Irritationselemente erhöhen die Spannung!

Morgen zusammen!

Die Beiträge heute und das kommende Mal sind kurz, aber doch zwei filmische Eigenheiten, die durchaus auch einmal eine Erwähnung hier verdient haben.

Eigentlich war es bei uns am Set schon häufiger ein Running Gag: Der Satz „Irritationselemente erhöhen die Spannung.“, den gerade Ralf gerne und oft, oft auch beherzt, in den Raum wirft.
Doch es ist auch einfach wahr und ein wichtiger Ratschlag noch dazu.
Vor allem bewusst gesetzte, optische Irritationen können in der Tat helfen, den Zuschauer noch interessierter, noch enger an den Film zu bekommen.
Drei bekannte Beispiele: In „Panic Room“ von David Fincher gibt es eine ganze Menge sehr langer Kamerafahrten durch das Haus. Das hatte man auch damals schon häufiger gesehen und eigentlich war das auf den ersten Blick nichts Besonderes. Dann aber durchfährt die Kamera den Henkel einer Kaffeetasse! Physisch unmöglich und die bis dahin ungeahnte Enthüllung, dass dort auch digital gezaubert wurde. Doch jeder, der ein wenig wusste, wie groß Kameras sind, schreckte hoch und Fincher erhielt einen kleinen „Wie hat er das gemacht?“-Moment in Sachen Kinomagie, selbst wenn die Anwort an und für sich offenkundig war: Digital.
Eine tolle Featurette dazu hat es übrigens auch zu YouTube geschafft und kann hier gesehen werden: „Panic Room Dolly Shot

Ein vielleicht noch größerer Zauberer ist Robert Zemeckis. In „Contact“ gibt es ebenfalls eine Kamerafahrt durch ein Haus. Sie endet in einem Raum, doch entgegen der Logik des vorher Gesehenen klappt das Bild dann beiseite und man stellt fest, dass die Ansicht des Raumes eigentlich die Reflektion in einem Spiegel war. Nur, wenn es eine Spiegelreflektion war, wie kam dann die Fahrt zustande?
In „Schatten der Wahrheit“ dagegen, eigentlich ein ganz einfacher Effekt, fällt ein Charakter zu Boden. Er schlägt auf und die Kamera fährt unter ihn; erst nach einen Moment merkt man, dass sie dafür eigentlich durch den Boden gefahren sein muss.

Es sind natürlich Spielereien, aber sie helfen auch bei einer der wichtigsten Aufgaben eines jeden Filmemachers: Sie helfen, das Bild interessant zu halten.
Außerdem ist der Spruch selber natürlich immer eine tolle Ausrede, um Anschlussfehler zu erklären 😉

Viele Grüße,
Thomas

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