Archiv der Kategorie: Produktion

[Fremdtipp] Wenn John Wick auf Nerf-Waffen trifft … lernen wir alle was dazu

Hallo zusammen!

Unser Xoro-Darsteller Michael machte mich gestern auf ein unfassbar cooles Video aufmerksam:

Zum einen ist es einfach ein sehr sehenswert gemachter Film. Nicht nur weil John Wick und Nerf beide ziemlich awesome sind, sondern einfach auch, weil es eine kernige Idee, gut umgesetzt, flott inszeniert und kreativ gefilmt ist.

Aber ich wollte es hier noch aus einem anderen Grund teilen: Es ist ein großartiges Lehrstück. Gut gemachte Actionszenen gibt es ja viele; wenn auch wenige so gut gemacht sind wie die in John Wick. Aber was dieser Film hier bewerkstelligt, darf man nicht unterschätzen: Er bricht die optische Gewohnheit auf.

Nerf-Waffen sind bunt. Quietschebunt sogar. Das bedeutet, sie fallen uns ins Auge. Wir sind oftmals so an die Prämissen und Regeln von Actionszenen gewöhnt, dass es gar nicht mehr auffällt, was genau dort passiert. Wir kennen die Film- und Bildsprache.
Wenn nun aber plötzlich alle relevanten Objekte Signalfarben haben, ändert sich das. Schaut euch beispielsweise mal diese Sequenz aus dem verlinkten Film an (wer darauf klickt, bekommt sie in größer):

Der Protagonist tackelt einen Gegner, feuert über dessen Schulter und greift dabei bereits nach dessen Magazin. Dann, in der Rückwärtsbewegung, zieht er es aus der gegnerischen Waffe, wirft sein eigenes Magazin aus, lädt die feindlichen Nerf-Bolzen ein und wird dann, im letzten Bild, seinen Widersacher mit dessen eigener Munition er- bzw. beschießen.

Das ist eine ziemlich coole Choreographie, aber so richtig augenfällig wird sie alleine durch die Nerf-Waffen.
Und darum gewissermaßen eine „Hausaufgabe“, wenn ihr wollt: Schaut euch den oben verlinkten Film einfach noch mal an, und diesmal, schaut wie was inszeniert wird. Wann sich die Kamera bewegt, wohin und warum. Was enthüllt wird, was verdeckt wird.
Sicher, das könnt ihr auch mit jeder anderen Actionszene machen.

Aber kaum eine macht es euch dabei so leicht wie diese hier.

Viele Grüße,
Thomas

Ein Panel für Xoro, ein Endspurt für Hilde

Hallo zusammen!

Die letzten zwei Wochen waren in Sachen Eifelarea sehr arbeitsreich, allerdings vor allem an allen Fronten außer Einfach Filme machen, sodass es auch diese Woche keinen Sachartikel gibt. Aber vielleicht verzeiht ihr uns ja, wenn ich die beiden Gründe nenne.

Zum einen waren Michael und ich letztes Wochenende samstags auf der Heinzcon Returns feat. ComicCon Elbtal Süd (West) und haben dort, interviewt von Mháire Stritter, das erste offizielle Panel zu Xoro: the Eifelarean bewältigt. In Englisch, damit Stargast Mark Rein·Hagen, der Erfinder von Vampire: the Masquerade, auch etwas davon hatte.
Das Panel hat eine Menge Spaß gemacht, und auch dort haben wir noch mal all unsere Pläne zu Xoro 2: Die Maske des Xoro bestätigt. Dazu (und zur Con an sich) schrieb ich aber schon in meinem privaten Blog einige Zeilen, sodass wir das hier glaube ich nicht noch mal alles durchgehen müssen. Dafür gibt es hier dann auch ein Bild zum Panel:

xoro-panel

Wunderbar. Wenn es nächstes Jahr dort wieder eine vergleichbare Veranstaltung geben wird, werde ich auf jeden Fall auch gerne dort wieder auflaufen.

