Eifelareas gute Ratschläge 3: Drei Füße für ein Halleluja

Hallo zusammen!

Ralf (mit Ghetto-Cam) und ich am Set von "Hilde"

Wir haben ja auch schon in der Vergangenheit hier einige Vorrichtungen vorgestellt und selbst erklärt, auf die man seine Kamera so schnallen kann. Wir haben auf Johnny Chung Lees „$14 Camera Stabilizer“ hingewiesen, haben die sog. „Ghetto Cam“ als Alternative vorgestellt (siehe auch das nebenstehende Bild) und vor gar nicht langer Zeit auch unseren NoBudget-Slider präsentiert.

Wir arbeiten zudem in einer Zeit, in der offenbar gerade im Bereich Filmschnitt und Inszenierung das Motto „Viel ist viel“ zu gelten scheint. Frank Darabont spricht in den Making Of-Aufnahmen zu „Der Nebel“ oft von einem „Dokumentar-Stil“, vor gar nicht allzu langer Zeit nannte man es noch „Videoclip-Ästhetik“ und oftmals beschreibt es vor allem eines: Verwackelte, schnelle, chaotische Aufnahmen.

Nun bin ich niemand, der sich da prinzipiell sträubt. Im Gegenteil bin ich sogar etwa ziemlich Fans von den Looks, die JJ Abrams für seinen „Star Trek“ oder Paul Greengrass für seine „Bourne“-Teile kreiert hat. Aber ich weiß auch eines: Nichts auf der Welt ist so schwierig wie eine überzeugende Handkamera-Aufnahme.

Aber zum Glück gibt es einen treuen, heutzutage oft schon fast vergessen zu nennenden Helder in allen Situationen der Not. Einen, der immer zu einem hält, egal wie die Aufnahme aussieht. Einen, der einen nie ganz im Stich lässt und der zwar nicht immer das beste, aber immer ein verlässliches Ergebnis liefert: Das Stativ. Manchmal auch Dreibein geheißen.

Wenn du im Zweifel bist, wie du deine nächste Einstellung filmen solltest, wenn du unsicher bist – greif zum Stativ.
Es ist ruhig, es steht fest, was es für Spezialeffekte geradezu prädestiniert.
Es lässt sich ruhig justieren und dann in einer bestimmten Einstellung halten.
Anschluss-Schnitte sind verlässlich zu planen, denn das Stativ verruckelt keine Aufnahme.

Dazu kommt noch eine wichtige Erkenntnis, die oft übersehen wird. Wenn in einem Multi-Millionen-Dollar-Spektatkel schnell und wild gefilmt und geschnitten wird, dann erkennt man das sofort als Stilmittel. Wenn der Film aber ohnehin noch immer ein wenig nach NoBudget aussieht (und das wird er vermutlich), dann wird aus dem Stilmittel auch schnell ein missverstandener Formfehler, so als hätte der Kameramann es auch einfach nicht gekonnt.

Moderne Filme signalisieren uns gerne das Gefühl, dass man audiovisuell unterfordert sein würde, würde die Kamera nicht die ganze Zeit wie wild herumfahren. Der Eindruck täuscht. Und ein gutes, ruhiges Bilder schlägt ein schlechtes, wackeliges jederzeit.

Oder um zum Abschluss Stu Maschwitz zu zitieren:

Using a tripod is to filmmaking what wearing pants is to walking around in public – it’s something you do because you have at least a tiny shred of respect for yourself.

Viele Grüße,
Thomas

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s