dazu noch knifflig, was die Interaktion mit bzw. das Einschlagen in den Baum betrifft. Die Alternative dagegen ist ein Trick, den man schon seit vielen Jahrzehnten verwendet, auf den wir aber dann setzten:
In einer festen Kameraperspektive wurden Darsteller und Axt in unterschiedlichen Takes gefilmt, nur um dann in der Nachbearbeitung übereinander gelegt zu werden. Durch die vorigen Überlegungen, etwa die bewusste Entscheidung gegen eine bewegte Kamera, wurde die Umsetzung des Effektes sehr einfach.

Abschließend bleibt dann stets nur noch die Frage, was man ansonsten noch vom Set mitnehmen muss. Im Falle unseres Beispiels war das gar nicht viel: Den Color Checker sollte man sowieso immer verwenden. Aber Lichtinformationen, eine Ortsskizze oder Bewegungsmarker waren hier auch einfach nicht notwendig.

Am Set war der Shot dann recht schnell gedreht und das Ergebnis konnte dennoch überzeugen, da der Effekt zwar simpel ist, dafür aber auch auf ganzer Linie überzeugen kann.

Im Allgemeinen sind die Schritte hier also:

  1. Bestimmen, welche Shots einen Bedarf an Effekten haben
  2. Die Wahl der Methode (on set, CGI, etc.)
  3. Festlegen, welche Umstände erfüllt sein müssen, damit der Shot umsetzbar ist
  4. Welche weiteren Informationen (Licht, Winkel, Marker) müssen für die Postproduktion festgehalten werden
  5. Die Umsetzung am Set

Eine Vereinfachung haben wir uns allerdings hier noch immer gegönnt: Noch erweckt es etwas den Anschein, als wäre die Entscheidung zwischen SFX und VFX eine absolute und schwarzweiß zu treffende Wahl. Dem ist zweifelsohne nicht so: oftmals ist es die Kombination verschiedenster Techniken, die einen Effekt richtig rund macht. Darum schauen wir uns das kommende Mal doch einfach einmal ein paar Beispiele an, die zeigen, wie man so richtig, richtig gute Ergebnisse erziehlt.

Bis dahin wünsche ich euch eine angenehme Zeit!
Wir lesen uns in fünf Tagen!

Viele Grüße,
Thomas

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