Pars pro Toto in der Szenengestaltung

Morgen zusammen!

Nicht nur innerhalb einer Bildfolge, sondern auch innerhalb einer Szene (im Sinne einer geschlossenen, erzählerischen Einheit) kann man das vergangenes Mal schon vorgestellte „pars pro toto“ nutzen.
Zur Erinnerung: Ein „pars pro toto“ ist ein Gestaltungselement, dass ein Teil zeigt, um sein Ganzes zu suggerieren und den Zuschauer so besser einzufangen, da er eben selber nachdenken muss.

Traditionelle Beispiele für szenische Verwendungen der Methode findet man beispielsweise oft da, wo Leute in Stadien sitzen. Zwei Leute unterhalten sich auf der Tribüne, was die eigentliche Szene bildet, aber immer wieder werden kurze, kaum Sekunden umfassende Einspieler gemacht. Füße, die Bälle treten, etwa. Oder aber galoppierende Pferde, rasende Autos. Der Zuschauer folgt dem Spiel nicht aktiv, es hat auch am Set nie ein wirkliches Match gegeben. Aber diese Variationen von Impressionen direkt aus dem Spiel erzeugen dennoch den Eindruck, dass dort ein Sport-Event parallel stattfindet.

Eine andere, mögliche Nutzart ist weniger realistisch, sondern strikt erzählend. Beispiel „Spaced“: In der britischen Sitcom mit „Shaun of the Dead“-Star Simon Pegg (Pflichtserie, meiner Meinung nach, gerade auch, was gute Kameraarbeit betrifft) werden immer mal wieder Bilder von Playstation-Spielen eingespielt. Ein Streitgespräch mit seiner Mitbewohnerin Daisy wird von einem Tekken-Match illustriert und als er einmal frustriert ist, zieht er los, Lara Croft zu ertränken.
Immer wieder werden kurze Schnipsel aus dem Spiel in die Bildfolge geworfen und unterstreichen so weiter die erzählerische Absicht der ganzen Szene.

Doch es gibt noch eine dritte Variante, etwas mit einem „pars pro toto“ anzufangen – und auf die komme ich dann wieder in fünf Tagen zu sprechen.

Viele Grüße,
Thomas

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