Bis dahin ist ja dann auch Hilde raus – und das bringt uns zu Teil 2 der Aktivitäten. Morgen kommt Ralf nach Aachen und wir gehen die (quasi) finale Schnittfassung von Hilde und die Glocken der Amazonen ein letztes Mal durch, um sicher zu sein, dass auch wirklich alles so ist, wie wir es haben wollen.
Damit wir das aber tun können mit unserem ziemlich komplex gewordenen Projekt, hat mein Rechner hier die letzten Abende jeweils mit dem Export eines Drittels des Films verbracht. Was ich auch mit einer gewissen Freude auf Twitter nach und nach dokumentiert habe:

Das nächste Blog-Video wird damit auch nicht mehr fern sein, aber besser noch: Auch der Film ist damit nicht mehr fern.
Nächster Halt: Endschnitt.
Übernächster Halt: Einen geeigneten Ort für die Premiere klarmachen.

Ich freu mich drauf, euch den Film bald zeigen zu können!

Viele Grüße,
Thomas

Ein Einstieg in die Welt der Auflösungen

Hallo zusammen!

Wie schon mehrfach angedeutet, werden sich die kommenden Wochen hier im Blog vor allem um das Bild drehen, nachdem wir den Ton ja jüngst erst noch mal abgefrühstückt haben. Und gerade zum Auftakt des Themenblocks will ich auch gar nicht so viel reden, sondern ein Bild sprechen lassen.

Spätestens seit HD-Fernsehern sind diese ganzen Auflösungen ja immer wieder in aller Munde – da gibt es UHD und HD, FullHD und HD Ready, aber auch die alten Formate hatten ja eine Auflösung. Und anstatt euch jetzt hier mit langen Tabellen zu quälen, dachte ich mir, lasse ich einmal ein Bild sprechen, denn das sagt ja bekanntlich mehr als tausend Worte:

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(Ein Klick öffnet die Grafik in voller Auflösung; als Abbildung 1:1)

Das ist alles in ein paar Punkten ein wenig vereinfacht, aber ich denke, es gibt schon mal eine grobe Vorstellung davon, warum z.B. die DVD so viel besser aussah als die VHS davor, oder warum Youtube-Videos so gottserbärmlich wirken, wenn die Qualität auf 144p absackt. (144p ist übrigens 256×144 Pixel – aber es sagt ja schon alles, dass das Feld auf meinem Schaubild zu klein wurde für die Info, oder?)

Es sind auch nicht alle Formate drauf, S-VHS und die Laserdisc wären so zwei bekanntere Formate, die ich mal aus Gründen der Übersichtlichkeit ausgelassen habe. Dennoch, ich denke, ein guter Einstieg ist damit gemacht.
Und das nächste Mal steigen wir dann mal so nach und nach tiefer in die Materie ein.

Viele Grüße,
Thomas

Hilde-Blogvideo Nr. 19: Wo wir stehen

Hallo zusammen!

Wann kommt denn endlich Hilde?
Wie steht es mit Xoro 2?
Wie geht das alles weiter?

Anstatt das x-te Blogpost dazu zu schreiben, dachte ich, ich stelle mich einfach mal nochmal vor die Kamera – ein Blog-Video war ohnehin schon lange überfällig 🙂

Viele Grüße,
Thomas

Externe Tonquellen

Hallo zusammen!

Eine letzte Alternative bleibt noch anzusprechen, auch wenn wir sie in anderem Kontext hier schon im Blog hatten: Die externe Lösung. War der Bereich mobiler Aufnahmegeräte vor einigen Jahren noch ein Feld, das vollständig von unbezahlbaren Profi-Geräten dominiert wurde, so gibt es da mittlerweile eine Vielzahl mehr oder weniger eleganter Lösungen.
Wir haben beispielsweise gute Erfahrungen mit dem Zoom H4n SP gemacht, das zwar oberhalb der 200 Euro kein günstiges Gerät mehr ist, für das, was man bekommt, aber noch immer preislich sehr fair bemessen ist. Und guter Ton ist eine Investition, die sich letztlich immer lohnt.

