Drohnen

Hallo zusammen!

Vor einigen Jahren war es noch völlige Science Fiction, aber heute kann man sich nicht mehr sinnvoll mit dem Thema Film befassen, ohne nicht zumindest ein paar Worte zum Thema Drohnen verloren zu haben.
Ferngesteuerte Flugroboter wirken vom Konzept her futuristisch, sind heute aber ganz alltäglich – und warum auch nicht? Sie sind erschwinglich – wobei wir darauf gleich noch kommen – und öffnen selbst dem kleinsten Filmteam grundsätzlich ganz neue Optionen. Selbst ein Kamerakran ist letztlich dadurch eingeschränkt, wie weit er in die Höhe ragen kann, eine Drohne dagegen kann in der Theorie aus einer Portraitaufnahme heraus aufsteigen und am Ende den Blick über eine ganze, weite Landschaft eröffnen. Mehr noch – Aufnahmen, für die man früher einen Hubschrauber gebraucht hätte, von einer recht alltäglichen Luftaufnahme als einleitende Einstellung bis hin zu elaborierten Aufnahmen wie dem berühmten Anfang von „Shining“, in dem sich ein Auto einen schmalen Bergpass entlangschlängelt: Drohnen machen all dies plötzlich möglich. Allerdings nicht ohne Einschränkungen.

Es ist schon mancher Laie vom Himmel gefallen

Fangen wir mit dem einfachsten Teil an: Drohnen fliegen sich nicht von selbst. Teure Drohnen kommen mit einer Menge Features daher, um einem das Leben zu erleichtern – von der Auswertung der eigenen GPS-Positionsdaten, um automatisiert dem Wind zu trotzen und an Ort und Stelle zu bleiben bis hin zu Automatismen, die etwa verhindern sollen, dass man die eigene Drohne in einen Baum oder gegen eine Wand setzt –, aber auch dort ist es mit einer Lernkurve verbunden, will man schöne Bilder haben.
Das ist hier nicht anders als bei jedem anderen vorgestellten Stück Hilfsmittel: Ob Steadycam, Kamerakran oder auch einfach ein normales Stativ, nichts davon bedient sich von alleine. Ein klassischer und guter Ratschlag ist es daher, nicht gleich einen mittleren vierstelligen Betrag in eine professionelle Drohne zu stecken, sondern vielleicht erst mal eine wirkliche Spielzeugdrohne zu erwerben und damit zu üben. Der Verlust von 50 Euro tut deutlich weniger weh als der von 5.000 Euro …

Preise über den Wolken

Mit dem vorigen Satz sind auch grob die Dimensionen abgesteckt, auf die man sich preislich einstellen kann oder muss. Der Spaß fängt bei eingebauter Kamera bei etwa 80 bis 100 Euro an und geht dann schier unbegrenzt nach oben. Je mehr Geld man investiert, desto besser die Kamera an der Drohne, desto größer die Steuermöglichkeiten, desto länger hält der Akku. Man sollte sich im Vorfeld gut überlegen, was genau man eigentlich möchte; für eine einzelne Luftaufnahme am Drehort braucht es keine Drohne im Wert eines Kleinwagens; will man sie umgekehrt oft und für zentrale Einstellungen nutzen, will sich natürlich auch niemand den Film dadurch versauen, dass die Luftaufnahmen aussehen, als habe man sie mit einem zehn Jahre alten Handy gedreht.
Zuletzt gibt es natürlich immer die Möglichkeit, eine Drohne zu leihen – hier kommen aber zwei der vorigen Aspekte zusammen: Drohnen sind teuer, und wenn man nicht weiß, was man tut, auch unfallgefährdet. Ich persönlich fühle mich in solchen Situationen eigentlich immer wohler, wenn ich mein eigenes Eigentum vor die Wand setze, als das später mit Vermietung und Versicherung klären zu müssen.

Die Rechtslage

Zuletzt ein paar Worte zur Rechtslage, auch wenn es natürlich wie immer ein eher trockenes Feld ist. (Und wie immer gilt: Dies ist keine professionelle Rechtsberatung, sondern mein eigener Kenntnisstand als Orientierungshilfe für euch. Für alles weitere, helfen euch Anwälte und Vertreter eurer jeweiligen Stadt und Gemeinde verbindlicher weiter.)
Um es kurz zu machen: Drohnen bis 5 kg bedürfen keiner gesonderten Flugerlaubnis, Drohnen ab 5 kg brauchen hingegen eine Aufstiegserlaubnis, die kostenpflichtig von der Landesluftfahrtbehörde des jeweiligen Bundeslandes erteilt werden kann. Drohnen über 25 kg sind in Deutschland pauschal verboten.
Ebenso eine Aufstiegserlaubnis braucht, wer die Drohnenaufnahmen kommerziell nutzen will. In jedem Fall aber gilt eine maximale Flughöhe von 100 Metern, wobei dies je nach Bundesland noch strikter ausfallen kann. Befindet man sich in städtischen Regionen, fragt man zudem besser noch einmal nach, denn dort ist die Drohnennutzung ohne Genehmigung möglicherweise komplett untersagt. Sind Flughäfen in der Nähe, muss zudem von dort eine Genehmigung eingeholt werden.
Drohnen dürfen in Deutschland nur bei Sichtkontakt gesteuert werden. In der Praxis bedeutet dies, dass nach spätestens 200 Metern Entfernung Grenzen des Spielraums erreicht sind; auch das Umfliegen von Gebäuden oder dergleichen ist damit natürlich tabu.
Dass Trunkenheit am Steuer auch bei Drohnen raus ist, ist vermutlich klar.
Zuletzt: Die reguläre Haftpflichtversicherung zahlt beim Einsatz von Drohnen nicht, eine entsprechende Sonderversicherung ist insofern angeraten bzw., bei kommerzieller Nutzung, Pflicht.
Die Behinderung von Sicherheitskräften, das Stören von Löscharbeiten und andere derartige Eingriffe sollten sich meiner Meinung nach von selbst verbieten, sind aber natürlich auch rechtlich untersagt. Generell gilt, dass eine Drohne etwas ist, was man mit einem Mindestmaß an ethischem Feingefühl nutzen sollte, und wenn es nur darum geht, nicht willkürlich den Blick in fremde Gärten zu werfen.

Zusammengefasst

Drohnen sind cool und machen Dinge möglich, von denen man vor einigen Jahren im Privatbereich nur träumen konnte. Sich mit dem Thema zu befassen ist eigentlich in jedem Falle lohnend. Allerdings sind der Übungsbedarf, der Kostenfaktor und die strengen rechtlichen Auflagen alles Aspekte, die man im Vorfeld gut bedenken sollte.

Viele Grüße,
Thomas

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