Wenn Film und Vorspann verschmelzen

Morgen zusammen!

Entgegen erster Befürchtungen doch recht pünktlich wollen wir auch heute wieder einen weiteren Blick auf die Welt der Vorspann-Gestaltung werfen.
Eine ebenfalls immer beliebter werdende Variante ist es, die Credits in den Film einzublenden, und zwar nicht nut einkopiert, sondern regelrecht eingebettet zu inszenieren. Ein wunderschönes Beispiel für diese Technik, weil es so subtil geschieht, ist Tim Burtons „Sleepy Hollow“.
Einfach mal genau auf den Text achten. Einerseits ist er klar in einer Ebene über dem Bild inszeniert, andererseits rieseln die Buchstaben bisweilen mit dem Herbstlaub herab, spiegeln sich im Wasser oder zeigen andere Interaktion mit der eigentlichen Bildebene. Wunderschön.
Im nachfolgenden Link leider nicht ganz so schön, weil YouTube das Video derzeit nicht mit der originalen Musik anzubieten weiß. Aber gut, man kann nicht alles haben. Die Bilder sind hier wichtiger.


http://de.youtube.com/watch?v=w2uxSbpDiaA

Oder aber, der Vorspann ist optisch schon Teil des gefilmten Materials, wird aber symbolischer Verwendet. Der Vorspann von David Finchers „Panic Room“ ist auf den ersten Blick etwas irritierend. Klar, die an den Hausfronten arrangierten Schriftzüge sind an sich eine schöne optische Spielerei – doch auf einer Metaebene (http://de.wikipedia.org/wiki/Metaebene) weiß der Vorspann noch ganz anders zu punkten. Denn der gesamte Film, so klaustrophobisch er insgesamt und im Gegensatz zum Vorspann ist, dreht sich um Räume und räumliche Verteilungen sowie die Bewegungen im Raum. Das ist Thema des Films – und das ist Thema des Vorspannns.


http://de.youtube.com/watch?v=sqIclb4qsJI

Wo wir schon bei Fincher sind: Auch der Vorspann von „Fight Club“ wählt einen spannenden Weg. Es beginnt gewissermaßen im Hirn des Protagonisten und arbeitet sich seinen Weg durch seine Synapsen heraus in den Alltag.
Das bietet einerseits Gelegenheit, eine echt tolle Spezialeffekte-Show abzuliefern und zieht den Zuschauer gewissermaßen ungebremst in das Geschehen, da der Übergang von den Credits zur Handlung ohne Schnitt erfolgt (umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass der Film selber einige sehr harte Schnitte und Sprünge hat). Aber auch ansonsten ist diese Sequenz wieder ganz Fincher-typisch sehr vielsagend.


http://de.youtube.com/watch?v=hbbox_bfCXc

Soviel für heute über Filme, wo Vorspann und Hauptfilm nahtlos ineinander übergehen. Das ist insgesamt eine eher moderne Technik (mit Ausnahmen, klar). Kommendes Mal schauen wir uns dagegen mal ein Stilelement an, das es heute eigentlich gar nicht mehr gibt.
Neugierig?
Mehr dazu dann kommendes Update!

Viele Grüße,
Thomas

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