Eifelareas gute Ratschläge 2: Was ist ein „Grip“ und warum ist bei uns jeder einer?

Hallo zusammen!

Unser August-Tipp ist eigentlich selbsterklärend und mit gesundem Menschenverstand auch leicht zu erschließen, aber da ich es oft genug schon anders gehört habe, habe ich mich entschlossen, es hier mit aufzunehmen: „Everybody’s a grip“.
Fangen wir vorne an: Ein „Grip“ ist, anders als die fehlinformierte Wikipedia behauptet, ein technischer Angestellter beim Film, dessen Hauptaufgabenfelder … salopp in den ganzen „Schlepp-Aufgaben“ bestehen. Sie tragen Kisten, sie tragen die Ausrüstung, sie tragen Requisiten, sie tragen und hängen Lampen … in gewisser Weise also die Männer und Frauen für’s Grobe. Und bei den wirklich großen, teuren Filme wie „Fluch der Karibik“ sind das richtig imposante Personalstäbe, die da auf die Welt losgelassen werden. Wer Spaß an so etwas hat, findet auf der Bonus-DVD zum zweiten Teil der Piraten-Reihe ein schönes Special über die irrsinnige Logistik, die sie dort auf die Insel losgelassen haben.

Aber wer NoBudget dreht, der hat diese Produktionsstäbe nicht. Schlimmer noch, vermutlich hat er gar keinen expliziten „Grip“ am Set. Denn die Rechnung ist einfach: Wer mit Regie, Kameramann und drei Schauspielern an einem Drehort ist, kriegt alle beteiligten in einem Auto unter und hat entweder zugleich noch fünf „Grips“ im Wagen, da jeder mit anpackt, oder aber muss einen zweiten Wagen organisieren, in dem Leute sitzen, die die halbe Zeit nichts zu tun haben, da sie halt ab und zu was tragen, sonst aber kein Aufgabenfeld haben.
Erfolgreich ohne Budget drehen, das heißt immer, dass man Aufgabenfelder möglichst optimiert auf einige, wenige Personen bündelt. Und kein Aufgabenfeld ist auch nur annähernd dafür so prädestiniert wie das des „Grips“.

Spannend finde ich allerdings noch zu erwähnen, dass diese Arbeitsweise – wie ja eigentlich immer – gar nicht zwangsläufig so unprofessionell ist, wie man meinen sollte. Anfang Juni gab Regisseur Harald Zwart ein Interview zum neuen „Karate Kid“-Film mit Jackie Chan und Jaden Smith, das mich sehr schmunzeln ließ, weil dort die Not der NoBudget-Filmer als neuerliche Tugend entdeckt wurde:

I really wanted to shoot it as if it was an independent movie, and we did too. In China, I had about a 550-man crew and every time I had 90 drivers. One day we were gonna shoot just these close-ups of Jaden in the backseat that are in the opening sequence and I counted 40 trailers. I said, „Guys, this is insane. I know we’re a big Hollywood movie, but there’s no correlation between this number of trucks and the little shot I’m making over here.“ So I had a big meeting with everyone and I said, „I want to be in the streets of Beijing. I want to go to these old temples. I want to shoot in the Forbidden City, all these places I wanted to shoot. If we’re gonna take over the world each time we come in… if I can’t shoot somewhere because I don’t have a parking lot nearby big enough for the trailers, we have to rethink.“ So I decided, „Let’s become this small, independent crew for those certain moments.“ We became a crew of just one van. We decided not to have any more equipment that we could fit in one car. Will and Jackie just put on baseball hats and pretended not to be themselves (laughs) because they can’t walk around anywhere without people recognizing them. So that’s how we got all those shots done. On the top of the mountain, we just had the little gondola and I saw Will carrying sound equipment and Jackie helping out with props. That’s how we got all that authentic energy in the movie.

zitiert nach ComingSoon.net

Insofern bleibt der zweite, gute Ratschlag, den wir geben wollen, einfach: Es packt jeder mit an.

Viele Grüße,
Thomas

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