Eifelareas gute Ratschläge 9: Mach den Film zu deiner Leidenschaft!

Hallo zusammen!

Ich sage ja immer mal wieder gerne, dass Filme viel Arbeit sind, zumindest, wenn man mit einem wenigstens rudimentären Anspruch ans Werk geht. Und hier nun liegt auch direkt der Hase im Pfeffer:
Wer sich anschickt, einen Film zu drehen, geht in gewisser Weise einen Pakt mit dem Werk ein. Der Pakt, das Bekenntnis, besagt, dass man willens ist, zu gottlosen Zeiten aufzustehen und/oder noch auf zu sein, um am Szenen zu arbeiten. Man wird am Set im Regen stehen. Wird Pannen überdauern müssen (sprachen wir ja letztes Mal drüber). Jeder wird mal warten müssen, jeder wird vielleicht mal gelangweilt, übermüdet oder zeitlich eigentlich viel zu gebunden sein – und dennoch steht man dann wieder am Set oder hockt tief in der Nacht, Capuccinos schlürfend vor dem Rechner. Warum?
Weil man den Film liebt. Weil man mit Herzblut dahinter steht und weil man den Punkt erreichen möchte, an dem dieses Magnum Opus in die Welt ziehen kann.
Wir haben für Hilde eine Produktionszeit von ungefähr zwei Jahren angesetzt; bei Xoro waren es nachher sogar rund fünf. Man braucht einen langen Atem dafür – und das heißt auch, dass man es nie so weit kommen lassen darf, dass man das Projekt nicht mehr sehen will.

Die "Hilde"-Pinnwand

Im Rahmen einer Amateur- bzw. NoBudget-Produktion ist auch nicht jeden Tag etwas daran zu tun – aber man muss im Grunde dazu bereit sein, an jedem Tag, an dem etwas anfällt, Energie dafür aufzuwenden. Direkt neben meinem Schreibtisch hängt eine Pinnwand mit Fotos, Notizen, Übersichten und Konzept-Material rund um Hilde. Jedes Mal wenn ich nach links schaue, schaue ich darauf – und ich mache es noch immer gerne.
Und anders sollte es meines Erachtens auch nicht sein.

Ich kann mir auch durchaus vorstellen, dass eine engagierte Gruppe, in der sich jeder einbringt und immer zumindest jemand da ist, der gerade bei der Sache ist, auch funktioniert, selbst wenn niemand die ganze Zeit über bei der Sache ist. Ich bin ja auch nicht der einzige Aktivposten bei uns – ganz im Gegenteil, Hilde wäre ohne mein eifriges Team gar nicht möglich.
Aber wenn ihr euer Herzblut in den Film steckt, wenn Begeisterung, Kreativität, Einsatz- und manchmal auf Aufopferungswillen gleichermaßen auf Anschlag hoch sind, dann gibt das dem Film selbst auch eine ganz eigene, große Kraft. Und dann habt ihr auch direkt wieder etwas gefunden, was gerade euren Film aus der Masse heben kann. Die besten Filme wurden vermutlich von irren gemacht. Wie etwa bei „Blade Runner“, bei dem jedes Klingelschild in den riesigen Kulissen individuell beschriftet war. Aber das gilt nicht für die Masse, vieles wird auch (oder sogar vor allem) im kommerziellen Sektor „abgekurbelt“, wie man sagt.
Aber Leidenschaft bleibt spürbar, Leidenschaft überträgt sich auf den Zuschauer. Vielleicht fehlt es euch an Budget oder an Produktionsmitteln. Aber mit genug Leidenschaft werdet ihr dennoch euer Publikum finden. Und begeistern.

Viele Grüße,
Thomas

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