Von den Profis lernen: Die Unbestechlichen

Hallo zusammen!

Wir machen jetzt hier heute mal was Neues. Unter diesem Text befindet sich ein Screenshot aus „Die Unbestechlichen“, Alan J. Pakulas Polit-Thriller auf Basis des Watergate-Skandals von 1976 mit Robert Redford und Dustin Hoffman in den Hauptrollen.
Schaut euch den Screenshot mal an und überlegt euch, was daran bemerkenswert ist.
Danach klickt ihr dann unten auf „weiter“ und dann sag ich euch, warum ich den bemerkenswert finde.

All The President’s Men © 1976 Warner Bros. Entertainment Inc. and Wildwood Enterprises Inc.

Der obige Screenshot um Analysen und Erklärungen erweitert

Es gibt eine ganze Menge Sachen, die das Bild bemerkenswert machen. Da ist zunächst mal das Arrangement. Redford sitzt präzise im goldenen Schnitt und damit mit dem Kopf an der Stelle, die beim Betrachten ganz intuitiv als Zentrum der Aufmerksamkeit wahrgenommen wird. Das wird noch mal durch den gewählten perspektivischen Fluchtpunkt unterstrichen, der ebenfalls genau auf den Kopf deutet, vor allem durch die auffälligen Lampenreihen an der Decke.

Noch viel bemerkenswerter ist aber die Schärfe. Während Redford vorne scharf ist und sein Hintergrund verschwommen, ist der szenische Hintergrund am linken Rand gestochen scharf. Wenn auch auf Kosten des Vordergrundes, der dort eindeutig verschwommener ist als auf der anderen Seite.
Der Trick ist dabei eine so genannte bifokale Linse. Bifokal, das kennt man etwa von Brillen, die auf Weitsicht ausgelegt sind, aber diese kleinen Felder vorne haben, die zum Lesen gedacht sind. Im Grunde genau gleich ist das Verfahren auch hier – während die Linse das Licht rechts so bündelt, dass der Schärfebereich klar nahe der Kamera liegt und der Hintergrund daher in sanftem Bokeh versinkt, ist es auf der anderen Seite genau anders herum und die Schärfe geht in die Unendlichkeit.

Damit der Trick dabei nicht auffällt, verläuft der Bruch zwischen beiden Ebenen genau entlang der prägnanten Mittelsäule – ein Trick, den wir ja auch etwa in Xoro schon verwendet haben, wo ein Baum und effektiv zwei unterschiedliche Aufnahmen die Trennung zwischen den Schauspielern und einer geworfenen Waffe bilden.
Umso beachtlicher hier aber, da in der Aufnahme der Bildausschnitt auch noch immer weiter auf Redford zufährt.

Zuletzt beachtlich ist die Aufnahme noch, weil sie eine einzige, lange, sechsminütige Sequenz ist, die am Stück gefilmt worden ist und dennoch ihre Spannung halten kann.
Nicht nur, aber sicherlich auch wegen des gelungenen Arrangements.

Und darum sage ich immer wieder gerne: Von den Profis lernen, heißt siegen lernen!

Viele Grüße,
Thomas

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Ein Gedanke zu „Von den Profis lernen: Die Unbestechlichen

  1. Pingback: Noch eine kleine Hausaufgabe: Guckt Filme! | Eifelarea Film

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