Über den Sinn und Unsinn einer Schweigepflichtserklärung

Hallo zusammen!

Vorweg eine gute Nachricht: Ab jetzt gibt es diese Ratschläge zur Filmproduktion hier im Blog wieder jede Woche Freitags. Das ist doch mal was, oder?

Wer einmal in professionellere Medienproduktionen vorstößt, der macht dort früher oder später Kontakt mit einer Verschwiegenheitserklärung (manchmal auch: Schweigepflichtserklärung), oder bisweilen aus dem Englischen entlehnt: mit einem „Non-Disclosure Agreement“, kurz NDA.
Und das hat auch durchaus seinen Sinn.
Gerade in Zeiten des Internets ist es wichtig, die Kontrolle über das eigene Projekt zu behalten. Weder will man vorzeitig Spoiler in der Welt haben, noch will man, dass die Highlights des eigenen Films oder gar die Planung für zukünftige Projekte nach draußen gelangen. Ergänzt man, wie populär Franchises mittlerweile sind, so ist das nur umso nachvollziehbarer.

Das ist auch nicht neu. Es hatte den selben Zweck – Geheimhaltung –, dass „Rückkehr der Jedi-Ritter“ unter dem Arbeitstitel „Blue Harvest“ gedreht wurde und dass damals Drehbuchseiten auf dunkelrotem Papier geschrieben waren, um Fotokopien zu verhindern. Aber das alles ist mit dem Internet natürlich rasant kritischer geworden.

Ich habe in meinem Leben auch schon manch solche Erklärung unterschrieben. Dennoch ist mein Ratschlag immer ganz klar, wenn ich gefragt werde, ob ich das bei einem NoBudget-Projekt auch sinnvoll fände, es zu lassen. Denn auf den ersten Blick mag das sinnvoll scheinen, in der Praxis aber scheitert es im Zweifel schon an einem einfachen Punkt: Der Umsetzung.
Es geht bei solch einer Erklärung ja weniger darum, das Ausplaudern von Details zu verhindern, sondern vielmehr darum, es bei einem Verstoß zu ahnend. Dies ist der Punkt, an dem man sich fragen muss: Würde man seine Freunde – mit denen man ja vermutlich zusammenarbeitet – verklagen wollen, weil sie ein Foto von sich am Set des Films auf Instagram geladen haben? Wohl nicht, oder?
Selbst bei Mitwirkenden von außerhalb ist es die damit dann verbundenen Mühen vermutlich nicht wert; den Image-Schaden, den es sicherlich nach sich ziehen würde, schon mal gar nicht. Wie in jeder kleinen Community sind Leute, die mit Anwälten auf Probleme werfen, nie beliebt und schnell alleine. (Mit Recht, nebenbei bemerkt.)

Die Lösung, die ganz ohne Verträge und Rechtsschutzversicherungen funktioniert, sind hingegen freundliche Worte. Wer seine Helfer bittet, nichts auszuplaudern oder dieses und jenes bis zum Erscheinen des Filmes nicht jedem zu erzählen, wird feststellen, dass der Wille zur Mitwirkung eigentlich immer vorhanden ist.

… und weil die olle Juristerei für sich genommen oft so viel Pflicht und so wenig Kür ist, gibt’s zum Ausgleich am Sonntag noch ein paar „coole Videos anderer Leute“ hier zu sehen.
Deal? Deal.

Viele Grüße,
Thomas

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