Die Kamera (3 von 5): Einstellungsmöglichkeiten

Und einmal mehr: Moin Moin!

Die letzten beiden Einträge waren eher lang, versuchen wir das heute noch mal auf ein etwas entspannteres Maß zu reduzieren.
Manuelle Einstellungsmöglichkeiten sind also eine ganz feine Sache an jeder Kamera … doch was davon ist praktisch wirklich von Nutzen?

Weißabgleich
Der Weißabgleich, mal strengst vereinfacht ausgedrückt, sagt der Kamera, welche von diesen vielen Farben, die sie da sieht, wirklich Weiß ist. Anhand dessen nun kann sie dann die anderen Farben und Helligkeitswerte richtig zuordnen.
Ein automatischer Weißabgleich ist zwar an sich eine feine Sache, doch versagt aber auch gerne mal. Bei uns hat das mal dazu geführt, dass eine Aufnahme, bei bedecktem Tageslicht gefilmt, einen Blaustich hatte, wie man ihn sonst allenfalls noch aus der aktuellen Magnum-Kinowerbung kennt. Kann man manuell einstellen, reicht meist ein weißes Blatt Papier und schon kann man dies verhindern.

Schärfe
Hier gilt das gleiche: Autofokus (also automatische Schärfe) ist zwar eine feine Sache, aber auch nur unter einfachen Bedingungen. Dreht man etwa eine dynamische Kampfszene, will man ja auch nicht, dass die Kamera mittendrin einmal kurzzeitig das an ihr vorbeizischende Schwert fokussiert und die Kämpfenden unfreiwillig einige Sekunden Unschärfe genießen. Kann man ihn manuell festsetzen, lässt sich dieser kameraseitige Aktionismus vermeiden.
Aber es bedarf manchmal gar nicht so wilder Aufnahmen – wir hatten auch schon mal einen die Schärfe stehlenden Schmetterling auf einer Wiese.
Für das Spiel mit Tiefenschärfe (Schärfentiefe) braucht man den manuellen Fokus natürlich eh.

Übrigens, damit ihr mal wieder angeben könnt: Das Verb zum ganzen Gebiet ist „ziehen“; man „zieht die Schärfe“. Das kommt von den „Großen“ her, bei denen es einen eigenen Mitarbeiter gibt, der sich parallel zur Kamera bewegt und eben genau das an einem Hebel tut: Er zieht die Schärfe.

Der „Shutter“
Der Shutter ist ein recht komplexes und spannendes Teil Technik an einer Kamera, das viele Leute gar nicht kennen. Bis wir uns dem mal im Detail widmen will ich ihn mal als „Bildunterbrecher“ bezeichnen; ein Shutter unterbricht im ganz klassischen Sinne die Belichtung der Filmstreifen indem er den Eingang schließt (to shut) und trennt so Bild von Bild.
Ist diese Zeit zwischen Trennung und Trennung lang, entstehen sehr weiche Bilder, ist sie dagegen kurz, gibt es einen harten und ruckeligen Look; etwa das, was viele als den typischen Look der Kampfszenen aus „Gladiator“ kennen.

Bei den günstigen Heimkameras ist es in der Tat eher selten, aber bei manchen kann man auch den Shutter-Intervall regeln. Eine feine Sache, eben gerade um den oben genannten Look beeinflussen zu können.

Zum Zoom
Zuletzt: Nahezu jede Kamera hat eine Zoom-Funktion. Doch da gibt es zwei feine, beachtenswerte Unterschiede.
Einerseits gibt es einen analogen und einen digitalen Zoom. Der analoge Zoom ist dabei die ganz klassische Variante: die Linsen werden mechanisch verstellt und dadurch ein Bildbereich näher herangeholt. Fast wie ein Fernglas.
Digitaler Zoom dagegen vergrößert einfach Pixel von bereits gefilmten Aufnahmen, was das Bild grobkörnig und eigentlich direkt reif für den Müll macht. Doch hier muss man aufpassen, denn die gigantischen Zoom-Stufen aus den Prospekten sind zumeist eben genau dieser digitale Zoom … aber andererseits, es braucht wirklich niemand an einer Heimkamera einen 500fachen Zoom, man kann es also verschmerzen.

Die andere Variante ist die Art, wie man den Zoom einstellt. Macht man es ganz analog mit einem Rädchen, macht man es über Tasten oder gar nur über das Menü? Das ist bei eigentlich allen oberen Punkten sowieso noch eine Frage, doch meist eine der Präferenz. Der Zoom, soll er aber flexibel sein, sollte möglichst frei analog eingestellt werden können.

Soviel zu den zentralen Einstellungsmöglichkeiten der Kameras. Kommen wir kommende Woche doch noch mal zu einem unserer allerersten Themen zurück: der alten Frage, ob man nun 4:3 oder 16:9 filmen sollte.

Bis dahin viele Grüße,
eure Thomas

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