zoom-h4n

Was nun bietet einem die externe Lösung für Vorteile? Im Grunde zwei. Zum einen ist mal technisch von der Kamera losgelöst. Man hat ein dezidiertes Aufnahmegerät, was bedeutet, dass man effektiv auch einen Faktor weniger zu bedenken hat, wenn es darum geht, die eigene Kamera zu erwerben. Zumal wie so oft bei spezialisierten Geräten der Ton eines expliziten Audiorekorders den einer Kamera lässig in den Schatten stellen kann. Mehr noch: Geräte wie das H4n bieten zusätzlich die Möglichkeit, über XLR-Anschlüsse professionelles Audio-Equipment anzuschließen. Das ist dann natürlich wieder eine Investition, aber wer beispielsweise mit einer Spiegelreflex- oder Systemkamera filmen möchte, erhält so ganz neue Möglichkeiten, denn Audio-Anschlüsse sind dort noch immer eher im Hintertreffen.
Zum anderen ist man aber auch lokal von der Kamera gelöst. Sicher, das bieten einem Funkstrecken etwa auch, aber die wollen dann auch wiederum gepflegt werden. Moderne mobile Rekorder sind nicht groß und leicht irgendwo zu verstecken, sodass man mit der Kamera eventuell weit draußen stehen kann, aber dennoch nachher einen klaren Ton in guter Lautstärke mit nach Hause nehmen kann.

Und Nachteile? Auch da gibt es vor allem zwei. Zum einen muss man sich am Set um ein weiteres Gerät kümmern. Jemand muss Sorge tragen, dass die Aufnahme läuft, dass gestoppt wird, wenn die Aufnahme fertig ist, dass es richtig ausgerichtet ist und dass noch genug Luft auf der Speicherkarte ist. All das sind Kleinigkeiten, aber ein Filmset ist ein Moloch aus Kleinigkeiten und diese kommen halt noch einmal hinzu.
Zum anderen muss man etwas bedachter Vorgehen, insbesondere was die spätere Synchronisation von Bild und Ton betrifft. Habt ihr euch schon immer gefragt, warum Filmklappen, nun, klappen? Genau deshalb: Das optische Aufeinanderschlagen und der akustische Ausschlag dienen dazu, dass später in der Postproduktion beides miteinander wieder vereint werden kann. Das war in frühen analogen Zeiten praktisch, und ist in unserem digitalen Zeitalter nicht weniger nützlich. (Sicher, die Filmklappe hat auch noch die eine oder andere zusätzliche Funktion, aber darauf kommen wir in Kapitel 13 noch.)

Würde ich ein solches Gerät empfehlen? Generell: ja. Im Bereich der nicht kostenlosen, aber kostengünstigen Lösungen sind mobile Audio-Aufnahmegeräte etwas, was in der bloßen Kosten-/Nutzen-Rechnung für mich klar als Sieger hervorgeht.
Einzig die zusätzlichen Handgriffe am Set und natürlich eine hinführende Einarbeitung in eben noch ein Stück Hardware sind Hürden, die halt genommen werden müssen.

Und damit ist unsere Audio-Tour hier nun endlich beendet und wir wenden uns der anderen Seite zu – die nächsten Monate geht es, neben Hilde-News, Terminen und dergleichen, hier vor allem um Kameras, Videosignale und dergleichen.

Viele Grüße,
Thomas

Wie asynchron darf es denn sein?

