Lampen für Jedermann

Hallo zusammen

Eine unserer Bauleuchten am Set von Hilde und die Glocken der Amazonen

Eine unserer Bauleuchten am Set von Hilde und die Glocken der Amazonen

Lampenfolien, Schweißerhandschuhe und Kaffee

Bauleuchten beim Dreh von Verfluchte Eifel. Man beachte a) die Schweißerhandschuhe, die wir nahe der heißen Leuchtmittel tragen und b) den Kaffee in meiner Hand 😉

Professionelle Studiolampen kosten Geld, und zwar nicht wenig. Man tut also gut daran, eine Alternative zu finden. Die perfekte Alternative hieß für NoBudget-Filmer jahrelang „Bauscheinwerfer“. Die sind für rund 15 Euro in jedem Baumarkt zu bekommen. Wer etwas sucht und Glück hat, findet sogar welche auf einem Stativ, was einem die Arbeit natürlich erheblich erleichtern kann.
Allerdings sind Bauscheinwerfer auch nicht ohne Tücke. Inszenatorisch eher ein Problem ist das harte Licht, das sie normalerweise werfen und das zu unschönen „Schlagschatten“ führt, also hart abgezeichneten Umrissen.
Der andere Nachteil ist dagegen die große Hitze, die Bauscheinwerfer erzeugen. Nicht nur lohnt hier der Erwerb einiger Schweißerhandschuhe, um die Dinger im Zweifel auch mal halten zu können, sondern es gilt auch sonst, die Augen offen zu halten. Styropor, eine beliebte Reflektionsfläche für indirektes Licht (sehr leicht und absolut weiß; mehr zu Reflektoren gibt es dann aber kommende Woche), schmilzt man schon mit einem 500 Watt starken Scheinwerfer in Windeseile ein und selbst professionelle Scheinwerferfolie ist nicht gegen die Temperaturen gewappnet, die so ein Gerät produzieren kann, wenn es nur lange genug läuft.

Eine LED-Scheinwerfer mit Farb-Vorsätzen; Ladenpreis etwa 20-25 Euro

Eine LED-Scheinwerfer mit Farb-Vorsätzen; Ladenpreis etwa 20-25 Euro

Aber es gibt mittlerweile ja durchaus gute Alternativen. Die Krönung sind definitiv heute LED-Scheinwerfer. LEDs sind von ihrer Lichtfarbe her nicht ganz unproblematisch, aber mittlerweile kriegt man schon für um die 20-30 Euro kleine Leuchten, die mit verschiedenen Aufsätzen verschiedene Lichtfarben erzeugen können. Diese laufen meist auf Batteriebetrieb, was ein weiterer Pluspunkt ist, wenn man mobil oder in freier Wildbahn drehen möchte. Die genannte Preisklasse ist allerdings auch die absolute Untergrenze. Mehr Geld bringt einem deutlich mehr Leuchtkraft, eine bessere Verarbeitung, Akkus und Witterungsbeständigkeit. Doch auch wenn LEDs stromsparender sind, als alle Alternativen, sollte man ihren Energiehunger nicht unterschätzen. Das Äquivalent von sechs AA-Batterien in etwa 30 Minuten durchzujagen ist nicht ungewöhnlich.

Eine mobile Arbeitslampe aus dem Baumarkt

Eine mobile Arbeitslampe aus dem Baumarkt

Gewissermaßen das Pendant aus dem Baumarkt kann dazu dann noch ein sogenanntes mobiles Baulicht sein. Vielleicht kennt ihr sie vom Automechaniker her – stabartige Geräte, oft auch per Akku betrieben und mit LEDs besetzt. Die sind nett, aber häufig dunkler als die dezidierten LED-Foto- und Filmleuchten. Außerdem ist die Lichtfarbe bei denen wirklich eine mittlere Katastrophe und sehr, sehr blau. Dennoch, wer gar keine Alternative hat – und sei es, weil ein Licht ausgefallen ist und jetzt ein Ersatz hermuss –, der findet in den Leuchten vielleicht einen Helfer.

Ein Ringlicht, es kann wahlweise für Fotos blitzen oder auch für Videoaufnahmen konstant leuchten

Ein Ringlicht, es kann wahlweise für Fotos blitzen oder auch für Videoaufnahmen konstant leuchten

Spezialisiert – aber für unsere Zwecke auch überspezialisiert – sind übrigens sogenannte Ringlichter. Damit sind wir zurück im Foto-Betrieb – Ringlichter sind LED-Kränze, die vorne auf das Objektiv geschraubt werden und darum in Richtung der Kamera leuchten. Nett für mobile Journalisten, Dokumentarfilmer und natürlich für Fotografen, aber aufgrund der Art, wie ein Film ausgeleuchtet wird bestenfalls als Fülllicht zu gebrauchen.

Ein schon geradezu antikes Filmlicht, zusammen mit einer Super-8-Kamera auf dem Flohmarkt ergattert

Ein schon geradezu antikes Filmlicht, zusammen mit einer Super-8-Kamera auf dem Flohmarkt ergattert

Abschließend sei noch gesagt: Wie bei aller Technik gilt auch hier, dass je älter und je billiger die Geräte sind, desto größer die Unfallgefahr ist. Mit einem LED-Scheinwerfer kann man sich fast nichts tun, behaupte ich, mit einer kochend heißen Bauleuchte dagegen ganz vortrefflich. Nebenstehend abgebildet seht ihr dagegen eine alte mobile Leuchte, die ich auf dem Flohmarkt zusammen mit einer Super-8-Kamera erworben habe. Oben spannt man die gleichen Leuchtmittel ein, die auch in einem Bauscheinwerfer glühen – doch liegt er hier frei, anders als bei den meisten Bauleuchten. Besser noch: Das kurze Kabel kommt direkt und ohne Schutzkontakt in die Sicherung. Ist es eingesteckt, leuchtet nicht nur die Lampe mit voller Intensität, nein, zudem knistert das ganze Gerät vernehmlich vor sich hin. Solche Apparate sind vielleicht als ein Stück (Hobby-)Filmhistorie interessant, aber tut mir (und euch) einen Gefallen und nutzt sie nicht.
Dafür sind moderne Alternativen viel zu gut.

Viele Grüße,
Thomas

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