Die Kamera (5 von 5): Kennen Sie Dunkelstrom?

Einen schönen guten Morgen!

Heute wird es noch mal technisch, legen wir also direkt los:
Bei normalen, klassischen Kameras ist es ja der Film selber, der als lichtsensitiver Aufnahmekörper für die Aufnahmen fungiert. Bei digitalen Kameras ist die Sachlage etwas anders, hier sind es Chipsätze, die so genannten CCDs, die das Licht in ein speicherbares Bild transportieren. Das funktioniert in der Regel auch durchaus gut und ermöglicht uns überhaupt erst unser Hobby, die kostengünstige Filmerei.
Aber CCDs haben auch so ihre Nachteile, und einer der größten davon soll heute unser Thema sein: Dunkelstrom.

Dunkelstrom ist, ich zitiere mal die Wiki: „ die spontane Bildung von freien Ladungsträgern durch Wärme in einem lichtempfindlichen Halbleiter, beispielsweise dem CCD-Bilddetektor oder der Fotodiode.“
Zu Deutsch: Die Wärme der Chips (die alleine schon durch die Stromversorgung für die Aufnahme vorhanden ist) versetzt die Atome und Moleküle, aus denen auch die CCDs bestehen, in Schwingung und erzeugt so minimale Spannungen. Diese werden in der Regel ohne Probleme von bei Tag gefilmten Bildern überlagert und fallen so unter den Tisch; filmt man aber bei Nacht, zeigt sich einem das ganze Elend und es „rauscht“ in den dunklen Flächen.

Nun könnte man gegenhalten, dass klassisches „Bildrauschen“ ja auch bei Filmmaterial vorkommt; das stimmt natürlich. Der Unterschied liegt im Detail. Im Gegensatz zum klassische „Filmkorn“, wie man es auch aus dem Kino kennt, tritt bei digitalen Aufzeichnungen ein so genanntes Chrominanzrauschen auf. Plötzlich schwirren dunkle Punkte durch das Bild, bevorzugt in Farben, die man so gar nicht gebrauchen kann, blau und violett etwa.
Dem steht bei klassischem Filmmaterial ein Luminanzrauschen gegenüber, das sich vor allem auf der eben der Helligkeit abspielt und insofern das Bild selber nicht modifiziert bzw. verzerrt.

Die nebenstehende Illustration sollte noch einmal helfen, das Problem zu verbildlichen.

Und was macht man jetzt?
Die besten Wege an Dunkelstrom vorbei sind bessere CCDs und größere, bessere Objektive, die mehr Licht an den Sensor lassen. Das Problem daran ist, dass das beides Dinge sind, die vermutlich auch auf absehbare Zeit felsenfest mit höheren Preisen verknüpft sein werden – und zwar nicht zu knapp.
Insofern ist der wichtigere Ratschlag vermutlich noch: Seid euch des Problems bewusst. Denkt dran, dass ihr nicht auf Film dreht, sondern arme CCDs belichten müsst. Dann klappt es auch mit den dunklen Aufnahmen!

Soviel erst mal wieder zur Kamera. Kommendes Update gibt es dann mal wieder News in eigener Sache, bevor wir uns weiteren Lehrthemen widmen.

Viele Grüße,
Thomas

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