Egal ob Texte nachträglich eingesprochen werden oder der Set-Ton von einem Gerät verwendet wird, das den Ton unabhängig vom Bild aufgezeichnet hat, es wird immer wieder vorkommen, dass es vielleicht nicht auf Anhieb 100% synchron läuft.
Und damit meine ich nicht mal, dass eine nachträgliche Aufnahme nicht perfekt zu den Lippenbewegungen verläuft – auch bei perfektem Ton ist die Platzierung nicht immer unproblematisch.
Interessant ist dabei, dass es in der Tendenz eher okay ist, wenn der Ton zu spät einsetzt, als anders herum. Untersuchungen besagen, dass eine Audio-Aufnahme durchaus bis zu 125ms zu spät einsetzen kann, ohne dass unsere Intuition beginnt, eine Unstimmigkeit wahrzunehmen.
125ms sind viel; bei den 24 Bildern pro Sekunde eines Kinofilms sind das immerhin drei Bilder. Das ist auch ein Spektrum, das man nicht immer voll ausschöpfen sollte – gerade im digitalen Zeitalter ist es ja wirklich kein Problem, den Ton nahezu perfekt präzise zu platzieren.
Dennoch spannend ist aber, dass es, wenn der Ton gerade mal mehr als 45ms zu früh dran ist, dagegen sofort ins Auge sticht.
Der Grund dafür ist die Art und Weise, wie unsere Welt generell funktioniert. Schall hat eine Geschwindigkeit – und kommt daher unter bestimmten Umständen auch ganz ohne technischen Einfluss verspätet bei uns an. Schall legt pro Sekunde 343 Meter zurück. Das bedeutet, dass der Schall von jemandem, der etwas mehr als 40 Meter von uns entfernt steht, bereits mit den gleichen 125ms Verzögerung bei uns eintrifft, von denen ich zuvor sprach. Das ist eine Situation, die ganz alltäglich vorkommt.
Dass Schall allerdings eintrifft, bevor er entsteht, kommt logischerweise schlichtweg nicht vor. Wir Menschen besitzen eine gewisse Toleranz dafür – unser Gehirn verbringt ja ohnehin viel Zeit damit, sich die Welt „schön zu denken“ und Kausalität zu erschaffen, wo faktisch keine sein kann. Darum ist es in der Lage, bereits aus 12 Bildern pro Sekunde eine „Bewegung“ zu erkennen, und darum nimmt es minimale Verschiebungen nach vorne beim Schall auch hin.
Ist die Differenz allerdings mehr, dann setzt eine andere, zuvor erwähnte besondere Fähigkeit unseres Gehirns ein: Jenes unbestimmbare Gefühl, dass gerade irgendwas nicht stimmt. Und wer nicht gerade darauf aus ist, in die Fußstapfen des französischen Kunstkinos zu treten, der versucht das vermutlich besser zu vermeiden.

Viele Grüße,
Thomas

Die verschollenen Mikrofondiagramme

Hallo zusammen!

In Einfach Filme machen wird an einer Stelle auf „nebenstehende“ Mikrofon-Diagramme verwiesen – nur dass es diese in der ersten Edition so niemals gegeben hat. Ein Missstand, den nicht nur die kommende Neuauflage des Buches beheben wird, sondern dem wir auch hier nun einfach mal begegnen können.

Nachfolgend vier Diagramme, die vielleicht noch ein bisschen helfen zu verstehen, was zur Hölle diese „Mikrofoncharakteristik“ (richtiger: Richtcharakteristik) ist, von der offenbar alle immer wieder reden …

Eine Kugelcharakteristik (auch: omnidirektional) ist ungerichtet, sprich, es nimmt in einer Kugel rund um das Mikrofon Geräusche aus allen Richtungen auf.
Ein bidirektionales Mikrofon (auch: „Acht“) zeichnet in zwei Richtungen auf, spart aber den Ton an den Seiten aus, sodass etwa zwei Interviewpartner ohne Störgeräusche reden können.
Eine Nierencharakteristik (auch cardioid oder unidirektional) zeichnet nur vorne auf, dort aber in einem breiten Winkel. So bleibt es hinter dem Gerät stumm, vorne wird aber alles aufgezeichnet.
Eine Keulencharakteristik zuletzt (auch: direktional) ist eine gerichtete Aufnahme, die an einem Punkt sehr fokussiert aufnimmt, dafür aber auch die gesamte Umgebung entsprechend ausblendet.

Und so sieht das dann aus:

Viele Grüße,
Thomas