Behördengänge

Hallo zusammen!

Wer auf dem Grund von Stadt oder Gemeinde filmen will, muss leider jeweils regional selber recherchieren, an welche Stellen er sich zu wenden hat. Das ist von Ortschaft zu Ortschaft unterschiedlich; in einigen Gegenden gibt es eigene Mitarbeiter für den Filmsektor im Rathaus, anderswo hat man sich derartige Fragen noch nie gestellt.

Dabei ist der eigene Fachangestellte in der Regel eher Fluch als Segen, denn Orte und Städte mit entsprechenden Erfahrungen wissen sowohl um den Aufwand wie auch um das (normalerweise) vorhandene Kapital und lassen sich eine Drehgenehmigung dann auch gerne mal tageweise ganz ordentliche Beträge kosten.

Ist man dagegen in Gebieten, wo diese Frage noch nie auf dem Tisch war, kann man alle Bürokratie vielleicht auch einfach umgehen, indem man sich etwa an Ortsvorsteher wendet. Die sind in den seltensten Fällen wirklich zuständig, aber können durchaus ein verbindliches Okay unterschreiben. Und mehr braucht man als NoBudget-Filmer ohnehin nicht. Hauptsache man hat etwas, was man Leuten zeigen kann, die während des Drehs nachfragen kommen, wer man eigentlich ist.

Der zweite Gang, der sich eigentlich immer lohnt, ist der zu Polizei oder Ordnungsamt. Gerade wer etwas drehen will, was Außenstehende falsch verstehen könnten (Szenen mit Waffen, Skinheads, andere Elemente, die nach Verbrechen aussehen) oder aber bei dem die Gefahr einer Lärmbelästigung vorliegt, sollte kurz Bescheid geben.

Das kostet aller Erfahrung nach eigentlich nie Geld und landet meistens mit einem freundlichen Lächeln einfach im Ordner, aber kann im einem im Zweifelsfall viel Ärger ersparen.
Denn niemand profitiert, wenn die Streifenwagen aufrollen, weil „sich da welche im Wald gegenseitig erschießen“ oder so.

Vielleicht habt ihr aber auch nicht gehört, habt einfach so gedreht und plötzlich leuchtet das Blaulicht auf, als sich eine Streife in euren Dreh schiebt. Das ist kein Problem, es ist aber dennoch immer eine ernste Situation. Gerade wenn die Stimmung am Set eher fröhlich war, ist dies ein guter Moment, um sich ins Gedächtnis zu rufen, dass dort gerade Gesetzesvertreter eingetroffen sind. Ein normaler Filmdreh ist nichts Illegales, oft aber in einer Grauzone und die Wahrscheinlichkeit, dass einer der eintreffenden Beamten da spezielle Kompetenz besitzt, ist gleich null. Aber auch das ist kein Probem.

Begegnet ihnen höflich und freundlich. Leistet Anweisungen erst einmal Folge und – wichtig – geht direkt konstruktiv in das Gespräch. Wie es in den Wald hinein schallt …

Die Erfahrung lehrt, dass ein paar freundliche Worte und eine ausreichende Erklärung in den allermeisten Fällen, solange sich niemand zurecht gestört gefühlt hat durch den Dreh, dazu führen, dass man gesagt bekommt, man könne weitermachen. Manchmal sind die Beamten sogar fasziniert und lassen sich alles erklären.

Wer aber meint, den starken Filmemacher markieren zu wollen – selbst wenn er eine Genehmigung vom Ordnungsamt in der Tasche haben sollte –, wird schnell feststellen, dass er dennoch am kürzeren Hebel sitzt. Wie in so vielen Momenten im Leben: Konstruktiv agieren führt weitaus schneller zum Ziel.

Viele Grüße,
Thomas

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s